Trump feuert Mitglied des Übergangsteam für das Verbreiten von Fake-News über Clinton

Trump feuert Mitglied des Übergangsteam für das Verbreiten von Fake-News über Clinton
Michael G. Flynn
Der künftige Präsident Donald Trump hat angeblich ein Mitglied seines Übergangsteams gefeuert, weil dieses Gerüchte über eine Beteiligung Hillary Clintons an einem Pädophilenring verbreitet hat. Brisant: Der Betroffene ist Sohn des neuernannten Chefs für Nationale Sicherheit, Michael T. Flynn.

Trump entließ am Dienstag Michael G. Flynn, den Sohn seines künftigen Nationalen Sicherheitsberaters Lt. Gen. Michael T. Flynn. Dies berichtet die New York Times.

General Michael Flynn, ehemals Chef des Militärgeheimdienstes DIA, auf dem Weg zu einem Treffen mit dem gewählten Präsidenten Donald Trump, New York City, 17. November 2016.

Obwohl nicht offiziell bestätigt wurde, was genau zur Entlassung von Flynn führte, zitierte die Zeitung zwei Trump-Übergangsbeamte. Diese sollen gesagt haben, dass die Entscheidung mit seiner Rolle bei der Verbreitung falscher Nachrichten zu tun hatte. Die auch als "Pizzagate" bekannte Story handelt offenbar davon, dass Hillary Clinton in einen Kindersex-Ring involviert sei, der aus den Hinterzimmern des Restaurants "Comet Ping Pong" in Washington, D.C. operieren soll. Im Zusammenhang mit den von Wikileaks veröffentlichten E-Mails des Clinton-Wahlkampfmanagers John Podesta hatten einige Nachrichtenportale darüber spekuliert, ob kryptisch anmutende Botschaften Podestas an Dritte Codewörter aus der Pädophilenszene beinhaltet haben könnten.

Die offenbar gezielt lancierte Ente führte am Sonntag zu einem gefährlichen Zwischenfall. Ein Mann, der den Bericht geglaubt hatte, begann im Zuge "eigener Ermittlungen" im genannten Restaurant eine Schießerei. Weitere Bürger, die der Geschichte offenbar Glauben schenkten, bedrohten die Angestellten der Pizzeria sowie benachbarte Unternehmer mit dem Tod.

Obwohl die Strafverfolgungsbehörden bestätigten, dass bezüglich der Vorwürfe über einen Kindersexring im Restaurant keinerlei Ermittlungen durchgeführt werden, twitterte Flynn nur wenige Stunden nach dem Vorfall: "Bis sich Pizzagate als falsch herausstellt, bleibt es eine Story."

Flynns genaue Rolle im Übergangsteam ist ein wenig unscharf. Obwohl berichtet wurde, dass er eine Team-E-Mail-Adresse haben soll, dementierte der zukünftige Vize-Präsident Mike Pence am Dienstag, dass Flynn jemals für das Team gearbeitet hatte. So sagte Pence im Morgenprogramm des Senders MSNBC, dass Flynn "überhaupt nicht am Übergang beteiligt war".

Übergangssprecher Jason Miller widersprach jedoch später der Aussage Pences und bestätigte, dass Flynn für das Übergangsteam gearbeitet hatte. Er sei jedoch nicht mehr daran beteiligt.

John Podesta, der Wahlkampfmanager von Hillary Clinton steht im Zentrum der Spekulationen.

Inzwischen hat CBS News berichtet, dass Flynn nicht gefeuert wurde, sondern selbst seinen Rücktritt anbot, möglicherweise um seiner Entlassung zuvorzukommen. Er habe erkannt, dass er durch die Geschichte zu einer Belastung für das Übergangsteam geworden war.

Die mutmaßliche Entlassung von Flynn ist die neueste Entwicklung in der laufenden Debatte darüber, wie sehr gefälschte Nachrichten die Wahl 2016 beeinflussten. Sie wurde auch im deutschsprachigen Internet thematisiert: