Korruptionsvorwürfe: Clinton Foundation verzeichnet Spendenrückgang von 37 Prozent

Korruptionsvorwürfe: Clinton Foundation verzeichnet Spendenrückgang von 37 Prozent
Reicht es bald statt Silber nur noch für ein Plastikschild für die Clinton-Foundation?
Die ersten Berichte über mögliche Unregelmäßigkeiten im Gebaren der Clinton-Stiftung im April des Vorjahres haben dem Spenden- und Honoraraufkommen für Hillary Clinton massiv geschadet. Die Podesta-E-Mails haben die Verdachtsmomente teilweise erhärtet.

Medienberichten zufolge musste die gemeinnützige Clinton Foundation bereits im Jahr 2015 einen empfindlichen Rückgang hinsichtlich ihres Spendenaufkommens hinnehmen. Wie die New York Post berichtet, belief sich das gesamte Spendenaufkommen der Stiftung im Vorjahr auf 108 Millionen US-Dollar, was gegenüber den 172 Millionen im Jahr 2014 einen Rückgang von etwa 37 Prozent darstellte.

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Gleichzeitig hatte auch die frühere US-Außenministerin und zweimalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton einen Rückgang der Summe ihrer Vortragshonorare zu verzeichnen. Zwar ist in diesem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass die First Lady der Jahre 1992 bis 2000 bereits im April 2015 ihre Kandidatur angekündigt hatte und deshalb vermehrt Wahlkampfauftritte zu absolvieren hatte. Der von der New York Post angesprochene Rückgang war jedoch mit nur noch 357.500 US-Dollar gegenüber 3,6 Millionen des Jahres 2014 ein überaus deutlicher.

Der Spendenrückgang könnte im Zusammenhang mit Korruptionsvorwürfen stehen, die erstmals im Jahr 2015 vom rechtskonservativen Nachrichtenportal Breitbart News erhoben wurden. Der Autor des Buches "Clinton Cash" und Präsident des Instituts für Regierungsverantwortlichkeit, Peter Schweizer, hatte Hillary Clinton unter anderem vorgeworfen, als Außenministerin politische Gefälligkeiten gegen Spenden an die von ihrem Ehemann und Ex-Präsidenten Bill Clinton gewährt zu haben.

Dabei soll es mehrfach um siebenstellige Summen gegangen sein, die Großunternehmen oder Regierungen fremder Staaten – unter anderem jene arabischer Golfmonarchien – an die Clinton Foundation vergeben haben sollen.

Während Clinton in den letzten Monaten des Wahlkampfs zur US-Präsidentschaftswahl 2016, bei der sie an ihrem republikanischen Gegenkandidatin Donald J. Trump scheiterte, eine aggressive antirussische Rhetorik pflegte, war sie als Außenministerin Deals mit der Russischen Föderation noch nicht abgeneigt. So soll sie einem im April 2015 erschienenen Beitrag in der New York Times zufolge im Jahr 2010 dem Verkauf und der Lieferung von nicht weniger als 20 Prozent der US-amerikanischen Uran-Vorkommen an die russische Regierung zugestimmt haben.

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In den Jahren 2009 bis 2012 hat der Vorsitzende des 2010 mehrheitlich vom staatlichen russischen Energieriesen Rosatom übernommenen Unternehmens Uranium One, Ian Telfer, über mehrere Kanäle einen mehrfachen Millionenbetrag an eine Tochterorganisation der Clinton Foundation gespendet, der gegenüber der Öffentlichkeit verborgen gehalten wurde. Ob es sich bei dieser Transaktion tatsächlich um ein Quid-pro-quo-Geschäft gehandelt habe, ist Gegenstand umfangreicher Spekulationen. Das Trump-Lager hatte den Sachverhalt jedoch im Wahlkampf genutzt und die Frage an Clinton aufgeworfen:

Wenn die Russen tatsächlich so eine Gefahr sein sollen, warum haben Sie dann 20 Prozent des US-amerikanischen Urans an sie verkauft?

Eine Vielzahl von Anschuldigungen, die Schweizer und das Breitbart-Netzwerk erhoben hatten, sollten durch den Inhalt der 2016 von Wikileaks enthüllten E-Mails vom Server des Clinton-Kampagnenchefs John Podesta erhärtet werden.
Auch die von der Clinton Foundation durchgeführte Spendenkampagne anlässlich des verheerenden Erdbebens in Haiti im Jahre 2010 soll primär dem Zweck gedient haben, Personen eine Vorzugsbehandlung zukommen zu lassen, die als "FOB" ("Freunde Bill Clintons") oder "WJC VIPs" ("William Jefferson Clinton VIPs") eingestuft worden waren.

Der frühere Senatspräsident von Haiti, Bernard Sansaricq, verurteilte Hillary Clinton dafür in scharfen Worten:

Während unsere Menschen starben, missbrauchte Hillary ihren Posten als Außenministerin und vergab bevorzugte Zugangsmöglichkeiten zu etwas, das das Außenministerium als einen "Goldrausch" für ihre reichen Spender betrachtete, im Austausch für exorbitante Vortragshonorare und Großspenden für die Clinton Foundation.

Wer Hillary Clinton nicht liebt, soll sie offenbar zumindest fürchten: Bereits in mehreren Fällen hatte eine zu kritische Haltung gegenüber der Kandidatin nachteilige Folgen für US-amerikanische Journalisten.

Podesta räumte in den geleakten Mails ein, dass der frühere Präsident Bill Clinton in hunderten Fällen in Interessenkonflikte zwischen seinen privaten Geschäftsinteressen und jenen der Familienstiftung geraten sei. Tochter Chelsea Clinton, die im Fall einer Wahl ihrer Mutter zur Präsidentin die Leitung der Clinton Foundation hätte übernehmen sollen, hatte Wikileaks zufolge auch eine interne Revision in Auftrag gegeben, die ergeben habe, dass 

[…] einige Befragte über Konflikte berichtet haben zwischen jenen, die als Fundraiser aufgetreten waren, und Spendern, von denen einige eine Erwartungshaltung bezüglich Quid-pro-quo-Vorteilen im Gegenzug zu den Spenden an den Tag gelegt haben.

Auch einige etablierte Medien hatten in diesem Zusammenhang Fragen aufgeworfen, inwieweit die Clinton Foundation aus diesem Grund die Namen von Spendern verborgen halten würde. Etwa eine Woche vor der Präsidentschaftswahl hatte der frühere stellvertretende FBI-Direktor Thomas Fuentes erklärt, die Behörde würde "derzeit auf breiter Ebene gegen die Clinton Foundation ermitteln".