Trump nimmt Wettbewerb zum Mauerbau vor Mexiko in Angriff

Trump nimmt Wettbewerb zum Mauerbau vor Mexiko in Angriff
Ein Junge platziert einen Stein während einer Aktion von Amnesty International gegen Trumps Mauer in Mexiko-Stadt, Mexiko, 10. Juni 2017.
Der Plan zum Schutz der 3.000 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko nimmt Formen an, während die zweite Runde der NAFTA-Verhandlungen beginnt. Vier Firmen sollen nun einen Prototypen bauen. Vom US-Kongress gibt es aber noch kein Geld für die Mauer.

Die Mauer bezeichnete Trump als "groß und schön". Die Konstruktion der Prototypen soll im amerikanischen San Diego erfolgen. Ronald Vitiello, der stellvertretende Sicherheitsbeauftragte des US-Zoll und Grenzschutzes, erklärt dazu:

Heute haben wir einen wichtigen Meilenstein geschafft.

Bei einem Besuch in Mexiko kritisierte die Friedensnobelpreisträgerin Malala den geplanten Bau der Mauer: 

Wir sind alle Menschen. Warum müssen wir getrennt sein? Jede Trennung sollte geächtet werden, denn sie ist sehr schmerzhaft. Spaltung und Diskriminierung sind nicht in Ordnung. Wir sollten unseren Traditionen, Kulturen, Religionen und Nationalitäten verbunden bleiben, aber der Hass ist inakzeptabel.

Während der Plan zur Abschottung der USA gegen illegale Einwanderung und den Drogenschmuggel laut Trump Formen annimmt, verhandeln die USA mit Mexiko und Kanada über das Fortbestehen des NAFTA-Abkommens. Für Trump stellt NAFTA einen der schlechtesten Deals aller Zeiten dar. Mexiko drohte wiederum bereits damit, den Verhandlungstisch zu verlassen, sollte Trump versuchen, durch die Einleitung des Aufkündigungsprozesses Druck auf Mexiko auszuüben.

Die Ankündigung des Baus eines Mauer-Prototypen wirft nun einen weiteren Schatten auf die NAFTA-Verhandlungen mit dem mexikanischen Nachbarn. Trump hatte seinen Anhängern versprochen, dass Mexiko die Kosten für die Mauer werde tragen müssen. Die vier ausgewählten Firmen für den Bau des Prototypen sind: Caddell Construction Co., (DE), LLC, Montgomery aus Alabama, Fisher Sand & Gravel Co., DBA Fisher Industries, aus Arizona, Texas Sterling Construction Co und die W. G. Yates & Sons Construction Company aus Philadelphia.

Trump an der Klagemauer in Jerusalem, Israel, 22. Mai 2017.

Der Kongress hat die Bereitstellung von 20 Millionen Dollar im derzeitigen Budget genehmigt, um die Prototypen bauen zu lassen. Weitere Gelder aber haben die Abgeordneten noch nicht abgesegnet. Mit den Konstruktionen aus Beton, die zwischen sechs und zehn Metern hoch und zehn Meter lang sein werden, wird in den kommenden zwei Wochen begonnen. Die Fertigstellung ist für diesen Herbst angesetzt. Vier weitere Verträge zu Probebauten mit anderen Materialien abseits von Beton sind für die nächste Woche geplant. 

Später soll die Trump-Mauer den bereits existierenden Grenzschutz unterstützen. Die US-amerikanische Homeland Security wird nach der Fertigstellung der Test-Mauern 30 bis 60 Tage lang mit kleinen Werkzeugen die Widerstandsfähigkeit testen und ob der Wall durch Klettern überwunden werden kann.