‚Blödmann Bernie‘: #PodestaEmails11 beweisen noch mehr Abneigung gegen Sanders

Wahlkampfmanager John Podesta mit Neera Tanden und Hillary Clinton
Wahlkampfmanager John Podesta mit Neera Tanden und Hillary Clinton
WikiLeaks veröffentlichte die elfte Tranche der E-Mails von John Podesta. Sie beinhalten eine Diskussion über Clintons potentielle Kandidaten für die Vizepräsidentschaft und weitere Beweise für die Abneigung gegen Bernie Sanders innerhalb der Wahlkampagne.

Es soll sich bei diesem Leak um 2.000 E-Mails von insgesamt 50.000 Dokumenten aus Clintons Wahlkampfzentrale handeln, welche die Webseite besitzt.

Die Veröffentlichung von Dienstag beinhaltete die Kommunikation zwischen Kampagnenmitarbeitern über den Umgang mit Medienanfragen, die sich auf Clintons „herumgeeiere“ in Fragen der Homo-Ehe, das Erreichen von Latino-Unterstützung und den Stillstand in Clintons gesundheitspolitischen Plänen beziehen.

'Blödmann Bernie'

In einer Email-Konversation vom Dezember 2015, schrieb Podesta an Neera Tanden, der Präsidentin und CEO des ‚Zentrums für amerikanischen Fortschritt‘, in Bezug auf die Pariser Klimakonferenz und bezeichnete Bernie Sanders hierbei als „Blödmann“, weil dieser das Abkommen kritisierte.

„Wir brauchen starke Aktionen in sehr naher Zukunft und dies wird hiermit nicht gewährleistet.“, sagte Sanders in einem Statement einen Tag nachdem dieser Beschluss getroffen wurde. Schon einen Monat vor dem Klima-Gipfel sagte er, dass der Klimawandel „direkt mit dem Anwachsen des Terrorismus in Verbindung steht“.

Im Januar 2016 bat Podesta Tanden, eine „Intervention durchzuführen“ bei der Unterstützung von Bernie Sanders durch Benjamin Jealous, dem ehemaligen Präsidenten der NAACP, einer Organisation, die für die Rechte von dunkelhäutigen Menschen kämpft.

„Warum tut [Jealous] das? Ich komme ihm gerne entgegen. Ich weiß nicht, ob es ihn interessiert, aber ich werde es gerne probieren.“, antwortete Tanden Podesta in einer E-Mail. Jealous blieb allerdings bei seiner Unterstützung für Sanders.

Potentielle Vizepräsidentschaftskandidaten

Eine Liste potentieller Vizepräsidentschaftskandidaten wurde in „grobe Lebensmittelgruppen“ sortiert, detailliert in einer Mail von Podesta an Clinton dargelegt. Die 39 Namen beinhalten den Gründer von Microsoft, Bill Gates, seine Frau Melinda, den Apple CEO Tim Cook und in einer separaten Kategorie, Bernie Sanders.

Michael Bloomberg wird auch aufgeführt, genau wie der Innenminister Ken Salazar und eine Senatorin aus New Hampshire, Jeanne Shaheen.

Eine Analyse der „Gruppen“, die von Podesta mit anderen aus Clintons Team aufgestellt wurden, hat potentielle Vizepräsidentschaftskandidaten in sieben Kategorien gefasst: Politiker mit Latino-Wurzeln, weibliche Politiker, weiße männliche Politiker, schwarze männliche Politiker, Militär, Wirtschaftsmagnaten und Bernie Sanders.

Minderheiten

Ethnie und Geschlecht sind wieder kritische Punkte bei der Vergabe von Posten, wie eine Mail aus dem Jahr 2008 von Obama-Berater Mike Froman an Podesta zeigt. Froman schreibt, er sei gescheitert, die afro-amerikanische Susan Collins (damals Dekanin der Universität Michigan) für einen Posten der „Vorsitz“ genannt wird, zu gewinnen.

„Ich weiß nicht, wie du damit zu ihm kommen wirst. Ich denke nicht, dass es noch einen anderen afro-amerikanischen Kandidaten gibt, mit dem die Leute als Vorsitzenden leben könnten, obwohl entweder Ceci oder Peter (wenn es sein muss) ein Mitglied sein könnte.“, sagt Froman.

Podesta antwortet: „Kannst du Larry anrufen und fragen, welche Minderheiten er auf die Spitzenplätze setzen würde? Könnte ein Asiate sein. Ich weiß, das ist nicht sein Geschmack, besser wenn es eine Frau wäre.“

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USB-Stick

Eine E-Mail vom 24. Juli 2015 von Clintons langjährigem Rechtsanwalt David Kendall diskutierte die Benachrichtigung des Kongresses durch den Generalinspekteur der Geheimdienste, dass Geheiminformationen durch Clintons E-Mails kompromittiert wurden. Er gab außerdem bekannt, dass er über einen USB-Stick verfüge, der ihre privaten E-Mails enthalte.

