Hillary Clinton rügt Facebook für angebliche russische Werbekampagne gegen ihre Präsidentschaft

Hillary Clinton rügt Facebook für angebliche russische Werbekampagne gegen ihre Präsidentschaft
Hillary Clinton in Vladivostok, Russland, 9. September 2012.
Russische Hacker sollen für günstige 100.000 Dollar die US-Wahlen beeinflusst haben. Google dementierte dies bereits. Für Hillary Clinton ist klar, Facebook hat sich schuldig gemacht und Russen-Werbung gegen die Einheit der Amerikaner erlaubt.

Das entscheidende Indiz für den manipulativen Eingriffsversuch soll die Spracheinstellung auf Russisch gewesen sein. Bei den Werbeanzeigen wurde keiner der beiden Präsidentschaftskandidaten favorisiert. Diese hätten lediglich das Ziel gehabt, die amerikanische Gesellschaft zu polarisieren, so der nicht haltbare Vorwurf. Die Manipulationsversuche hätten Themen wie Waffenbesitz, Zuwanderung und LGBT behandelt. Auch Hillary Clinton nutzt die Enthüllung und sieht sich als Opfer russischer Propaganda. In der Rachel Maddow Show am Freitag sagte Clinton zur Verantwortung der Plattform Facebook: 

Vor ihnen (Facebook) liegt ein weiter Weg, um dorthin zu kommen, wo sie sein sollten. 

Ihre Kritik richtet sich auch an andere technische Firmen. 

Wir wissen, dass sie (die Russen) während der Wahlen durch falsche Gruppen auf Facebook Zwietracht säten. Sie leiteten Anti-Einwanderungs, Anti-Ich, Anti-Hillary Clinton Demonstrationen. 

Hiermit spielte Clinton auf eine anti-muslimische Demonstration in Idaho von 2016 an, für die sie die Ursache in Russland sieht. Das Facebook-Event-Tool hätten die Russen zu ihren Zwecken mißbraucht. 

Wladimir Putin in Moskau, 20. April 2011.

Sie veröffentlichten, wissen sie, all diese falschen Nachrichten, all diese negativen Geschichten, die falsch waren, um Menschen wahrhaft voneinander zu trennen. 

Derzeit tourt Hillary Clinton durch die USA, um ihr Buch "What Happened" zu vermarkten. Facebook hat die Äußerungen Clintons bisher nicht kommentiert. Clinton sagte in der Show, dass die Amerikaner sich trotz ihrer Differenzen nicht durch die Russen voneinander trennen lassen sollten: 

Wir werden Facebook dazu bringen alles zu veröffentlichen. Sie haben gerade erst damit begonnen sich zu bekennen.

Russen, die sich als Amerikaner tarnten, müssen laut Clinton enttarnt werden. Sie sprach von Produktionsstätten für Falschnachrichten in Mazedonien, Trollen und zehntausenden von Bots: 

Wir haben jedes Recht dazu, eine lebhafte Debatte in den USA zu führen, aber wir wollen diese nicht durch Putin und seine Alliierten beeinflusst wissen.