Massenverhaftungen in den USA: Homeland Security geht gegen kriminelle Gangs vor

Massenverhaftungen in den USA: Homeland Security geht gegen kriminelle Gangs vor
US-Präsident Donald Trump hatte bereits im Wahlkampf versprochen, gegen, wie er sie nennt, "Bad Hombres" aus lateinamerikanischen Einwanderercommunitys vorzugehen. Die jüngste breit angelegte Razzia gegen Gangs soll seine Entschlossenheit unterstreichen.
Die US-Einwanderungsbehörde und Sicherheitskräfte haben in einer sechswöchigen Operation fast 1.400 Menschen verhaftet. Zumeist handelt es sich um amerikanische Staatsbürger. Ein Teil der Verhafteten gehört zu lateinamerikanischen Gangs.

Bis zum 6. Mai dauerte die sechswöchige Polizeiaktion der Homeland Security Investigations (HSI) an. Sie waren ein Schlag gegen den Menschenhandel wie auch gegen Drogen- und Waffenschmuggel, Morde und Schutzgelderpressung. Unter den Verhafteten sind 933 US-Amerikaner. Von diesen gehören 104 der berüchtigten Gang MS-13 an. MS-13 soll über 10.000 Mitglieder in 42 US-Staaten zählen. Sie ist auch unter den Namen MS, Mara oder Mara Salvatrucha bekannt.

Einwanderer aus El Salvador hatten die Gang bereits im Los Angeles der 1980er Jahre gegründet. Viele Gangmitglieder schmücken sich mit Tattoos und nutzen spezielle Handzeichen zur Kommunikation. Auch Gesichtstattoos zählten zu ihren Markenzeichen. Der steigende Verfolgungsdruck vonseiten des FBI lässt die Gangmitglieder mittlerweile jedoch von diesem Markenzeichen Abstand nehmen. Diesem wurde die Gang vor allem sie durch das Ausmaß ihrer Brutalität bekannt. Sie nutzen Macheten, um ihre Opfer zu ermorden. Das Motto der Gang ist: Töten, Vergewaltigen, Kontrollieren.

Ein Insasse von

Ursprünglich hatte sich die Gang zum Ziel gesetzt, Einwanderer aus El Salvador vor anderen Gangs im Raum Los Angeles zu beschützen. Ihr Einfluss und ihre Brutalität aber wurden so groß, dass das FBI im Jahr 2004 eine eigene Sondereinsatzgruppe ins Leben rief.

Auch in El Salvador, Mexiko, Guatemala und Honduras selbst ging das FBI gemeinsam mit den dortigen Regierungen gegen die Gruppe vor. Auch umfangreiche Abschiebungen von Mitgliedern aus den USA konnten das Problem nicht aus der Welt schaffen. 

Im Jahr 2005 warnte die Regierung von Honduras, dass es in ihrem Land Treffen zwischen Al-Kaida und M-13 gegeben habe mit dem Ziel, sich gemeinsam dem Terror gegen die USA zu verschreiben. Das FBI bestritt später, dass es zu solch einem Treffen gekommen sei. 

Der Direktor des US-amerikanischen Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE), Thomas Homan, sagte am Donnerstag:

Gangs gefährden die Sicherheit unserer Gemeinschaft, nicht nur in großen Metropolregionen, sondern auch in Vororten und in ländlichen Gebieten. Bandenkriminalität stellt weiterhin überall eine Herausforderung für die Gesetzeshüter dar.

Die meisten Festnahmen im Zusammenhang mit dem Vorgehen gegen die Gangs gab es bislang in Houston, New York City, Atlanta und Newark.

Weltweit hat M-13 mehr als 30.000 Mitglieder. Im Zuge der jüngsten Razzien haben die Sicherheitskräfte auch 200 Schusswaffen, Geldbeträge im Wert von insgesamt einer halben Million US-Dollar, Drogen und Betäubungsmittel sichergestellt. Von den Verhafteten sollen 280 aus den USA ausgewiesen werden, da sie sich illegal im Land aufhalten. Insgesamt 445 stammen aus 21 Ländern aus den Regionen Zentral- und Südamerika, Asien, Afrika, Europa und der Karibik. Zehn waren als unbegleitete Minderjährige illegal über die Grenze in die USA eingereist.

Donald Trump hatte der Kriminalität in seinem Land den Kampf angesagt. In einem Tweet machte er die Regierung Obamas für die Missstände verantwortlich.

Die Operation fand unter dem Namen "Community Shield" statt, die sich zum Ziel gesetzt hat, kriminelle Banden auszuheben. Seit 2005 haben Behörden, die unter diesem Banner zusammenarbeiten, mehr als 47.000 Gangmitglieder verhaftet.

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