"Dieser Zirkus hat nun ein Ende" - Berüchtigtes US-Gefängnis "Tent City" soll schließen

"Dieser Zirkus hat nun ein Ende" - Berüchtigtes US-Gefängnis "Tent City" soll schließen
Ein Insasse von "Tent City" in Arizona; USA, 30. Juli 2010.
Das berüchtigte amerikanische Gefängnis, genannt "Tent City" soll wegen zirkusartiger Zustände geschlossen werden, auch sei es nicht hart genug gegenüber Kriminellen. Bekannt aber wurde es durch die pinken Uniformen seiner unfreiwilligen Insassen und die unmenschlichen Zustände.

"Tent City", ein Freiluftgefängnis, welches besonders kostengünstig Gefangene im Maricopa-Landkreis unterbringen sollte, soll nun geschlossen werden. Die Zeltstadt war Joe Arpaios Glanzstück. Im Jahr 1993 erbaut sollte es die ganze Härte der USA gegen Gesetzesverstöße aufzeigen. Nun musste er seinen Sheriff-Posten in Arizona an Paul Penzone abtreten und hiermit auch sein Lebenswerk. Die Zeltstadt sei unrentabel und es herrschten "zirkusähnliche Zustände", so die Begründung während einer Pressekonferenz:

Auch sei das Gefängnis nicht hart genug gegen Kriminelle: 

Von heute an, wird der Zirkus enden und die Zelte eingeholt. 

Häftlinge warten im Wasco Gefängnis auf die Öffnung der Gefängnis-Kantine in Bakersfield, Kalifornien, USA, 26. August 2008.

Steuerzahler würden durch die Schließung der Anstalt 4,5 Millionen US-Dollar einsparen. Pro Jahr hielten sich 800 Gefangene in Tent City auf und verursachten 8,7 Millionen US-Dollar an Kosten. Der Höchststand waren 1.700 Insassen. 

Der ehemalige Generalanwalt Grant Woods: 

Tent City wurde ins Leben gerufen, um kurzfristigen Bedarf zu decken und billige Betten anzubieten. 

Der Vorwurf, dass Gefangene in Arpaios Gefängnis nicht hart genug angegangen werden, erscheint angesichts früherer Vorwürfe geradezu absurd. Organisationen und Insassen prangerten an, dass in der Zeltstadt unmenschliche Gegebenheiten herrschten. Wenn im Sommer die Temperaturen in Arizona steigen, böten die Zelte keinen Schutz vor der Hitze. Um Diebstählen vorzubeugen mussten die Insassen pinkgefärbte Unterwäsche tragen. Im Jahr 1996 kam es zu einem Gefängnisaufstand, bei welchem die Gefangenen für kurze Zeit die Kontrolle über das Areal erlangten. 

Arpaio nannte seine Zeltstadt auch ein Konzentrationslager, denn über der pinken Unterwäsche tragen die Gefangenen gestreifte Uniformen. Das einzige, was die Zelte überragt ist ein Wachturm. Besonders hart soll das Gefängnis die Gefangenen mit lateinamerikanischen Hintergrund behandeln. Neben Korruptionsvorwürfen wurde Arpaio Rassendiskriminierung vorgeworfen. Die USA haben die grösste Zahl an Gefangenen weltweit. Die Rede ist auch von Masseninhaftierung. Mehr als 2,3 Millionen sitzen in US-Gefängnissen ein. 

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