Donald Trump wieder auf Touren: Dumm, dümmer, Feindbild Russland

Donald Trump wieder auf Touren: Dumm, dümmer, Feindbild Russland
Dürfte sich mit seiner unbeeindruckten Haltung angesichts der jüngst veröffentlichten Geheimdienstberichte in deren Reihen keine Freunde gemacht haben: der designierte US-Präsident Donald Trump.
Unbeeindruckt von der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts durch die US-Geheimdienste meldet sich der designierte US-Präsident wieder wie gewohnt zu Wort. Wenn er Präsident sei, werde es wieder ein besseres Verhältnis zu Russland geben.

Donald Trump nahm nach der Veröffentlichung des US-Geheimdienstberichts zu den angeblichen Hacker-Angriffen auf die US-Präsidentenwahlen wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. Im Zusammenhang mit der vermeintlich von Putin selbst in Auftrag gegebenen Cyber-Attacke bezeichnete er die heimischen Russland-Kritiker als "Dummköpfe".

Ungeachtet der Frage, ob die Lektüre des Schlapphut-Berichts ihn nun bekehrt hat und von der Manipulation der US-Wahlen durch Russland zu überzeugen vermochte, zeigte sich Trump auf seinem bevorzugten Kommunikationskanal Twitter keineswegs überzeugt von der Stichhaltigkeit der Darstellungen.

Im Lager des designierten Präsidenten argwöhnt man ohnedies, der Narrativ von der vermeintlichen "russischen Einflussnahme" auf die Wahlen diene nicht nur der ideologischen Selbstbefriedigung russlandfeindlicher Neocons und liberaler Interventionisten, sondern auch der Delegitimierung der Präsidentschaft Trumps. Vor diesem Hintergrund appelliert der künftige Präsident einmal mehr an den Common Sense in der Bevölkerung:

Ein gutes Verhältnis zu Russland ist eine gute Sache, nicht eine schlechte Sache. Nur 'dumme' Leute oder Idioten können glauben, dass das schlecht ist!

Wenig später legte Trump noch nach und dürfte dadurch die Gemeinschaft der US-Geheimniskrämer und des Polit-Establishments ebenfalls nicht erfreut haben. Durch die Blume bringt er zum Ausdruck, dass es gerade die an irrationalen Zügen nicht arme Konfrontationspolitik der Liberalen gegen Russland gewesen wäre, die dem Ansehen Amerikas in der Welt geschadet habe:

Wir haben auch so schon genügend Probleme rund um die Welt. Wenn ich erst Präsident bin, wird Russland uns sehr viel mehr respektieren, als sie es jetzt tun.

Damit zeigte sich Trump nach wie vor resistent gegen die seit mehreren Jahren im politischen und medialen Establishment gezielt betriebenen Versuche, den russischen Bären zum Feindbild aufzubauen. Selbst wenn etwas dran sein sollte an dem massiven und nach wie vor unbewiesenen Hacker-Gemunkel, geht Trump davon aus, dass eine Fortführung der aggressiven antirussischen Politik und Rhetorik elementaren Geboten der Vernunft zuwiderlaufe. Bereits während des Wahlkampfs hatte der Multimilliardär diese für die Mehrheit des US-Polit-Establishment offensichtlich sehr gewagte These geäußert.

Ihm zufolge bestünde der beste Weg, den internationalen Terrorismus zu bekämpfen, in der Zusammenarbeit mit Russland, da es schließlich die Russische Föderation sei, die bisher am effektivsten den Terror der "moderaten Rebellen" in Syrien die Stirn biete. Dies erklärt auch, warum Trump sich überzeugt zeigt:

Beide Länder werden, vielleicht, zusammenarbeiten, um einige der großen und drängenden Probleme der WELT zu lösen.

Der zukünftige US-Präsident, der Putin zwar niemals persönlich traf, aber doch eine Art transzendenter "Männerfreundschaft" zu diesem pflegen soll, wird am 20. Januar sein Amt als neuer Chef im Weißen Haus antreten. Ihm zufolge versuche die Elite des Politestablishments, seinem Amtsantritt durch die Behauptung, er sei lediglich "Putin’s Puppet", schon im Vorfeld Schaden zuzufügen. Seine Wahl verhindern konnten die Demokraten mit diesem Vorwurf des Verrats und Mangels an Patriotismus indessen nicht.

Zuletzt beschwerte sich Trump darüber, dass der geheime Geheimdienstbericht anscheinend gar nicht so geheim war, wie man ihn gerne darstellen wollte. Bevor ihn irgendjemand inklusive ihm selbst zu Gesicht bekam, war dieser offensichtlich bereits an die Medien durchgesickert:

Noch bevor ich oder irgendjemand sonst den streng vertraulichen geheimdienstlichen Hacking-Bericht zu sehen bekam, wurde er bereits an NBCNews geleakt. Wie seriös!

Noch ist nicht bekannt, ob die US-Nachrichtendienste auch dafür Russland in die Verantwortung nehmen werden.

Am Freitag wurde unterdessen der lange und mit Spannung erwartete "Untersuchungsbericht" der US-Geheimdienste veröffentlicht. Wer nun endlich Beweise für den ominösen "Putin-Befehl" oder auch nur für eine Manipulation der US-Wahlen durch russische Hacker selbst erwartet hatte, wurde jedoch erneut enttäuscht. Beweise wurde erneut keine vorgelegt. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass es allgemein als äußerst schwierig betrachtet wird, derlei Vorwürfe zu belegen, da sich die Spuren professioneller Hacker in der Regel kaum zurückverfolgen lassen. "Abhören unter Freunden, das geht gar nicht!", mag sich einst Angela Merkel gedacht haben. Doch es geht, und dass es herauskam, lag nicht an der Dummheit der NSA-Mitarbeiter, sondern daran, dass die Information vom "Verräter" Edward Snowden "geleakt" wurde.

Worauf sich die Staatsbediensteten bei ihrem Geheimdienstbericht vielmehr fokussierten, war vielmehr die "russische Propaganda" seitens RT und seiner weltweiten Kraken-Arme. Beweise aufgrund einer womöglich wissenschaftlich fundierten Analyse – Fehlanzeige.

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