USA: Auf Flughäfen werden nun auch Bücher und Druckschriften kontrolliert

USA: Auf Flughäfen werden nun auch Bücher und Druckschriften kontrolliert
Nun auch noch Bücher...
In den USA hat die Transportsicherheitsbehörde (TSA) die Kontrollmaßnahmen massiv verstärkt. Sie ist verantwortlich für die "Wahrung der Sicherheit" auf Flughäfen. In zwei Pilotprojekten werden neue Computertomografen getestet. Im Fokus stehen insbesondere Bücher.

Die TSA setzt aktuell neue Kontrollmaßnahmen in zwei Pilotprojekten um. An den Standorten Kansas City im Bundesstaat Missouri sowie im kalifornischen Sacramento testet die Einrichtung neueComputertomografen und Regelungen für die Kontrolle des Handgepäcks an den dortigen Flughäfen.

Die Maßnahmen sehen unter anderem vor, dass die Fluggäste alle Bücher und sonstige Formen von gedruckten Materialen, die sie im Handgepäck mit sich führen, bei der Kontrolle in einen extra Korb legen.

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Luftsicherheitskontrollkräfte haben dann die Möglichkeit, diese zu durchblättern, um sicher zu gehen, dass nichts zwischen den Seiten versteckt wurde. Laut der TSA wird dabei nicht auf den Inhalt der Bücher geachtet.

In sozialen Medien gaben zahlreiche Reisende ihren Unmut kund und beklagten sich über die Verletzung ihrer Privatsphäre:

Meine Handtasche wurde von der TSA kontrolliert, weil ich zu viele Bücher darin trug", beschwerte sich ein Fluggast.

Ein anderer Passagier schrieb:

Nun, dass ist das erste Mal, dass die TSA mich aufforderte, neben meinem Laptop auch meine Bücher auf das Kontrollband zu legen.

Julie Sze, eine Professorin an der University of California, erklärte gegenüber der Lokalzeitung Sacramento Bee nach dem Durchlaufen der neuen Sicherheitsmaßnahme am Flughafen:

Es fühlt sich wie eine vorsätzliche Beleidigung an. Bücher, Magazine und Essen sind meine meistgeschätzten Sachen. Diese offenzulegen ist noch mal ein ganz neues Niveau.

Symbolbild

Gegenüber dem Wall Street Journal erläuterte ein TSA-Mitarbeiter bereits im Mai 2017, dass Bücher oft andere Gegenstände verdecken und damit das Durchleuchten von Handgepäck signifikant erschweren. Dasselbe gälte für Lebensmittel, die oft Fehlalarme auslösen, da beispielsweise Schokolade auf den Kontrollbildschirmen wie Sprengstoff aussieht.

Laut dem Chef des Heimatschutzministeriums, John Kelly, sollen die neuen Kontrollmaßnahmen bald landesweit eingeführt werden. Kritik kommt auch von der Bürgerrechtsorganisation ACLU. Die Organisation verweist darauf, dass bereits Reisende wegen "verdächtiger" Literatur festgenommen und verhört worden seien. Verwiesen wird auf den konkreten Fall, in dem ein Passagier ein Buch mit sich führte, welches die US-Außenpolitik kritisierte. 

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