Pipeline-Unfall in Pennsylvania: Die Sorgen der Protestler in Standing Rock sind berechtigt

Pipeline-Unfall in Pennsylvania: Die Sorgen der Protestler in Standing Rock sind berechtigt
Demonstranten und Polizisten während einer Kundgebung in Standing Rock, North Dakota, USA, 15. November 2016.
Seit Monaten protestiert die indigene Bevölkerung zusammen mit Aktivisten in North Dakota gegen den geplanten Pipelinebau durch die Firma Sunoco. Das Platzen einer Pipeline von Sunoco im Bundesstaat Pennsylvania offenbart einmal mehr die Risiken.

Die Proteste in Standing Rock, North Dakota, sorgen seit Monaten für mediale Aufmerksamkeit. Unter den Protestierenden befindet sich auch der ehemalige Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders.Das Hauptargument der Demonstranten ist neben dem Schutz von Kultstätten die Sorge um das Trinkwasser. Die geplante Pipeline überquert auf ihrer 1.700 Kilometer langen Route zahlreiche Wasserwege, darunter wenige hundert Meter nördlich des Standing-Rock-Reservats auch den Missouri, der an dieser Stelle zum Lake Oahe gestaut wird.

Ein Leck in der Pipeline könnte die Trinkwasserversorgung des Reservats zerstöre, dass sich zu 100 Prozent aus dem Fluss speist. Dass diese Sorgen nicht ganz unberechtigt sind, belegt ein weiterer Vorfall, der sich Ende Oktober in Pennsylvania ereignet hat. Nach heftigen Regenfällen platzte dort eine Pipeline. Ausgerechnet von derselben Firma, die auch in Standing Rock involviert ist: Sunoco.

Es flossen 210.000 Liter Benzin in den Wallis Run, einen Zufluss zum Loyalsock Creek, der später in den Susquehanna River mündet. Ungefähr sechs Millionen Menschen sind auf die Trinkwasserversorgung durch den Fluss angewiesen. Der Susquehanna stand auch schon vor dem Vorfall auf der Liste der am meisten gefährdeten Flüsse in den USA auf Platz 3.

Der Fluss wird zusätzlich durch die Förderung von Gas bedroht. Insbesondere durch ein Verfahren, das als hydraulic fracturing, besser geläufig unter „Fracking“, bekannt ist. Umweltschützer sind besorgt, da Pipelines von Sunoco offenbar häufiger brechen als die der Konkurrenz. Seit 2010 hat es mehr als 200 Lecks gegeben, berichtet „Fortune“ und zitiert in dem Zusammenhang eine Analyse von Regierungsdaten durch Reuters.

Auch in Deutschland kommt es immer mal wieder zu Problemen mit austretendem Öl. So liefen im Jahr 2013 bei einem Unfall in Etzel, Ostfriesland, bis zu 40.000 Liter Rohöl aus. Über einen Zeitraum von 20 Stunden seien zwei Kubikmeter Öl pro Stunde ausgetreten, teilte das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie mit.

Das Öl sei vermutlich durch ein zum Teil geöffnetes Entlüftungsventil ausgetreten. Warum das Ventil undicht war, sei nicht geklärt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt noch. Auch im Münsterland kam es zu Problemen mit austretendem Rohöl. Dort wird seit 50 Jahren Rohöl in Hohlräumen von Salzstöcken gelagert. Ein Teil der nationalen Ölreserven.

Vor zwei Jahren trat plötzlich Rohöl an die Oberfläche. Der Schaden betrug mehrere Millionen Euro. Zehn Kühe mussten getötet werden, da sie von dem Öl-Wasser-Gemisch getrunken hatten. Woher das Leck kommt, ist noch immer unklar. In den Hohlräumen unter der Erde lagern in etwa 1,4 Millionen Kubikmeter Rohöl.

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