Polizei und Militär stellen offenbar Raketenwerfer in Standing Rock auf

Polizei und Militär stellen offenbar Raketenwerfer in Standing Rock auf
Mit schwerem Gerät gegen Drohnen von Demonstranten? Die Behörden vor Ort in North Dakota halten sich über den Zweck des Aufbaus eines Raketenwerfers in der Nähe des Protest-Schauplatzes bisher bedeckt.
Nach der Entscheidung von US-Präsident Barack Obama, den Pipelinebau vorerst zu stoppen, ist es etwas ruhiger geworden in North Dakota. Doch ein Aktivist postete nun auf seiner Facebook-Seite Bilder eines Raketenwerfers, der in Standing Rock aufgestellt sein soll.

Die Freude war groß bei den Demonstranten: Am 5. Dezember 2016 gaben das US-Ministerium für Zivilangelegenheiten und das Ingenieurskorps der US-Armee einen Baustopp für die umstrittene Pipeline bekannt. Es sollten alternative Routen für deren möglichen Verlauf geprüft werden. Dennoch blieben tausende Protestler weiterhin in dem Camp.

Gegen die Pipeline gibt es seit Monaten sowohl vor Ort als auch in sozialen Medien Proteste. Diese richten sich vor allem gegen eine drohende Verschmutzung der Umwelt, insbesondere des Trinkwassers. Die Ureinwohner sehen zudem ihre heiligen Stätten bedroht. Immer wieder kam es während der Proteste zu gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei.

Ein junger Native-American-Aktivist reitet nahe dem Protest-Camp Oceti Sakowin durch den Schnee; Standing Rock Indian Reservation, 4. Dezember 2016.

Nun postete ein Aktivist, Jon Ziegler, Bilder von vor Ort und ein kurzes Video von einem Raketensystem, das dort installiert worden sein soll. Es scheint sich bei dem Raketensystem um ein so genanntes Avenger AN/TWQ-1 Air Defense System zu handeln.

Laut der Army-Recognition-Webseite handelt es sich bei diesem System um ein mobiles Kurzstrecken-System zur Luftabwehr gegen Marschflugkörper, Drohnen, tieffliegende Flugzeuge und Hubschrauber. Es wurde zudem noch mit einer Laserkanone versehen.

Das Raketensystem soll auf einem Hügel über der Öl-Bohrplatte in Standing Rock aufgestellt worden sein. Demonstranten, die Polizisten vor Ort nach dem Raketensystem befragten, sollen bis jetzt keine Antwort bekommen haben. Einige Aktivisten hatten immer wieder mithilfe von Drohnen Filmaufnahmen in Standing Rock gemacht. Ob das Raketensystem im Zusammenhang mit den Filmaufnahmen und den Drohnen steht, konnte bis dato nicht geklärt werden.