Medienbericht: Trump wollte Hochhaus in Moskau bauen, als er für das US-Präsidentenamt kandidierte

Medienbericht: Trump wollte Hochhaus in Moskau bauen, als er für das US-Präsidentenamt kandidierte
Polizisten bewachen den Eingang zum Trump Tower in New York, der inzwischen als eine Art zweiter Regierungssitz fungiert.
Die Russland-Verbindungen des US-Präsidenten stehen erneut im Medienfokus. Laut einem Bericht der Washington Post plante Donald Trumps Firma, in Moskau einen Trump Tower zu errichten – noch, nachdem sich Trump um das Amt als US-Präsident beworben hatte.

Die angeblichen Russland-Verbindungen des US-Präsidenten Donald Trump beherrschen wie kaum ein anderes Thema die Berichterstattung der Medien in den Vereinigten Staaten. Am Sonntag fügte die Washington Post der Geschichte ein weiteres Kapitel hinzu.

Die Zeitung konnte Einsicht nehmen in die E-Mail-Korrespondenz von Trumps Anwalt Michael Cohen und dem russischen Bauunternehmer Felix Sater. Zudem beruft sie sich auf die Aussagen von Zeugen, die mit dem Vorgang befasst waren.

Demnach hatte Trump noch während des Präsidentschaftswahlkampfes den Plan verfolgt, über seine Immobilienfirma in Moskau einen Trump Tower zu errichten. Ein solcher steht bereits seit 1983 in New York. Schon lange verfolgte der Milliardär den Plan, ein zweites, nach ihm benanntes Hochhaus in der russischen Hauptstadt zu errichten. Alle bisherigen Versuche scheiterten jedoch.

Fehlende Investitionsgenehmigungen vereitelten den Bau

Ende 2015 soll Sater dann dem Immobilienhändler das Angebot unterbreitet haben, in Moskau ein Hochhaus zu bauen. Eine entsprechende Absichtserklärung hinsichtlich der Lizensierung der "Marke Trump" sei bereits unter Dach und Fach gewesen. Das Projekt sei aber wegen fehlender Investitionsgenehmigungen schließlich gescheitert.

Laut der Washington Post habe Sater dabei angeboten, ein Treffen zwischen Trump und Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu arrangieren. Der Unternehmer prahlte damit, er könne Putin dazu veranlassen, "großartige Dinge" über Trump zu sagen. Zu dem Treffen ist es jedoch nie gekommen.

Dennoch beweisen die Details des Geschäftsabschlusses, dass Trumps Firma aktiv bedeutende geschäftliche Interessen in Russland verfolgt hat, während Trump seinen Wahlkampf um das Amt des Präsidenten führte – das ihn in die Position versetzt, die amerikanisch-russischen Beziehungen zu bestimmen", so die Washington Post.

Sind unverbindliche Vorgespräche schon eine "Geschäftsbeziehung"?

Die Zeitung kündigte an, die E-Mails dem Kongressausschuss zu übermitteln, der die Russland-Verbindungen des Präsidenten untersucht. Diese deuteten darauf hin, dass es "weitere Kontakte zwischen Leuten mit Verbindungen zu Russland und Geschäftspartnern von Trump während seiner Präsidentschaftskampagne gegeben hat".

Einen Monat nach seinem Amtsantritt als US-Präsident hatte Trump erklärt:

Ich habe mit Russland nichts zu tun. Ich habe das schon einmal gesagt: Ich habe keine Geschäftsbeziehungen dort, ich schulde denen kein Geld, ich habe nichts mit Russland zu tun.

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