Sacramento: Gangmitglieder werden künftig bezahlt, damit sie friedlich bleiben

Sacramento: Gangmitglieder werden künftig bezahlt, damit sie friedlich bleiben
Der Stadtrat im kalifornischen Sacramento hat das umstrittene Programm "Advance Peace" einstimmig genehmigt. Es sieht vor, dass die Stadt Förderungen in bar an Gang-Mitglieder zahlt, damit diese friedlich bleiben.

Am Wochenende vor der Abstimmung hatte es im Meadowview-Park der kalifornischen Landeshauptstadt eine Schießerei gegeben, bei der wieder einmal ein Unbeteiligter ums Leben kam. Ein mutmaßliches Gang-Mitglied hatte vier Personen angeschossen und dabei auch den 49-jährigen Familienvater Ernie Cadena getötet.

Es war sein einziger freier Tag und er ist einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen", sagte Aliseah Cadena, die Tochter des Opfers. "Er war ein wundervoller Vater und er sollte wieder Vater werden. Ich wünschte, ich könnte ihn zurück haben.

Der Bürgermeister von Sacramento, Darrell Steinberg, fühlte sich offenbar durch den tödlichen Vorfall dazu veranlasst, auf eine baldigere Abstimmung über das Programm "Advance Peace" zu drängen.

Schwedische Polizisten auf Spurensuche nach tödlichen Schüssen auf einen 16-Jährigen im Rosengard-Bezirk von Malmö, Schweden, 16. Januar 2017.

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Das Programm bietet Bandenmitgliedern, die der Gewalt abschwören, Bargeld-Stipendien an, um das College zu absolvieren. Die Stadt Sacramento muss die Hälfte der Kosten des Programms, also 1,5 Millionen Dollar, selbst zahlen.

Das Ratsmitglied Angelique Ashby kritisierte die sprachliche Umsetzung des Advance-Peace-Programms und geriet vor der Abstimmung oft mit Steinberg aneinander.

An verschiedenen Stellen in der Resolution sprechen wir von einem Vier-Jahres-Vertrag. Im Vertrag [selbst] nennen wir es einen Drei-Jahres-Vertrag. Das sind kritische Schlüsselbegriffe, die nicht übereinstimmen", erklärte sie.

Letztlich stimmten alle neun Mitglieder des Rates dem Programm zu, das Fox40 zufolge bereits in Richmond bei der Verringerung der Kriminalitätsraten erfolgreich gewesen sein soll.

Am Abend der Abstimmung des Stadtrates wurde für den getöteten Ernie Cadena eine Kerzenlicht-Mahnwache abgehalten. Einer seiner Freunde, Allen Brown, nannte das Programm "sinnlos". Die Stadtmitarbeiter überarbeiten nun die Sprache des, wie Kritiker ihn nennen, "Schutzgeld"-Vertrages.