Über 500.000 Menschen in den USA sind obdachlos

Über 500.000 Menschen in den USA sind obdachlos
Ein Obdachlosencamp in Sacramento, Kalifornien, USA, 15. März 2009.
Wachsende Armut, hohe Obdachlosigkeit: US-Präsident Donald Trump übernimmt ein wirtschaftlich und sozial gespaltenes Land. In einigen Städten wie zum Beispiel in Flint, Michigan, leben rund 40 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze.

Es sind alarmierende Zahlen aus den USA. Laut einem kürzlich erschienen Bericht sind 564.708 Menschen in den USA obdachlos. Sie übernachten auf den Straßen, in Autos, Obdachlosenheimen oder in subventionierten Übergangs-Wohnungen. Insgesamt 206.286 von den Obdachlosen leben in Familienverbänden. Weitere 358.422 sind Einzelpersonen, insgesamt 25 Prozent sind Kinder.

Der Anteil der chronisch Obdachlosen liegt bei 83.170, das sind 15 Prozent. Als chronisch Obdachlose gelten Menschen, die auf Grund einer Behinderung auf der Straße leben.

Wo Reichtum ist, wächst Reichtum zu. Die Organisation Oxfam macht als Gründe dafür unter anderem Steuervermeidung, Vererbung von Großvermögen und Protektionismus zu Lasten der Entwicklungsländer aus.

Einen nicht unbedeutenden Teil der Obdachlosen machen Veteranen aus. Von ihnen haben 47.725, das entspricht acht Prozent, keine Bleibe. Zudem sind 1,4 Millionen Veteranen von Obdachlosigkeit bedroht. Laut der Studie ist dies auf mangelnde Unterstützung, eine körperliche Behinderung oder auch posttraumatische Belastungsstörungen (PTSD) zurückzuführen. Ausgerechnet die Stadt, in der sich das Pentagon befindet, Washington, D.C., hat die höchste Rate an obdachlosen Veteranen.

Die Studie belegt auch, dass 550.000 unbegleitete Jugendliche und junge Erwachsene unter 24 Jahren länger als eine Woche obdachlos sind. Etwa 380.000 von ihnen sind unter 18 Jahren alt. Die genaue Bezifferung der Anzahl obdachloser Kinder und Jugendlicher ist schwierig. Die National Alliance Homeless erklärte, dass obdachlose Jugendliche sich meist nicht dort aufhalten, wo andere Obdachlose anzutreffen sind.

Jugendliche Obdachlose wollen auch meist nicht, dass jemand von ihrer Obdachlosigkeit erfährt. Die meisten versuchen, mit Gelegenheitsjobs über die Runden zu kommen. Zudem sind 110.000 LGBTQ-Jugendliche in den USA obdachlos. Laut der Studie ist dies eine der verwundbarsten Gruppen, da die Jugendlichen stetigen Angriffen ausgesetzt sind. Auch die Selbstmordraten sind in dieser Gruppe höher als bei den Heterosexuellen.

Der scheidende US-Präsident Batack Obama

Aber es trifft vor allem auch ältere Menschen. So sind 50 Prozent der Obdachlosen über 50 Jahre alt. Bei dieser Gruppe kommen zur Obdachlosigkeit häufig auch gesundheitliche Probleme. Sie sind besonders anfällig für Verletzungen durch Stürze und können unter kognitiver Beeinträchtigung, Seh- und Hörverlust, schwerer Depression und chronischen Erkrankungen wie Diabetes und Arthritis leiden.

Gerade im Winter kommt es zudem immer wieder zu Todesfällen. Erst vor kurzem kam es zu einer Tragödie in Portland, als ein Baby erfror. Das Baby war erst 24 Stunden vorher auf der Straße geboren worden. Die Stadt New York hat den höchsten Stand an Obdachlosen seit der Finanzkrise 1929. Los Angeles rief im September 2016 aufgrund der zunehmenden Obdachlosigkeit den Notstand aus.

Aber auch wirtschaftlich florierende Regionen wie zum Beispiel das Sillicon Valley in Kalifornien verstören immer wieder mit hohen Obdachlosenzahlen. Die Region mit den Geschäftssitzen von Google, Apple und Co. hat einen der höchsten Anteile an Wohnungslosen in den gesamten USA.

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