US-Studie: Rechtsextremisten verüben doppelt so viele Anschläge wie Islamisten

US-Studie: Rechtsextremisten verüben doppelt so viele Anschläge wie Islamisten
In den USA werden doppelt so viele Anschläge von Rechtsextremisten verübt wie von Islamisten. Rechte Terrorakte endet zudem häufiger tödlich.
Laut einer aktuellen Studie werden in den USA fast doppelt so viele Anschläge von Rechtsextremisten verübt wie von Islamisten. Der rechte Terror ist zudem häufiger mit tödlichen Konsequenzen verbunden. Islamistische Anschläge konnten oft verhindert werden - da sie von Behörden eingefädelt wurden.

Wie eine aktuelle Studie des Nation Institute in Kooperation mit dem Center for Investigative Reporting aufzeigt, sind Rechtsextremisten in den USA für beinah doppelt so viele Attentate verantwortlich wie Islamisten. Die Studie bezieht sich auf den Zeitraum zwischen Anfang 2008 und Ende 2016 und beschäftigt sich mit dem Phänomen des „Homegrown Terrorism“, also mit Terrorakten, die von Menschen begangen wurden, die in den USA aufgewachsen sind.

In dieser Zeitspanne wurden 63 Vorfälle mit einem islamistischen Hintergrund gezählt, wovon gut Dreiviertel im Vorfeld durch die Behörden vereitelt werden konnten. In 115 Fällen hatten die Täter einen rechtsextremen Hintergrund – bei einem Drittel konnten die Behörden die Ausführung der Anschlagspläne verhindern. Der rechte Terror endet häufiger tödlich: In beinah jedem dritten Fall sind Tote zu beklagen, während islamistisch motivierte Anschläge in 13 Prozent der Fälle tödlich enden.

In Kassel erinnerten im April Teilnehmer der Demonstration

Dennoch wurden insgesamt mehr Menschen durch islamistischen Terror getötet als durch rechte Attentate: Bei islamistischen Anschlägen kamen in dem Zeitraum 90 Menschen ums Leben, bei rechten Terrorakten waren 79 Tote zu beklagen. Die Diskrepanz ist laut der Studie auf den Amoklauf von Fort Hood im Jahr 2009 zurückzuführen, bei dem der Täter allein 13 Menschen erschoss.  

Terror von links führte zu sieben Todesopfern bei insgesamt 19 Vorfällen – hauptsächlich im Zusammenhang mit Tierrechten und Umweltschutz. Die Erschießung des republikanischen Kongressabgeordneten Steve Scalise im Juni sei eine „Anomalie“ im Bereich des linken Terrors. 

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Behörden in viele Anschlagspläne involviert

Die hohe Erfolgsquote bei der Verhinderung islamistischer Anschläge dürfte dem hohen Anteil von sogenannten „Sting-Operationen“ geschuldet sein. Diese werden von den Sicherheitsbehörden über Mittelsmänner eingefädelt, die Terrorverdächtige zu kriminellen Akten animieren und diese festnehmen, bevor es zur Ausführung der Taten kommt. Die ausufernde Praxis der „Sting-Operationen“ im Bereich des islamistischen Terrors führte in der Vergangenheit immer wieder zu Kritik. In Bereich des rechten beziehungsweise linken Terrors liegt der Anteil solcher Operationen bei 12 respektive 10,5 Prozent.