US-Außenminister Tillerson zum Klimaabkommens-Rückzug: "Es war eine politische Entscheidung"

US-Außenminister Tillerson zum Klimaabkommens-Rückzug: "Es war eine politische Entscheidung"
Kanadische Bürger protestieren gegen den Klimawandel, April 2017.
Mit dem Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen hat US-Präsident Trump eine Kehrtwende in der US-Klimaschutzpolitik signalisiert. Andere Staaten reagierten empört. Nun versucht sein Außenminister, die Entscheidung zu relativieren.

Nach dem angekündigten Rückzug der USA aus dem Klimaabkommen von Paris hat US-Außenminister Rex Tillerson den Schritt relativiert. "Es war eine politische Entscheidung und es ist wichtig, dass alle anerkennen, dass die Vereinigten Staaten eine großartige Bilanz bei der Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen vorweisen", sagte er am Freitag.

Es ist etwas, auf das wir, glaube ich, stolz sein können," sagte der US-Minister.

Er gehe nicht davon aus, dass die Bemühungen in Zukunft zurückgefahren werden.

Michael Bloomberg hält eine Rede während des

Präsident Donald Trump hatte den Ausstieg am Donnerstag verkündet und dies damit begründet, US-amerikanische Interessen an die erste Stelle setzen zu wollen. In seiner Rede erwähnte er das Wort Klimawandel kein einziges Mal. Einige Kommentatoren nahmen dies zum Anlass, zu fragen, ob der Republikaner an das Konzept von globaler Erwärmung glaubt. In der Vergangenheit hatte er die Existenz eines von Menschen verursachten Klimawandels angezweifelt.

Das Umfeld des Präsidenten wich Fragen zu dem Thema am Freitag aus. Sein Sprecher Sean Spicer sagte, er habe noch keine Gelegenheit gehabt, mit Trump darüber zu sprechen. EPA-Chef Scott Pruitt beharrte darauf, dass sich die Diskussion über den Ausstieg allein um die Frage gedreht habe, ob das Abkommen gut für die Vereinigten Staaten sei oder nicht.

Der Fokus lag darauf, ob wir durch Paris Nachteile erleiden. Und in der Tat war es so. Es hat uns einen wirtschaftlichen Nachteil gebracht", erklärte er.

Trumps Entscheidung wurde von vielen Staaten scharf kritisiert. Andere Staats- und Regierungschefs hoben die Bedeutung des Abkommens hervor.

Die Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Italiens sperrten sich gegen Trumps Forderung nach einer Neuverhandlung des internationalen Regelwerks. Sie seien der festen Überzeugung, dass das Übereinkommen nicht neu verhandelt werden könne, bekräftigten sie in einer gemeinsamen Erklärung.

Umweltschützer dekorieren Verkehrssektor

In China wurde der Ausstieg der USA als "globaler Rückschlag" bezeichnet. Indien - nach China und den USA der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen - versicherte, es werde trotz des Ausstiegs der USA an dem Abkommen festhalten.

Der Klimapakt sieht vor, die gefährliche Erderwärmung in einem weltweiten Kraftakt in den nächsten Jahrzehnten zu bremsen - und damit auch dramatische Folgen wie Dürren und einen Anstieg der Weltmeere. Das Abkommen gilt unter Klimaexperten als historisch, weil sich erstmals fast alle Länder beteiligen.

Trump hatte den Ausstieg seines Landes aus dem Abkommen bereits im Wahlkampf zum Thema gemacht. Westliche Kommentatoren deuteten seinen Beschluss als Umsetzung von seiner Losung "Amerika zuerst". Seinen Kritikern versprach Trump, die USA würden das umweltfreundlichste Land der Welt werden. Er nannte jedoch keine konkreten Details.

Der US-Präsident hat angekündigt, die finanziellen Mittel der Bundesregierung für Klimaforschung, für die stark mit Klimaschutz befasste Umweltagentur EPA und zahlreiche Forschungseinrichtungen drastisch zu senken. Es gibt darüber hinaus Pläne, staatliche Subventionen für Erneuerbare Energien zu stoppen. Bereits im März weichte er zentrale Umweltschutzbestimmungen auf. (dpa/rt deutsch)

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