„Schnapp ihn dir, Baby!“ - Weißer Rassist tötet schwarzen Teenager während seine Freundin jubelt

„Schnapp ihn dir, Baby!“ - Weißer Rassist tötet schwarzen Teenager während seine Freundin jubelt
Ein weißer Rassist hat einen afro-amerikanischen Teenager mit dem Kopf in das Schaufenster eines Lebensmittelgeschäfts geschlagen, ihn anschließend mit dem Auto gejagt und ihn dann überfahren, während seine Freundin ihm zujubelte. Beide wurden wegen Mordes angeklagt.

Der 19-jährige Larnell Malik Bruce lud am 10. August, kurz vor Mitternacht, sein Telefon außerhalb eines 7-Eleven-Marktes in Gresham in Oregon auf, berichtete eine Bekannte des Opfers der örtlichen Polizei.

Der Abend nahm plötzlich eine heftige Wendung, nachdem der 38-jährige Russell Courtier und seine Freundin, die 35-jährige Colleen Hunt, sich ihm offenbar näherten. Courtier und Bruce sollen eine Auseinandersetzung gehabt haben. Als die Fäuste flogen, soll Hunt, die Partnerin Courtiers, gerufen haben: „Schnapp ihn dir, Baby!“, war in der Zeitung Portland Mercury zu lesen.

Der 38-Jährige schlug daraufhin Bruces Kopf in das Schaufenster des Ladens, wobei das Glas brach und forderte die Mitarbeiter des Geschäfts dazu auf, den Notruf zu wählen.

Der Teenager zog schließlich ein Messer, um sich zu schützen und versuchte, vom Ort des Geschehens zu fliehen.

Aber Courtier, ein langjähriges Mitglied der rassistischen Gang European Kindred (EK), und Hunt waren mit dem Teenager noch nicht fertig.

Courtier jagte Bruce mit seinem Geländewagen, als dieser weglief. Das Paar versuchte, den Flüchtenden zu überfahren, das gelang jedoch beim ersten Versuch nicht, weil der Teenager auf dem Gehweg kehrtmachte und in die andere Richtung lief.

„Courtier, der einen Jeep Wrangler des Baujahres 1991 fuhr, jagte Bruce, als er auf der NE 188th Ave. nach Norden lief. Courtier konnte Bruce einholen und überfuhr ihn mit seinem Fahrzeug, bevor er vom Tatort floh. Hunt befand sich auf dem Beifahrersitz“, so der Bericht des Gresham Police Departments.

Laut einer eidesstattlichen Erklärung, die der Staatsanwaltschaft vorliegt, wendete Courtier sein Fahrzeug und jagte Bruce „über die Gegenfahrspuren hinweg und erfasste ihn dann absichtlich mit der Vorderseite des Fahrzeugs“, zitierte der Portland Mercury das Dokument.

Kurze Zeit später trafen Polizeibeamte am Tatort ein und fanden den jungen Mann, der auf der Mitte der Straße lag. Er blutete aus dem Kopf und aus den Ohren. In kritischen Zustand wurde er in ein Krankenhaus transportiert, in dem er einige Tage später seinen Verletzungen erlag, berichtete der lokale Nachrichtenkanal KATU am 15. August.

Die Polizei entdeckte den Jeep kurz nach dem Vorfall und hielt das Paar Courtier und Hunt an. Sie gaben an, Bruce absichtlich überfahren zu haben.

Eine Grand Jury klagte sie am 18. August an. Gegenstand der Klage sind Mord und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr mit Personenschaden.

Die Anklage geht nicht davon aus, dass es sich um ein „Hatecrime“, also ein Hassverbrechen handelte, obwohl der Greshamer Polizeibeamte Aaron Turnage aussagte, dass ihm der Bezug Hofmanns zum Rassismus bekannt ist. Es sei „zu diesem Zeitpunkt unklar“, ob der Mord einen rassistischen Hintergrund habe.

Es ist noch nicht bekannt, wie die Auseinandersetzung zwischen beiden Parteien begann. Die Behörden müssen dennoch öffentlich ein Motiv bekanntgeben.

Courtier verbrachte einen großen Teil seines Erwachsenenlebens wegen Waffen und Gewaltverbrechen in den Gefängnissen Oregons. In der Nacht, in der er den Angriff gegen Bruce beging, war er auf Bewährung draußen, da er im Jahr 2013 eine Frau mit einem Messer angegriffen hatte.

Im Jahr 2012 wurde Courtier auf Bewährung verurteilt da er angeblich seine Verlobte am Hals griff und ihren Kopf gegen ihre Windschutzscheibe schlug, nachdem sie ihn nach Benzingeld gefragt hatte. Danach sprang er auf ihr Auto und schlug mit seinen eigenen Kopf so lange auf die Windschutzscheibe ein, bis sie riss.

Die rassistische Gruppe EK, wurde im Jahr 1998 im Gefängnis „Snake River Correctional Institution“ (SRCI) von David Kennedy gegründet. Dieser sagte, er wollte „unsere eigenen Leute in diesem Laden schützen“, gab das „Southern Poverty Law Center“ an. Dabei handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation zur Bekämpfung von Rassismus und Förderung von Bürgerrechten. Die Gang breitete sich bald in andere Gefängnisse im ganzen Staat aus.

Courtier kam mit der Gruppe in Kontakt, als er mehrere Jahre in der Haftanstalt „Eastern Oregon Correctional Institution“ verbüßte. Der Grund für diese Haftstrafe war laut den Gefängnisaufzeichnungen eine Messerattacke im Jahr 2001. Im September 2003 wurde er in seiner Zelle dabei erwischt, wie er das Logo der Gruppe malte. Sein Engagement und die Korrespondenz mit anderen Bandenmitgliedern vertiefte sich daraufhin.

Der 38-Jährige ist auch beschuldigt worden, zwischen 2001 und 2013 fast 40 schwere Verstöße innerhalb von Haftanstalten begangen zu haben, die von Angriffen bis zur Vereinigung mit anderen EK Mitglieder reichen.