Facebook will Informationen über angeblich aus Russland gekaufte Anzeigen dem Kongress übermitteln

Facebook will Informationen über angeblich aus Russland gekaufte Anzeigen dem Kongress übermitteln
Facebook-Gründer Mark Zuckerberg bei seinem Auftritt vor dem Alumni-Kongress der Harvard University in Cambridge, Massachusetts am 25. Mai 2017.
Facebook-CEO Mark Zuckerberg erklärte, dass das Unternehmen "aktiv mit der US-Regierung bei ihren laufenden Ermittlungen über russische Eingriffe" zusammenarbeite. Russische Fake-Accounts sollen über zwei Jahre Anzeigen über 100.000 US-Dollar gekauft haben.

Als wir kürzlich diese Aktivität aufgedeckt haben, haben wir Sonderermittler darüber in Kenntnis gesetzt. Wir informierten auch den Kongress - und heute Morgen wies ich unsere Mannschaft an, die Anzeigen, die wir in diesem Zusammenhang gefunden haben, dem Kongress zur Verfügung zu stellen", sagte Zuckerberg.

Die interne Sondierung bei Facebook gehe weiter und könnte noch mehr Informationen zutage fördern, erklärte Zuckerberg weiter.

Wir untersuchen ausländische Akteure, darunter Gruppen und Kampagnen, die aus Russland oder anderen ehemaligen Sowjetstaaten stammen, um zu verstehen, wie sie unsere Tools eingesetzt haben", sagte der Facebook-Vorsitzende.

Facebook will politische Werbung identifizierbar machen

Politische Werbung auf Facebook werde "in den kommenden Monaten" transparenter werden, so Zuckerberg.

Sie müssen nicht nur offenlegen, für welche Seite eine Anzeige bezahlt wurde, sondern wir werden diese Anzeigen auch so gestalten, dass Sie die Seite eines Inserenten besuchen und die Anzeigen sehen können, die dieser gerade auf Facebook für ein beliebiges Publikum geschaltet hat", sagte er.

Zuckerberg will auch Investitionen in die Sicherheit und den Austausch von Daten über "schlechte Akteure" mit anderen IT-Großunternehmen verstärken.

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Anfang September teilte Facebook mit, dass das Unternehmen eine Suche nach Inseraten aus Russland gestartet hatte, die politische Inhalte beinhalteten. Dies habe im Zusammenhang mit dem Verdacht der Einmischung Moskaus in das Rennen um die Präsidentschaft 2016 gestanden.

Das Unternehmen sagte, man habe rund 3.000 Anzeigen für einen Gegenwert in Höhe von 100.000 Euro entdeckt, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 gekauft und über 470 "unauthentische" Konten und Seiten verbreitet worden wären. Diese Anzeigen stünden möglicherweise im Zusammenhang mit einer angeblichen Aktivität vonseiten Russlands.

Allerdings stand die überwiegende Mehrheit jener Anzeigen, die über diese Konten laufen gelassen wurden, nicht spezifisch mit den US-Präsidentschaftswahlen im Zusammenhang. Sie warben auch nicht explizit für den einen oder anderen Bewerber.

Quelle: Screenshot Motherboard Vice

Dennoch steht das Unternehmen unter Druck des Kongresses, die Informationen über die Anzeigen freizugeben.

Google hat keinen Hinweis auf Auffälligkeiten entdeckt

Der Vorsitzende des Senatskomitees, Richard Burr, verkündete kürzlich Pläne, im nächsten Monat eine allgemeine Anhörung über mögliche Verwicklungen von Facebook und anderen Social-Media-Plattformen im Zuge der Untersuchung über die angebliche russische Einmischung abzuhalten.

Ein anderer Technologie-Riese, Google, sagte, dass es ihm nicht gelungen sei, irgendwelche Fakten ausfindig zu machen, die darauf hindeuten würde, dass Moskau Werbemittel zur Manipulation der US-Wahlen genutzt hätte.

Wir überwachen immer Missbrauch oder Verstöße gegen unsere Richtlinien und wir haben keinen Hinweis darauf gefunden, dass diese Art von Anzeigenkampagne auf unseren Plattformen durchgeführt wurde", sagte Google in einer Erklärung.

Russland hat wiederholt jegliche Behauptungen, es habe sich in den US-Wahlkampf eingemischt, dementiert. In einem Interview mit dem Filmemacher Oliver Stone im Juni beschuldigte der russische Präsident Wladimir Putin seinerseits die USA, sich bei den Präsidentschaftswahlen in Russland 2012 in den Wahlkampf auf der Seite der russischen Opposition eingemischt zu haben.