Nach Treffen mit Assange: US-Kongressabgeordneter will Trump persönlich informieren

Nach Treffen mit Assange: US-Kongressabgeordneter will Trump persönlich informieren
Für die Republikaner sitzt Dana Rohrabacher im US-Kongress. Als erster Abgeordneter traf er sich am Dienstag mit WikiLeaks-Gründer Julian Assange in London.
Mit Dana Rohrabacher sprach erstmals ein US-Kongressabgeordneter mit Julian Assange. Dabei versicherte der WikiLeaks-Gründer, Russland habe nichts mit der Veröffentlichung von E-Mails der Demokraten zu tun. Rohrabacher will nun Präsident Trump informieren.

Erstmals besuchte ein US-Kongressabgeordneter den in der ecuadorianischen Botschaft ausharrenden WikiLeaks-Gründer Julian Assange. Bei dem dreistündigen Treffen am Dienstag sprach Assange mit dem Republikaner Dana Rohrabacher (Kalifornien) auch über die Vorwürfe, Russland habe sich vergangenes Jahr in die US-Präsidentschaftswahlen eingemischt.

Dabei beteuerte Assange erneut, dass die geleakten E-Mails der Demokraten nicht auf einen Hackerangriff zurückgehen, sondern auf einen Whistleblower aus den eigenen Reihen der Partei.

US-Geheimdienste bezichtigen hingegen Moskau, durch einen Hackerangriff an die E-Mails gelangt zu sein und diese dann an die Enthüllungsplattform weitergeben zu haben. Beweise dafür konnten sie jedoch nicht vorlegen. Eine kriminaltechnische Analyse spricht für die Darstellung des WikiLeaks-Gründers. Darauf hatte auch Rohrabacher zu Monatsbeginn in einem Eintrag auf seiner Webseite hingewiesen. Über sein Treffen mit Assange hatte erstmals der Daily Caller berichtet.

Das Gespräch habe ein "breites Spektrum an Themen" umfasst, erklärte Rohrabacher nach der Zusammenkunft. Hinsichtlich der E-Mail-Affäre sagte der Kongressabgeordnete, Assange habe ihm "nachdrücklich versichert, dass die Russen nicht an einem Hack oder der Veröffentlichung der E-Mails beteiligt waren".

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Rohrabacher will Trump in einem privaten Gespräch informieren

Assange sei bereit, über relevante Informationen zu sprechen, die der Öffentlichkeit bislang nicht bekannt seien. Rohrabacher kündigte an, dass er US-Präsident Donald Trump in einem persönlichen Gespräch über die Details der Unterredung mit Assange in Kenntnis setzen will. 

Wir sind mit der Absicht auseinandergegangen, in naher Zukunft tiefer in die Details zu gehen. Der Rest der Botschaft ist direkt für den Präsidenten bestimmt, und ich hoffe, sie ihm übermitteln zu können, wenn mehr Details hereinkommen.

Laut dem 70-jährigen machte Assange keinen kränklichen Eindruck.

Im Gegensatz zu dem, was Fake-News-Medien behaupten, schien Assange bei guter Gesundheit zu sein und fühlt sich weiterhin seinen Prinzipien verpflichtet.

Assange will Sitz für WikiLeaks im Pressekorps

Assange habe in einem "leidenschaftlichen" Plädoyer dargelegt, warum WikiLeaks mit dem Aufgreifen kontroverser, aber notwendiger Themen für die Öffentlichkeit so wichtig sei. Assange hoffe, dass "WikiLeaks einen Sitz im Pressekorps des Weißen Hauses bekommt".

Als ehemaliger Nachrichtenmann kann ich selbst keinen Grund erkennen, warum die Plattform nicht an den offiziellen Pressekonferenzen teilnehmen sollte", so der Republikaner.

Julian Assange hatte im Juni 2012 Zuflucht in der Botschaft Ecuadors gesucht und einen Antrag auf Asyl gestellt. Dieser wurde ihm zwei Monate später genehmigt. Seitdem lebt der 46-Jährige in der Botschaft. Beim Verlassen der diplomatischen Vertretung droht ihm eine Festnahme durch die britische Polizei. Der WikiLeaks-Gründer fürchtet, er könnte an die USA ausgeliefert werden.

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