Zwei Explosionen in der Arkema Chemie-Fabrik in Houston nach Tropensturm Harvey

Zwei Explosionen in der Arkema Chemie-Fabrik in Houston nach Tropensturm Harvey
Warnungen, dass zwei Chemiefabriken Schaden durch das Hochwasser nehmen könnten, gab es schon einen Tag zuvor. Nun ereigneten sich um 2 Uhr Nachts zwei Explosionen. Schwarzer Rauch steigt aus der Fabrik auf. Es ist unklar, ob alle Anwohner der Evakuierungsanordnung Folge leisteten.

Der Betreiber Arkema schrieb in einer Erklärung: 

Gegen zwei Uhr in der Früh wurden wir vom Harris County Notfallzentrum über zwei Explosionen informiert, schwarzer Rauch stieg von der Arkema Fabrik in Crosby, Texas auf. 

Die Fabrik habe die notwendigen Schritte im Zuge des Tropensturms unternommen, die Katastrophe konnte aber nicht verhindert werden. "Das Beste sei, dass das Feuer sich selbst ausbrennt", heißt es in der Erklärung des Fabrikbetreibers. Am späten Mittwoch hatte ein Sprecher der Fabrik mitgeteilt, dass es unweigerlich zu einem Feuerausbruch kommen wird: 

Ein Feuer wird eintreten. Es wird wie ein Benzin-Feuer sein. Es wird explosiv sein und sehr intensiv... mit ansteigender Temperatur, wird sich der natürliche Zustand der Materialien zersetzen. 

Um der Situation Herr zu werden, arbeitet die Firma nun mit den Behörden zusammen. 

Die Sprecherin der Feuerwehr in der Region Rachel Moreno gab an, dass es bisher unklar sei, ob die Anwohner den Anordnungen der Evakuierung Folge geleistet haben. Es lägen nicht bestätigte Berichte darüber vor, dass sich mindestens noch eine Person in der Evakuierungszone aufhält. Ein Polizist wurde nach Inhalierung der freigesetzten Schadstoffe ins Krankenhaus gebracht. 

"Die in der Fabrik genutzten Chemikalien haben sich erhitzt, nachdem die Stromversorgung zur Kühlung der Anlage ausgefallen war", sagte der Geschäftsführer des französischen Petrochemie-Konzerns Arkema am Mittwochabend (Ortszeit). Nach dem starken Regen stehe die Fabrik knapp zwei Meter unter Wasser.

Texas: Luftaufnahmen aus Houston zeigen historisches Ausmaß der Katastrophe nach Hurrikan Harvey:

Anwohner im Umkreis von zwei Kilometern sind nach Angaben der örtlichen Behörden in Sicherheit gebracht worden. Arkema stellt in dem 40 Kilometer nordöstlich von Houston gelegenen Ort Crosby organische Peroxide her, die bei niedrigen Temperaturen gelagert werden müssen. Inzwischen hat Harvey den Staat Louisiana erreicht. Das US-Hurrikan-Zentrum stufte den Sturm in der Nacht zum Donnerstag aber zu einem tropischen Tiefdruckgebiet herab.

Durch den Tropensturm kamen mindestens 33 Menschen ums Leben. Auch für die nächsten drei Tage wird weiter schwerer Regenfall erwartet. Am diesem Tag wollen Feuerwehrleute Überlebende, die in ihren Häusern eingeschlossen sind, retten. 

Das Hochwasser in Texas offenbart auch den Hass in der Gesellschaft:

(rt deutsch/dpa)