Ein Bericht der Washington Post aus derselben Zeit enthüllte, dass das Justizministerium über eine potentielle Sicherheitsübertretung unterrichtet war, als es eine „Benachrichtigung“ vom Generalinspekteur der Geheimdienste, Charles McCullough III, erhielt.

Laut Kendall „nennt der Bericht explizit, dass keine dieser E-Mails ‚geheim‘ oder andere Beschränkungsmarkierungen trugen. Der Bericht fährt fort, dass laut eigener Einschätzung des IC IG Berichts der 55.000 Seiten festgestellt wurde, dass mindestens vier dieser E-Mails als ‚geheim‘ hätten eingestuft werden müssen, da sie IC Information enthalten, die eine solche Klassifizierung verdienen, und dass ein USB-Stick mit diesen E-Mails sich in David Kendalls (meinem) Besitz befindet bei Williams & Connolly.“

„Das scheint die einzige Erwähnung einer ‚Benachrichtigung' zu sein, schließt Kendalls E-Mail.“

Eine Darstellung des Büros des Generalinspekteur erklärt, dass „das Hauptanliegen dieser ‚Benachrichtigung‘ es war, Sicherheitsbeamte darüber in Kenntnis zu setzen, dass geheime Informationen möglicherweise auf mindestens einer Festplatte und einem USB-Stick existieren, die sich nicht im Besitz des Staates befinden.“

FBI Akten aus der Untersuchung über Clintons Emails, welche im September veröffentlicht wurden, enthüllen, dass ein Laptop der Clinton Foundation sowie ein USB Stick fehlten.

„Weder Hanley noch [gestrichen] können sagen, wo sich der Archiv-Laptop oder der USB Stick, der das Archiv enthält, momentan befinden, noch verfügt das FBI über sie“, geht aus den FBI Akten hervor.

Goldman Sachs Geld

In einer Mail vom Februar 2016 nennt der Wahlkampfstratege Tom Cosgrove Podesta drei Ideen, um Clintons Kampagne zu helfen. Er schlägt vor das „Goldman Sachs Geld“ an den Kinderschutzbund zu spenden, da dies „ihr eine reale Möglichkeit gibt, die Öffentlichkeit dazu zu bewegen, ihre langjährigen Anstrengungen für soziale Gerechtigkeit auf einem Wege zu schätzen, den bloßes Reden darüber oder es zu bewerben nie erfüllen wird.“

Cosgrove schlägt vor, dass sie eine Variation des Satzes „Ich stehe völlig hinter den Zielen von Senator Sanders und werde diese auch verfolgen, wenn die 218 Mitglieder des Kongresses und 60 Senatoren Heilige sind. Aber wir wissen, dass der nächste Kongress nicht voller Heiliger sein wird.“

Inspiration durch Jeb

Clintons Lager hat sich Inspiration von Jeb Bushs Position zur Wirtschaft geholt, indem sie sich mit einer Forschungsgruppe in Kontakt setzten, welche Bushs „Message“, die die „Hälfte der Afroamerikaner und Demokraten sowie zwei Drittel der Latinos“ anzog, lobte.

„Manche denken, dass es zu hart geendet hat. Aber die Perspektive auf die Wirtschaft hat wirklich funktioniert. Wir sagten den Leuten nicht, dass dies von Bush kam. Aber es ist eine Warnung.“, steht in der Mail von Lake Research an die Clinton Beraterin Minyon Moore.

Die Opposition

Tonbänder mit neun Stunden Konversation von Donald Trump, aus „Nie Genug: Donald Trump und die Suche nach Erfolg“ mit dessen Autor Michael D’Antonio, wurden Clinton Beraterin Janet Keller in einer Mail vom 4. März 2016 angeboten. „Er will kein Geld dafür.“, wird Keller mitgeteilt, die den Titel „Oppositionsforschung“ trägt.

Der Harvard Professor Larry Lessig, der seine Kandidatur für die Vorwahlen der Demokraten im August 2015 ankündigte, wird in einer E-Mail von Neera Tanden heftig kritisiert.

„Ich hasse den Kerl wie verrückt. Am liebsten würde ich ihn auf Twitter fertig machen… aber ich weiß, dass das dumm wäre.“, schreibt Tanden an Podesta. Lessig gab schließlich seine Kandidatur auf, bevor die Vorwahlen begannen.

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