Premiere auf hoher See: Aktuell weltweit kein einziger US-Flugzeugträger einsatzbereit

Premiere auf hoher See: Aktuell weltweit kein einziger US-Flugzeugträger einsatzbereit
Ein Crew-Mitglied des Flugzeugträgers Dwight D. Eisenhower.
Nach der Heimkehr des Flugzeugträgers Dwight D. Eisenhower in den Heimathafen wird für etwa zwei Monate kein US-amerikanischer Flugzeugträger im Mittleren Osten präsent sein. Dies berichten US-Medien. Der Grund dafür sind Wartungsarbeiten.

Weltweit wird bedingt durch die derzeitigen Umstände für die Dauer etwa einer Woche sogar kein einziger US-Flugzeugträger die Meere durchkreuzen.

Nach hunderten Einsätzen gegen den so genannten Islamischen Staat im Mittelmeer und dem Nahen Osten kehrte die Dwight D. Eisenhower am 30. Dezember nach Norfolk im US-Bundesstaat Virginia zurück. Der Flugzeugträger soll durch die USS George H. W. Bush ersetzt werden, doch nach Angaben von US-Medien könne dies bis zu zwei Monate dauern.

Entsprechend besorgt zeigen sich nun Repräsentanten der US-Armee, da diese zeitliche Lücke nun ausgerechnet zu einer Zeit entstehe, in der die Vereinigten Staaten mit einer Vielzahl potenzieller Bedrohungen konfrontiert wäre. Zu diesen würden Russland, China, Nordkorea, der Iran und der IS gehören.

Auch sei die Terrorgefahr in etlichen Regionen der Welt aufgrund verschiedener Faktoren hoch, so etwa in Europa, dem Nahen Osten und Nordamerika. Zu den Gründen für diese hohe Terrorgefahr zählten dabei etwa die "schwindende Stärke des IS" und "eine natürliche Tendenz, eine neue US-Regierung auf die Probe zu stellen".

Grund für die von der Mehrheit der "internationalen Gemeinschaft" wohl eher positiv aufgenommene Atempause auf hoher See sind zeitliche Rückstände bei der Instandsetzung der USS George H. W. Bush, die sich auf etwa sechs Monate belaufen. Die Gründe für diese aus Sicht der USA sehr unbefriedigende Situation reichen von schlechter Planung über nicht vorhergesehene Arbeiten bis hin zum Mangel an qualifiziertem Personal im Norfolk-Marinehafen aufgrund von Stellenstreichungen und fehlender Finanzierung.

Doch nicht nur die George H. W. Bush sah sich mit derlei Unannehmlichkeiten konfrontiert. "Chronische Probleme" in den vier Häfen der US-Navy hatten bereits zu zeitlichen Verzögerungen bei den jüngsten Instandsetzungen von US-Flugzeugträgern geführt. Die Dwight D. Eisenhower selbst verpasste im Jahr 2015 ihren fristgerechten Einsatz aufgrund von Problemen im Marinehafen und bei der Überholung des Flugzeugträgers. Daher musste sie für eine Übergangsperiode durch die Harry S. Truman ersetzt werden.

Nach Angaben weiterer US-Medien führen Budget-Kürzungen des Kongresses in Milliardenhöhe bereits seit dem Jahr 2011 regelmäßig zu Engpässen bei der Marine. Dies habe seinen Teil zu der Tatsache beigetragen, dass das US-Militär aktuell über keinen im Einsatz befindlichen Flugzeugträger verfügt. Außerhalb der Gewässer des Nahen Ostens werde es noch etwa eine Woche dauern, bis wieder ein US-Flugzeugträger die Meere befährt. Somit befindet sich vermutlich zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg kein US-Flugzeugträger außerhalb des heimischen Hoheitsgebiets im Einsatz.

Der russische Flugzeugträger

Die Vereinigten Staaten lassen die Gewässer des Nahen Ostens jedoch nicht gänzlich verwaisen. So befindet sich derzeit etwa ein Kampfladungsschiff mit tausenden "Marines" an Bord im Einsatz, um gegebenenfalls auf "Krisen" zu reagieren. Das amphibische Kampfschiff ist zudem auch mit Helikoptern und Kampfjets bestückt.

Am 8. August 2014 führte die USS George W. Bush die ersten Luftschläge gegen den IS im Norden des Irak durch. Nach etwa zweieinhalb Jahren kehrt der Flugzeugträger in Kürze an seine alte Wirkungsstätte zurück, um den Einsatz gegen den IS wiederaufzunehmen. James McCall, Kommandeur des Begleitschiffes Air Wing 8 und verantwortlich für die Kampfjets an Bord des Flugzeugträgers, mahnt jedoch:

Dies bedeutet aber nicht, dass dieser Einsatz in drei oder sechs Monaten noch die Priorität unseres Landes sein wird. Daher müssen wir darauf vorbereitet sein, Einsätze überall und zu jeder Zeit durchzuführen.

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