Abwasser der US-amerikanischen Fleischindustrie lässt im Golf von Mexiko Todeszone entstehen

Abwasser der US-amerikanischen Fleischindustrie lässt im Golf von Mexiko Todeszone entstehen
Dorfbewohner sammeln tote Fische nachdem ein Leck in einer Fleischfabrik das Wasser verseuchte, Acatlan de Juarez, Mexiko, 1. Juli 2013.
Die Fleischindustrie der USA überdüngt den Golf von Mexiko und lässt eine lebensfeindliche Zone entstehen, die bereits 23.000 Quadratkilometer umfasst. Kein anderes verschmutztes Gewässer hat es zu einer solchen Größe geschafft.

Rund 23.000 Quadratkilometer sind durch die amerikanische Fleischindustrie verseucht worden. Ursprünglich wollte die Industrie, nach Vorgaben der amerikanischen Behörden, nur 5.000 Quadratkilometer verseuchen.

Dieses Ziel aber konnte nicht eingehalten werden, der Fleischbedarf in den USA wächst stetig. Es handelt sich hierbei aber nicht um ein lokales Problem. Weltweit entstehen immer mehr solcher lebensfeindlichen Räume im Meer. Der Sauerstoff im Wasser geht verloren und lässt die Natur buchstäblich ersticken. 

Dung und Mastprodukte fließen in das Wasser und lassen Algen entstehen, die Meerestieren und Pflanzen den Sauerstoff nehmen. Die Umweltschutzorganisation "Mighty " veröffentlichte einen neuen Bericht, welchem zu Folge "Tyson Foods", der größte Fleischproduzent der USA, auch die meisten Schäden in der Natur hinterläßt. Tyson Foods ist auch Zulieferer von McDonalds. Die Kampagnen-Direktorin von "Mighty", Lucia von Reusner: 

Amerikaner sollten nicht zwischen der Lebensmittelproduktion und sauberen, gesunden Gewässern wählen müssen. Große Fleischproduzenten, wie Tyson, haben einen Pfad der Verschmutzung quer durch das Land hinterlassen und stehen gegenüber ihren Kunden in der Verantwortung diese auch zu beseitigen.  

Im Jahr 2015 ergab ein Bericht der Organisation, dass  Millionen Amerikaner unter hohem Nitratgehalt in ihrem Trinkwasser leiden. Der Ursprung der Todeszone im Golf von Mexiko liegt im Mississippifluss. Düngemittel, die der Futterherstellung für die Mast der Fleischproduktion dienen, bahnen sich hier ihren Weg in das offene Gewässer. 

Eine Frau läuft über eine Mülldeponie in der nigerianischen Metropole Lagos.

Robert Diaz vom Virginia Institut für Meeresbiologie und Rutger Rosenberg von der Universität Göteborg, erläutern in ihrer Studie den Trend. Seit dem Jahr 1995 erhöhte sich die Zahl der unbelebten Regionen im Meer um ein Drittel. Alle kritischen Regionen zusammengerechnet, entsprechen die lebensfeindlichen Räume der Größe Neuseelands. Die Fischerei wird durch die verringerte Zahl an Fischleichgründen nahe den Küsten beeinträchtigt. Allein die Bildung von Algen, Quallen und Mikroben wird hier gefördert. Im vergangenen Jahr mussten Strände in Florida für Besucher geschlossen werden, nachdem sich dort stinkende Algen ausbreiteten. 

Die Zone im Golf von Mexiko allerdings setzt einen neuen Rekord. Die Firma Tyson in Arkansas schlachtet wöchentlich 35 Millionen Hühner und 125.000 Rinder. Dafür werden 55 Millionen Tonnen Dünger pro Jahr benötigt.