Trump teilt gegen Justizminister Sessions aus, bezeichnet dessen Verhalten als „extrem unfair“

Trump teilt gegen Justizminister Sessions aus, bezeichnet dessen Verhalten als „extrem unfair“
US-Präsident Donald Trump
Der amerikanische Präsident hat in einem ausführlichen Interview mit der New York Times gegen seinen Justizminister Jeff Sessions gewettert. Er warf ihm vor, ihn nicht rechtzeitig über einen bestehenden Interessenkonflikt aufgeklärt zu haben. Daneben ging Trump auch mit dem abgesetzten FBI-Direktor James Comey hart ins Gericht und warf ihm Befangenheit vor.

Trump kritisierte die Entscheidung Sessions, der sich mit Beginn der Ermittlungen zu Russland von seinem Posten zurückgezogen hatte. Dieser Schritt sei „ihm [dem Präsidenten] gegenüber, sehr unfair gewesen“. Die New York Times führte mit Trump ein 50-minütiges Interview, welches am Mittwoch veröffentlicht wurde:

Sessions hätte sich niemals wegen Befangenheit zurückziehen sollen, und wenn er sich zurückziehen wollte, hätte er es mir sagen sollen, bevor er den Job angenommen hat. Dann hätte ich jemand anderen ausgewählt", schimpft der Präsident über das Verhalten Sessions.

Trump missfiel auch, dass Sessions vor dem Senat unter Eid aussagte und beteuerte, sich während des Wahlkampfes nie mit "irgendwelchen Russen" getroffen zu haben. Anschließend wurde publik, dass er sich mit dem russischen Botschafter der USA, Sergey Kislyak, getroffen hatte.

Trump stellt im Interview auch den entlassenen FBI Direktor James Comey an den Pranger. Trump behauptet, dass Comey ihn zwei Wochen vor seiner Amtseinführung mit einem Bericht konfrontierte. Dieser beinhaltete laut Trump wüste Behauptungen gegen ihn:

Das ist ausgedachter Müll, so der US-Präsident.

Trump sagte, dass der Inhalt des Berichts für ihn haltlos war, Comey das kompromittierende Material jedoch gegen ihn verwenden wollte. Als schließlich die Ermittlungen gegen Trump wegen der Russland-Affäre losgingen, sah Trump bei Comey einen Interessenkonflikt und entließ ihn im Mai überraschend.

Ein weiteres Gesprächsthema war die Rolle des Sonderermittlers Robert Mueller. Trump äußert Unverständnis dafür, dass Mueller bei ihm als Bewerber für den Posten des FBI Chefs abgewiesen wurde und schließlich zum Sonderermittler ernannt wurde. Mueller soll herausfinden, ob Trump während des Wahlkamps von Russland Material zugesteckt wurde, welches Hillary Clinton belasten sollte. Die Untersuchungen standen jüngst wieder im Fokus der Öffentlichkeit nachdem herauskam, dass es zu einem Treffen zwischen Trumps Sohn und der russischen Anwältin Natalija Wesselnizkaja gekommen war. Bei dem Treffen bot Wesselnizkaja Trump Jr. angeblich im Auftrag der russischen Regierung geheime Dokumente über Hillary Clinton.

Der New York Times erzählte Trump auch, dass es bei einem weiteren Treffen zwischen Trump und Putin während des G20 Gipfels vornehmlich um „Nettigkeiten“ gegangen sei. In den Medien wurde zuvor über den Inhalt des geheimen Treffens spekuliert.

Auszüge des Originalinterviews finden sie hier.