Sarah Palin verklagt die New York Times wegen Diffamierung

Sarah Palin verklagt die New York Times wegen Diffamierung
Die ehemalige Gouverneurin von Alaska Sarah Palin bei einer Ansprache in Iowa, USA, 24. Januar 2015.
Sarah Palin reichte Klage gegen die New York Times ein. Die Republikanerin fühlt sich aufgrund eines Artikels diffamiert, der eine Verbindung zwischen einem Attentat in Arizona und ihrem Action-Komitee herstellte. Palin fordert eine Entschädigung von 75.000 US-Dollar.

Sechs Menschen wurden im Januar 2011 in Tuscon, Arizona, von einem Attentäter getötet, 13 weitere Personen zum Teil schwer verletzt. Unter den Opfern befand sich eine demokratische Kongressabgeordnete und ein Bundesrichter. Der Artikel der New York Times erschien am 14. Juni 2017. An diesem Tag wurde der Kongressmann Steve Scalise bei dem Besuch eines Baseballtrainings angeschossen. Der Artikel der New York Times konzentrierte sich auf politisch motivierte Angriffe. Am folgenden Tag veröffentlichte die Zeitung eine Korrektur, aber diese ging der ehemaligen republikanischen Kandidatin für das Amt der Vizepräsidentin nicht weit genug. Sie fordert nun 75.000 US-Dollar Entschädigung. 

US-Kongressabgeordneter angeschossen

Dem Attentat von Tucson eilte der Ausruf Sarah Palins voraus: 

Zieht euch nicht zurück, ladet nach. Und dies ist kein Aufruf zur Gewalt!

Ein Auszug des New York Times Artikels: 

Am 8. Januar 2011 eröffnete Jared Lee Loughner das Feuer auf einem Supermarktparkplatz. Er tötete dabei sechs Menschen, darunter ein neunjähriges Mädchen, und verletzte die Repräsentantin Gabby Gifford schwer. Zu dieser Zeit übten wir und andere Kritik gegenüber der erhitzten politischen Rhetorik von rechts. Vor dem Attentat veröffentlichte Sarah Palins politisches Aktionskomitee eine Karte mit Wahldistrikten, die unter stilisierten Fadenkreuzen als Zielorte gekennzeichnet waren. Auch der Distrikt von Frau Giffords sowie 19 anderen Demokraten wurde so markiert.  

Das Fadenkreuz wurde zum Element von Sarah Palins Kampagne, mit welcher das politische Aktionskomitee "SarahPac" Werbung betrieb. Die New York Times war nicht das einzige Medium, welches eine Verbindung zwischen Palins Werbestrategie und dem Attentat zog. Auch auf Facebook fragten sich viele Nutzer nach dem Attentat von Tucson, inwieweit die Kampf-Rethorik Sarah Palins mitverantwortlich war, wie die Facebook-Direktorin Randi Zuckerberg mitteilte. 

Eine Sprecherin der "SarahPac-Kampagne" sagte damals: 

Wir hätten nie gedacht, dass es irgendjemand als Aufruf zur Gewalt ansehen würde.