Harvard-Studie: ARD bei negativer Berichterstattung über Trump weltweit an der Spitze

Harvard-Studie: ARD bei negativer Berichterstattung über Trump weltweit an der Spitze
Kommt in den Medien selten gut weg: Insbesondere die ARD rückt US-Präsident Donald Trump in ihrer Berichterstattung in ein schlechtes Licht.
Medienwissenschaftler der Harvard-Universität haben die Ausgewogenheit führender Medien mit Blick auf die Trump-Präsidentschaft untersucht - mit eindeutigem Ergebnis. Besonders die ARD tut sich demnach mit einer besonders negativen Berichterstattung hervor.

In einer Studie analysierte das zur Harvard-Universität gehörige Harvard Kennedy School's Shorenstein Center on Media, Politics and Public Policy die Medienberichterstattung über die ersten 100 Tage der US-Präsidentschaft Donald Trumps. Das Ergebnis war eindeutig: Die Behauptung Trumps und seiner Anhänger, es gebe eine einhellige, einseitige Negativberichterstattung über seine Amtsführung, erfuhr eher Bestätigung als dass sie widerlegt worden wäre.

In ihrer Analyse konzentrierten sich die Wissenschaftler bezüglich der Printausgaben von US-Zeitungen auf die New York Times, das Wall Street Journal und die Washington Post. Im Bereich der Nachrichtensender waren CBS, CNN, Fox News und die NBC Teil der Analyse. Das Shorenstein Center hat auch die Berichterstattung europäischer Medien untersucht. Darunter die der britischen Ausgabe der Financial Times, der BBC und auch der deutschen ARD.

Prof. Rainer Mausfeld, Bild: acTVism.com

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die mediale Berichterstattung über US-Präsident Donald Trump "neue Negativ-Maßstäbe" setzte. Demnach war die Berichterstattung in 80 Prozent der untersuchten Fälle negativ. In keiner Phase seiner noch jungen Amtszeit fiel dieser Wert nach Erkenntnissen der Wissenschaftler auf unter 70 Prozent, an seinem Höhepunkt erreichte er sogar stattliche 90 Prozent. Aus der Medien-Analyse der Harvard-Wissenschaftler geht hervor, dass die Medienberichtung über den US-Präsidenten mit 87 Prozent Negativ-Berichten ihren schlechtesten Wert während seiner dritten und vierten Amtswoche erreichte.

Einseitige Berichterstattung anhand von Zahlen offengelegt

Das waren jene Wochen, in denen US-Bundesrichter den so genannten Muslim Ban zurückgewiesen hatten. Übertroffen wurde der rekordverdächtige Wert nur von Trumps neunter und zehnter Amtswoche mit 88 Prozent negativer Berichterstattung über den US-Präsidenten. Zu dieser Zeit kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der Trump-Regierung und dem US-Repräsentantenhaus um eine von Trump im Wahlkampf versprochene Abwicklung des von Barack Obama eingeführten Gesundheitssystems.

Sechs der sieben der Studie zugrundegelegten Medien hat Trump als Mainstream-Medien bezeichnet. Dabei handelte es sich um CBS, CNN, NBC, die New York Times, das Wall Street Journal und die Washington Post. Wie sich herausstellte, taten sich die genannten Medien in der Tat durch eine "höchst unvorteilhafte" Berichterstattung über den Präsidenten hervor. An die Spitze der Gruppe stellten sich CNN und NBC, deren negative Berichte die positiv konnotierten in einem Verhältnis von 13 zu 1 hinter sich ließen. Nur beim Nachrichtensender Fox News hielten sich demnach negative und positive Berichte mit einem Wert von 48 Prozent zugunsten Trumps fast die Waage.

Screenshot von ARD-Faktenfinder

Deutsche Gründlichkeit: 98 Prozent aller ARD-Berichte mit negativem Unterton

Schlecht schnitt Trump ebenfalls bei den genannten europäischen Medienhäusern ab, wobei die ARD unter diesen nochmals herausstach. Nach Erkenntnissen der Harvard-Wissenschaftler lag 98 Prozent aller ARD-Berichte über Donald Trump ein negativer Tenor zugrunde.

Wie die Verfasser der Studie festhalten, sei die Berichterstattung nicht lediglich im Wege einer Durchschnittsbetrachtung schlecht. Sie sei vielmehr "auf jeglicher Ebene unvorteilhaft". Demnach gab es nicht ein einziges Thema, bei dem im Ergebnis eher positiv als negativ über den Milliardär im Weißen Haus berichtet wurde.

Verschnaufpause nur nach Angriff auf Syrien

Das Thema Immigration war in diesem Zusammenhang nicht nur das am umfassendsten behandelte Thema der Berichterstattung, sondern auch das Thema, das diesbezüglich am negativsten für Trump zu Buche schlug. Das Verhältnis von negativen zu positiven Berichten lag dabei bei 30 zu 1. Beim Thema Wirtschaft schnitt Trump demnach noch am besten ab. Hier lag das Verhältnis lediglich bei 54 Prozent zu 46 Prozent zu Ungunsten Trumps.  

Es erstaunt im Grunde auch nicht, dass Trump seine besten Werte in seiner zwölften Regierungswoche erzielte. In dieser Woche ordnete der US-Präsident, nach einem bis heute unbewiesenen, angeblichen Giftgasangriff der syrischen Regierung in der Region Idlib, einen Vergeltungsangriff auf eine syrische Luftwaffenbasis an.