Russland-Wahn: Trump würdigt Medien für "größte Hexenjagd der amerikanischen Geschichte"

Russland-Wahn: Trump würdigt Medien für "größte Hexenjagd der amerikanischen Geschichte"
Demonstranten vor dem Weißen Haus gegen Trumps Entscheidung den FBI-Chef seines Amtes zu entheben, Washington; USA, 10. Mai 2017.
Donald Trump hat erneut Berichte US-amerikanischer Zeitungen zurückgewiesen, er habe geheime Informationen an russische Spitzenbeamte weitergegeben. Unterdessen versucht ein neuer Sonderermittler sein Glück in Sachen "russischer Einflussnahme".

US-Präsident Donald Trump erklärte auf Twitter, die breite Kampagne seiner Gegner in Politik und Medien sei "die größte Hexenjagd gegen einen Politiker in der amerikanischen Geschichte". Dabei nahm er offenbar Bezug auf die weiterhin gegen ihn geführten Ermittlungen wegen angeblicher Verbindungen zur Russischen Föderation.

Trump wies weiter auf "illegale Akte" hin während der Wahlkampagne Hillary Clintons und der Regierungszeit seines Vorgängers Barack Obama, die jedoch nie zur Folge gehabt hätten, dass ein Sonderermittler tätig wurde.

Die Erklärung Trumps kam einen Tag, nachdem das US-Justizministerium den früheren FBI-Chef Robert Mueller als Sonderermittler bezüglich der angeblichen "russischen Einflussnahme" auf die US-Wahlen einsetzte. Dieser soll auch eine mögliche Zusammenarbeit zwischen dem Trump-Wahlkampfteam und Moskau prüfen.

Bereits am Mittwoch hatte Trump auf Twitter erklärt, kein Politiker sei "jemals schlechter oder unfairer behandelt" worden als er.

Mueller wird umfassende Ermittlungsbefugnisse innehaben und die Vollmacht, alle denkbaren Vergehen zu verfolgen, die ihm im Zuge seiner Untersuchung bekannt werden sollten, berichtet AP.

Trump selbst beteuerte am Mittwoch erneut seine Unschuld und erklärte in einem Statement:

Eine gründliche Untersuchung wird zutage fördern, was wir ohnehin schon wissen: Es gab keine wie auch immer geartete Zusammenarbeit zwischen meiner Wahlkampagne und irgendeiner fremden Macht.

Vorwürfe gegen Trump waren zudem laut geworden, wonach der US-Präsident während eines Treffens in der US-Hauptstadt mit hohen russischen Amtsträgern diesen hoch geheime Informationen weitergegeben habe.

Putin spricht von "politischer Schizophrenie"

Diese Anschuldigungen haben sowohl Washington als auch Moskau zurückgewiesen. Der Präsident der Russischen Föderation, Wladimir Putin, hatte sich am Mittwoch bereit erklärt, die Aufzeichnungen des Treffens zu veröffentlichen, und gleichzeitig den USA vorgeworfen, "politische Schizophrenie" zu entwickeln.

Die Washington Post hatte zu Beginn der Woche einen Bericht veröffentlicht, in dem es hieß, Trump habe "während eines Treffens im Weißen Haus hoch geheime Informationen an den russischen Außenminister [Sergej Lawrow] und an den Botschafter weitergereicht".

Trump hingegen erklärte, man habe über Fakten gesprochen, die Themen wie den Terrorismus oder die Flugsicherheit betrafen. Er habe "absolut das Recht", dies zu tun, betonte Trump.

Reporter befragten am Donnerstag auch Lawrow in Zypern zu der Angelegenheit. Dieser erklärte:

Wir kommentieren Klatsch und Tratsch nicht, aber wir lesen [US-] Zeitungen. […] Wenn ich mich recht erinnere, hat die Trump-Regierung etwa vor anderthalb bis zwei Monaten beschlossen, es Passagieren aus sieben Nahoststaaten nicht zu erlauben, irgendwelche elektronischen Geräte mit an Bord zu nehmen. Ich verstehe jetzt nicht, was das Geheimnis daran sein soll.

ForumVostok
MAKS 2017