Strammstehen für die Nationalhymne? Streit in den USA um Ehre und Rassismus

Strammstehen für die Nationalhymne? Streit in den USA um Ehre und Rassismus
Indianapolis Colts Spieler knien während der Nationalhymne, Lucas Oil Stadium, USA, 24. September 2017.
28 Mannschaften der National Football League (NFL) protestierten in den USA am Sonntag gegen Trump, indem sie während der Nationalhymne knieten, oder die Fäuste in den Himmel streckten. Der Protest richtet sich gegen Polizeigewalt gegen Schwarze und Trumps Rassismus.

Hand aufs Herz, stramm stehen für die amerikanische Nationalhymne. Eine neue Protestbewegung bricht mit dieser Tradition. In Detroit zeigten sich Spieler, die die Faust in die Höhe streckten und damit an den Black-Power-Gruß von 1968 erinnerten, um auf die Ungleichheit zwischen Weißen und Schwarzen aufmerksam zu machen. Eine Idee, die sich auch 2017 fortsetzt. Mehr als 150 Spieler sollen es am vergangenen Wochenende gewesen sein, die in den amerikanischen Stadien aus Protest knieten.   

Den Auslöser für die Protestwelle machte ein Spieler der NFL, der während der Nationalhymne nicht aufstand. Hiermit wollte er seine Wut über die Polizeigewalt gegen Schwarze ausdrücken. Donald Trump  nannte ihn öffentlich einen "Hurensohn". Für Trump hatte der Spieler die Ehre der Amerikaner verletzt. Kritik der Medien an seiner Reaktion wies er zurück, es ginge um "Respekt für unser Land und Respekt für unsere Fahne". 

Donald Trumps schrieb auf Twitter: 

Sportfans sollten nie Spieler billigen, die nicht voller Stolz für die Nationalhymne oder ihr Land stehen. Die NFL sollte ihre Regulieren ändern. 

NFL-Sprecher Joe Lockhart, ehemaliger Pressesekretär Hillary Clintons, sagte am Montag, dass es "ein wichtiger Tag für die NFL ist, wir denken es ist ein guter Tag." 

Am Sonntag veröffentlichte die NFL ein neues Werbevideo zur Einigkeit und Harmonie der Amerikaner: 

Der Statistik nach wurden junge Afro-Amerikaner im Jahr 2016 zwischen 15 und 34 Jahren neunmal mehr Opfer von Polizeigewalt als ihre weißen Mitbürger gleichen Alters. 

Eine Erklärung von NFL-Demonstranten warum sie sich dem Protest angeschlossen haben: 

Polizeigewalt gegen eine Obdachlose: