Whistleblower gesucht: WikiLeaks bietet Belohnung für Dokumente von scheidender Obama-Regierung

Whistleblower gesucht: WikiLeaks bietet Belohnung für Dokumente von scheidender Obama-Regierung
WikiLeaks-Gründer Julian Assange
Die Enthüllungsplattform WikiLeaks bietet 20.000 US-Dollar Belohnung für Hinweise auf die Vernichtung von Dokumenten durch die scheidende Regierung von US-Präsident Barack Obama. Dabei richtet sie ihr Augenmerk insbesondere auf „Informationen, die zur Festnahme oder Bloßstellung jeglicher Mitarbeiter der Obama-Regierung führen, die bedeutende Unterlagen vernichtet“ haben.

In der entsprechenden Twitter-Botschaft von WikiLeaks heißt es dazu:

Lassen Sie das Weiße Haus nicht wieder die Geschichte der USA zerstören! Kopieren Sie jetzt (die Dokumente) und schicken Sie sie an WikiLeaks, wann immer es Ihnen möglich ist.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange: 2017 soll es noch größere Enthüllungen geben, als im Vorjahr.

Damit nahm WikiLeaks Bezug auf eine, ebenfalls von der Enthüllungsplattform bereits im November des Jahres 2016 geleakte, E-Mail aus dem Jahr 2009. Diese war an den damaligen Stabschef von Präsident Obama Jim Messina gerichtet. In dem Schreiben ist von einer 2-TeraByte Festplatte mit sensiblen Regierungsinformationen des früheren US-Präsidenten Bill Clinton die Rede. Dem E-Mail-Text zufolge sei die Festplatte aus dem US-amerikanischen Nationalarchiv (Nara) gestohlen worden.

Zugleich bestritt Julian Assange erneut, dass Hacker mit Verbindungen nach Moskau der Enthüllungsplattform die Dokumente des Wahlkampfmanagers Hillary Clintons, John Podesta, und Mitgliedern des Parteivorstands der Demokraten zuspielten. Zugleich lehnt es Assange ab, seine Quellen zu nennen.

Der seit zweieinhalb Jahren in der ecuadorianischen Botschaft Zuflucht suchende Assange machte jedoch deutlich, dass es sich weder um die russische Regierung noch um andere staatliche Quellen handele.

Die US-Demokraten werfen dem Chef-Whistleblower vor, durch die Verbreitung der geleakten Dokumente den Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen begünstigt zu haben. Assanges Antwort fällt diesbezüglich eher spartanisch aus:

Wer weiß – es ist nicht unmöglich.

Sollte die Behauptung dennoch zutreffen, wäre es Assange zufolge jedoch nicht die Veröffentlichung selbst, die für den Sieg Trumps sorgte, sondern vielmehr der Inhalt der entsprechenden Dokumente. Ungeachtet der Tatsache, dass auch die russische Regierung vehement bestreitet, WikiLeaks die Dokumente zugespielt zu haben, verwies die US-Regierung aufgrund der nicht bewiesenen Vorwürfe russische Diplomaten des Landes.

Auch innerhalb der deutschen Regierung herrscht derweil nun Angst davor, dass sich der russische Bär am Honigtopf der Einflussnahme auf die Bundestagswahlen 2017 laben könnte.

WikiLeaks: „Unsere Quelle ist nicht ein Staat“ (Sybmolbild)

In den vergangenen Jahren sorgte WikiLeaks immer wieder durch die Veröffentlichung brisanter Informationen für weltweite Entrüstung. So deckte die Enthüllungsplattform anhand hunderttausender Dokumente etwa das inhumane Vorgehen des US-Militärs in den von den USA vom Zaun gebrochenen Kriegen im Irak und Afghanistan auf. Dadurch geriet WikiLeaks Gründer Assange auch persönlich in den Fokus der US-Regierung und der NATO. Vorwürfe, etwa der sexuellen Belästigung zweier schwedischer Frauen, folgten.

Am 30. November des Jahres 2016 erklärten die Vereinten Nationen den Einspruch Großbritanniens gegen ihr früheres Urteil zugunsten von Julian Assange als "unzulässig".