Rex Tillerson: "Verbündete fordern bessere Beziehungen zu Russland"

Rex Tillerson: "Verbündete fordern bessere Beziehungen zu Russland"
US-Außenminister Rex Tillerson mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow im Februar dieses Jahres in Moskau.
Der US-Außenminister hat zugegeben, dass die US-Verbündeten sich bessere Beziehungen zwischen den USA und Russland wünschen. Zuvor hatte der US-Senat neue Sanktionen gegen Russland vereinbart. Diese könnten Tillerson zufolge das Verhältnis ohne Not trüben.

Alle Verbündeten und Partner der Vereinigten Staaten fordern Washington auf, seine Beziehungen mit Russland zu verbessern. Dies erklärte der US-amerikanische Außenminister Rex Tillerson während einer Anhörung im Senat. Kurz zuvor hatten Demokraten und Republikaner beschlossen, die gegen Russland gerichteten Sanktionen zu verschärfen.

Ich habe noch kein Vier-Augen-Gespräch, keine zwanglose Unterhaltung mit auch nur einem Kollegen in irgendeinem Land geführt, in Europa, im Nahen Osten, sogar in Südostasien, der mir nicht gesagt hätte: Bitte, kümmern Sie sich um Ihre Beziehungen zu Russland, sie müssen verbessert werden", sagte Tillerson vor einem Senatsausschuss.

Die Länder, die Washington zu einer Verbesserung des Verhältnisses zu Moskau drängen, seien davon überzeugt, dass verschlechterte Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland letztendlich auch für sie selbst schädlich seien, so Tillerson.

Leute haben mich gebeten, die Situation anzugehen und zu verbessern, also das jedenfalls war unser Ansatz.

Zuvor hatte Tillerson gewarnt, dass der von beiden Kongressparteien getragene Beschluss zu den neuen antirussischen Sanktionen die Beziehungen mit dem Land weiter verschlechtern könnten. Zudem würden sie den Fortschritt, den beide Staaten hinsichtlich der Kooperation im Kampf gegen den Terrorismus in Syrien erzielt haben, bedrohen.

Tillerson: "Ich würde die Gesprächskanäle nicht schließen wollen"

Obwohl sich das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Russland "auf einem historischen Tiefstand" befindet, so Tillerson, sei das Ziel, es zu stabilisieren und zu verhindern, dass es sich weiter verschlechtert.

Washington sei dem US-amerikanischen Außenminister zufolge mit Moskau "engagiert" und arbeite "auf einigen Gebieten" mit Russland zusammen, unter anderem mit Blick auf Fragen von internationaler Bedeutung, etwa in der Ukraine-Krise und bezüglich des Syrien-Kriegs.

Eigentlich kaum vorstellbar: eine Predator-Drohne über Hamburg (Fotomontage)

Wir haben einige Kanäle [zur russischen Regierung], die offen sind, wo wir anfangen, miteinander zu sprechen, und ich glaube, was ich nicht tun wollen würde, ist, diese Kanäle zu schließen", sagte Tillerson dem Senatsausschuss. Es würde einige Zeit dauern, um "etwas Neues" zu etablieren.

Gemeinsame Anstrengungen, die Terrormiliz IS im Nahen Osten zu bekämpfen, standen an der Spitze der Tagesordnung des jüngsten Moskau-Besuches von Tillerson. Sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow besprach dieses Thema auch während seines Treffens mit US-Präsident Trump im Weißen Haus.

Pentagon-Beamten zufolge unterhalten russische und US-amerikanische Militärs derweil mehrere Kommunikationskanäle, um ungewollte Zusammenstöße zwischen den Streitkräften beider Staaten in Syrien zu verhindern.

"Russische Einflussnahme" als Vorwand für Sanktionen

Von einem demokratischen Senator auf die neuen Sanktionen angesprochen, antwortete Tillerson, dass er "Flexibilität" in den Beziehungen mit dem Kreml bevorzugen würde. Er fügte hinzu, dass er bereits Diskussionen zu diesem Thema mit Senatsmitgliedern geführt habe, "die nach einer Untersuchung verlangt hatten".

Die Vertreter der Demokraten und Republikaner im US-Senat hatten am Dienstag neue Sanktionen gegen Russland vereinbart. Als Begründung für die neuen Maßnahmen dienen die angebliche russische Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahlen im letzten Jahr sowie die Konflikte in der Ukraine und in Syrien.

Die russische Regierung wies stets alle Vorwürfe zurück. Berichten zufolge soll die endgültige Abstimmung im US-Senat am Donnerstag stattfinden.

ForumVostok
MAKS 2017