Aus der Mode: Los Angeles ändert Kolumbus-Tag zum "Tag der indigenen Völker" ab

Aus der Mode: Los Angeles ändert Kolumbus-Tag zum "Tag der indigenen Völker" ab
Columbus Circle, New York.
Los Angeles hat beschlossen, jenen Feiertag, der nach Christoph Kolumbus benannt ist, zum Gedenktag für die indigenen Völker Amerikas umzuwidmen. In den Wochen zuvor hatten mutmaßliche Extremisten Statuen des Entdeckers aus dem 15. Jahrhundert zerstört.

Mitglieder des Stadtrates von Los Angeles stimmten am Mittwoch mit 14 zu 1 Stimmen dafür, den Kolumbus-Tag durch einen Tag der indigenen Völker Amerikas zu ersetzen. Der Tag bleibt ein bezahlter Feiertag für alle Stadtangestellten. Die offizielle Umbenennung erfolgt aber erst 2019.

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Ratsmitglied Mitch O'Farrell, ein Mitglied des Wyandot-Volkes, der den Schritt vor zwei Jahren initiiert hatte, sagte, dass durch die Änderung des Namens für diesen Tag die Stadt einen "passenden Feiertag bekommt, auf den wir alle stolz sein können".

"Heute haben wir einen Schritt gemacht, der gerecht ist, der Heilung bringt, und der ist historisch klar ist", sagte O'Farrell.

Von Ratsmitglied Joe Buscaino kam die einzige Gegenstimme. Er sagte, die Umbenennung würde nur bewirken, "ein Verbrechen mit einem anderen zu heilen".

Laut der Los Angeles Times sagte Buscaino: "Alle unsere einzelnen Kulturen sind wichtig."

Buscaino und drei weitere Ratsmitglieder hatten versucht, einen Feiertag für indigene Völker auf den 9. August zu legen, jenen Tag, den auch die Vereinten Nationen als Tag der indigenen Völker anerkennen. Allerdings hat der Rat die Maßnahme am Mittwoch mit 11 zu 4 Stimmen abgelehnt.

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Der Rat hat außerdem den "Tag des italienisch-US-amerikanischen Erbes" eingeführt und diesen auf den 12. Oktober gelegt.

Der 12. August des Jahres 1492 gilt Historikern als Ankunftstag von Kolumbus in Amerika. Der neue italienisch-amerikanische Festtag wird jedoch nicht als bezahlter Feiertag anerkannt.

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Die Abstimmung folgte einer Anhörung, in der die Ratsmitglieder Argumente aus einem mit Aktivisten und Demonstranten gefüllten Raum dargelegt bekamen.

Chrissie Castro, die stellvertretende Vorsitzende der Kommission für indigene Amerikaner der Stadt Los Angeles, sagte der L.A. Times zufolge, der Stadtrat sei in der Pflicht,

einen staatlich geförderten Feiertag des Völkermordes an den indigenen Völker abzuschaffen. […] Uns dazu zu zwingen, an jedem anderen Tag zu feiern, wäre eine weitere Ungerechtigkeit.

Patrick Korten, Vorstandsmitglied der National Christopher Columbus Association, sagte hingegen zu KTTV, dass der Stadtrat "einen riesigen Fehler" begeht, indem er Kolumbus für den Völkermord an der indigenen Bevölkerung Amerikas verantwortlich mache.

Er trägt keine Verantwortung dafür und in der Tat: Wenn Sie das geringste Bisschen Geschichte über den Mann kennen, seine Tagebücher lesen und sich darüber informieren, was über ihn nach den Jahren der Entdeckung gesagt wurde, wird klar, dass Kolumbus persönlich große Zuneigung für die Ureinwohner, denen er begegnete, empfand. Er ging ihnen aus dem Weg und gegenüber seinen Männern ordnete er an, sie nicht in irgendeiner Weise zu misshandeln.

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Los Angeles hat sich mit seinem Schritt San Francisco und Seattle angeschlossen, die den Feiertag in den vergangenen Jahren ebenfalls durch den Tag der indigenen Völker ersetzt haben.

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Die Maßnahme wurde verabschiedet, nachdem mehrere Statuen des Forschers aus dem 15. Jahrhundert in den letzten Wochen zerstört worden waren. Am Mittwoch hatten Unbekannte eine Statue von Kolumbus in einem Park in New York City enthauptet.

New York Citys Bürgermeister Bill De Blasio erwägt nun ebenfalls die Beseitigung einer Wahrzeichenstatue des Entdeckers, die seit 1892 im Columbus Circle gestanden hatte. Die Statue wurde zum Gedenken an den 400. Jahrestag der Landung des Entdeckers in Amerika aufgestellt.

Nach Widerständen vonseiten der Gemeinde in Bezug auf seine Pläne, die Statue von Columbus zu entfernen, sagte De Blasio, er will es in Betracht ziehen, eine Plakette an der Statue anzubringen, die eine Erklärung über die historische Figur anbieten würde.