„Wir sind im Krieg:“ Filmstar Morgan Freeman wettert gegen Russland und Trump

„Wir sind im Krieg:“ Filmstar Morgan Freeman wettert gegen Russland und Trump
„Wir sind angegriffen worden. Wir sind im Krieg“. So fängt Morgen Freeman seine Erzählung in einem Werbeclip an. Am Ende des Videos ruft er US-Präsident Donald Trump dazu auf, die angeblich von Russland begangene Manipulation der US-Wahlen reumütig einzugestehen.

Der viertbestbezahlte Schauspieler Hollywoods, Morgen Freemann, ist bekannt für seine Rollen, in denen er die fleischgewordene Weisheit verkörpert. In zahlreichen Dokumentationen hat er die Rolle des Sprechers übernommen. Aber diesmal soll der 80-jährige einer politischen Kampagne Glaubwürdigkeit verleihen – eine Kampagne zum Sturz des Präsidenten Donald Trump.

Der dafür produzierte Videoclip beginnt mit Bildern aus der Zeit des Zusammenbruchs der Sowjetunion. Freeman schlägt seinen Zuschauern vor, sich ein „Filmdrehbuch“ vorzustellen, in dem ein KGB-Agent zum Präsidenten Russlands wird, um sich für den Zerfall seiner Heimat zu „rächen“. Für diesen Mann seien die USA ein Erzfeind, verkündet Freeman.

Mithilfe der sozialen Medien verbreitet er Propaganda und falsche Informationen. Er überzeugt die Menschen in demokratischen Gesellschaften davon, ihren Medien nicht mehr zu trauen, genauso wie ihrem politischen Prozess und sogar ihren eigenen Nachbarn. Und er gewinnt!“

Auf diesem Höhepunkt angekommen, verkündet Morgan Freeman, dass es sich bei diesem Szenario nicht um ein Drehbuch handelt.

Des Weiteren macht der Schauspieler Russland für Hackerangriffe auf die Vereinigten Staaten verantwortlich und fordert, die „US-Demokratie zu schützen“. Diese sei bereits seit 241 Jahren ein leuchtendes Beispiel für die Welt und müsse nun – wie schon so oft in der Geschichte - verteidigt werden.

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Vor allem appelliert Freeman aber an den US-Präsidenten - den er namentlich nicht erwähnt - diese Einmischung Russlands einzugestehen und die Amerikaner zu einer allumfassenden Untersuchung der Geschehnisse aufzurufen. Am Schluss des Videos heißt es: 

Trete in den Kampf ein. Schließe dich dem Komitee zur Untersuchung Russlands an. 

Lanciert wurde das Video von dem Komitee zur Untersuchung Russlands, einem Zusammenschluss von Filmstars und Experten für Sicherheitspolitik. Geleitet wird die Gruppe von dem Schauspieler und Regisseur Rob Reiner sowie dem früheren Nationalen Geheimdienstdirektor der USA, James Clapper.

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In Russland löste der Aufruf von Morgan Freeman lebhafte Reaktionen aus. Dmitri Peskow, der Pressesprecher des russischen Präsidenten, reagierte gelassen auf Freemans Alarmrufe.

Kreative Menschen lassen sich bekanntlich sehr leicht beeinflussen. So werden sie zu Opfern einer emotionalen Überlastung, einer emotionalen Exaltiertheit und einer Art Fortsetzung des McCarthyismus, wenn sie über den tatsächlichen Stand der Dinge nicht informiert sind. Das wird mit der Zeit schon vergehen,“ sagte Peskow am Mittwoch.

Die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, verglich Morgan Freeman mit dem ehemaligen US-Verteidigungsminsiter Colin Powell, der bei der Reagenzglas-Affäre im Jahr 2003 auf eine Lüge der US-Geheimdienste hereingefallen sei. Auf dieser Lüge begründetet sich damals ein verlustreicher und völkerrechtswidriger Krieg gegen den Irak. 

Der Kolumnist von RIA-Nowosti, Wiktor Marachowski, ist der Ansicht, dass Freemans Appel eine spalterische Wirkung auf die US-Gesellschaft hat. Denn dieser Ziele darauf ab, die Wahl von Donald Trump zum Präsidenten als illegitim darzustellen. Es gehe in dem Videoclip also weniger um Putin, sondern vielmehr um Trump. Wenn Freeman von einem Krieg spricht, dann handele es sich kaum um einen Krieg gegen Russland, so Marachowski.