Ex-CIA-Mitarbeiterin will für 1 Milliarde Dollar Twitter aufkaufen und Trump von dort verbannen

Ex-CIA-Mitarbeiterin will für 1 Milliarde Dollar Twitter aufkaufen und Trump von dort verbannen
Konfrontative Rhetorik gegenüber Russland aus dem Establishment beunruhigt liberale Trump-Gegner offenbar ungleich weniger als die Tweets des US-Präsidenten über Nordkorea.
Weder Appelle an diplomatische Gepflogenheiten noch das Zureden seiner Berater können US-Präsident Donald Trump davon abhalten, sich auf Twitter seine eigene Gegenöffentlichkeit zu schaffen. Eine ehemalige CIA-Mitarbeiterin ist darob nicht erbaut.

Die Twitter-Eskapaden des US-Präsidenten Donald Trump lösen immer wieder heftige Debatten aus. Die Betreiber der Plattform weisen Vorwürfe radikaler Trump-Gegner zurück, wonach der Präsident gegen die Twitter-Richtlinien verstoße, die Anstachelung zur Gewalt oder Belästigungen verbieten. 

Die ehemalige CIA-Mitarbeiterin und Buchautorin Valerie Plame Wilson fühlt sich dennoch berufen, Trumps Alleingängen auf Twitter Einhalt zu gebieten. Da das Unternehmen selbst nichts in der Sache unternehmen will, rief sie nun ein recht ambitioniertes Projekt ins Leben: Wilson startete eine Spendenkampagne mit dem Ziel, eine Milliarde US-Dollar einzutreiben.

Donald Trump (Iowa, 28. September 2016) neben Xi Jinping (Shanghai, 21. Mai 2014)

Die Summe würde beim gegenwärtigen Aktienkurs ausreichen, um eine Anteilsmehrheit an dem Unternehmen zu erlangen. Kommt diese zustande, soll der US-Präsident anschließend von der Plattform verbannt werden.

Auf der Webseite der Spendenkampagne heißt es zur Begründung:

Donald Trump hat viele schreckliche Dinge auf Twitter gemacht. Von der Ermutigung weißer Rassisten bis hin zur Anstachelung von Gewalt gegenüber Journalisten. Seine Tweets schaden dem Land und gefährden Menschen. Nordkorea mit einem Atomkrieg zu drohen, stellt jedoch eine neue und gefährliche Qualität dar.

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Die Gefahr eines Atomkriegs sei derzeit unter Trump noch größer als während der Kuba-Krise von 1962. Wilsons Initiative schreibt:

Es gibt eine reale Gefahr, dass Trumps Tweets einen Atomkrieg auslösen könnten. Lasst uns seinen Account löschen, bevor das geschieht.

Wenn die Verantwortlichen von Twitter nicht reagieren, dann "liegt es an uns", schrieb Wilson in einem Tweet.

Sollte das Geld zum Erwerb einer Aktienmehrheit nicht zusammenkommen, will die Kampagne einen "signifikanten Anteil" an Twitter-Wertpapieren erwerben, um auf der jährlichen Aktionärsversammlung für ihre Anti-Trump-Initiative zu werben. Sollte die Kampagne auch dieses Ziel verfehlen, will sie die eingeworbenen Gelder für gemeinnützige Zwecke spenden.

Das Gleiche gelte auch im Fall von Mehreinnahmen. Beim gegenwärtigen Tempo dürfte das anvisierte Ziel allerdings erst erreicht sein, wenn Trump nicht mehr US-Präsident ist: Innerhalb von fünf Tagen gingen bislang erst 3.000 US-Dollar an Spenden ein.   

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