CIA-Tirade: Anfrage von RT löst Schlagabtausch zwischen Assange und US-Geheimdienst aus

CIA-Tirade: Anfrage von RT löst Schlagabtausch zwischen Assange und US-Geheimdienst aus
In den Augen der CIA ist er ein "Freund von Terroristen": WikiLeaks-Gründer Julian Assange
Der ehemalige CIA-Analyst Ray McGovern bezweifelt den gegen Moskau erhobenen Vorwurf der Einmischung in US-Wahlen. RT bat die CIA um eine Stellungnahme zur Aussage ihres Ex-Mitarbeiters. Es folgte eine wilde Tirade, die auch Julian Assange kommentierte.

Julian Assange bezeichnete die CIA als "gefährlich inkompetent". Der US-Auslandsgeheimdienst habe "Terroristen bewaffnet, Demokratien zerstört und Diktaturen befördert", so der Gründer von WikiLeaks. Zuvor hatte die CIA ihn als "Freund von Terroristen" verunglimpft. Auslöser des Schlagabtauschs war eine Anfrage von RT an den Geheimdienst bezüglich dessen Hackermethoden.

Für ihr Scheitern bei den US-Präsidentschaftswahlen im November des Vorjahres hat Hillary Clinton innerhalb von 24 Stunden einen Schuldigen ausgemacht: Russland.

"Diktatoren und Terroristen haben keinen besseren Freund in der Welt als Julian Assange, ihre Privatsphäre ist die einzige, die er schützt", äußerte sich CIA-Sprecherin Heather Fritz Horniak daraufhin in einer E-Mail. RT hatte den Geheimdienst zuvor um eine Stellungnahme zur Aussage seines ehemaligen Mitarbeiters Ray McGovern gebeten.

Dieser arbeitete insgesamt 27 Jahre lang als Analyst für die CIA. Angesichts der Fähigkeiten seines ehemaligen Arbeitgebers, digitale Fingerabdrücke zu verfälschen, bezweifelt McGovern die gegen Russland erhobenen Hacker-Vorwürfe im Zusammenhang mit den US-Präsidentschaftswahlen.

Könnte es sein, dass der 'russische Hack' in Wirklichkeit von John Brennan durchgeführt wurde? Wenn ich wetten müsste, dann darauf, dass genau das der Fall war", sagte McGovern in der RT-Sendung Going Underground.

Brennan war von März 2013 bis Januar 2017 Direktor der CIA. Dessen Nachfolger Mike Pompeo hatte WikiLeaks im April als "nichtstaatlichen feindlichen Geheimdienst" bezeichnet, der für die Veröffentlichung vertraulicher US-Dokumente strafrechtlich verfolgt werden könnte. Assange und seine Mitarbeiter erklärte Pompeo zu "Dämonen".

Mit Worten der Empörung reagierte CIA-Sprecherin Horniak auf die RT-Anfrage zu McGoverns Kommentar:

Die Verantwortung russischer Geheimdienste für den Hackerangriff im Rahmen der Wahlen ist eine etablierte Tatsache, aber es ist keine Überraschung, dass ein Propagandakanal wie RT versucht, diese Tatsache anzuzweifeln. Keine seriöse Nachrichtenorganisation bezweifelt die russische Schuld.

RT-Chefredakteurin Margarita Simonyan nahm dazu wie folgt Stellung:

CIA & Co. haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, ihre Behauptungen auch nur mit einem Fetzen an Beweisen zu untermauern. Und nun prahlen sie damit, wie die stets loyale Presse diese Geschichte unkritisch übernommen hat. Das ist genau der Grund, warum Leute aufhören, dem Mainstream zu vertrauen und sich nach alternativen Quellen für Nachrichten und Analysen umsehen.

ForumVostok
MAKS 2017