Vorteilsnahme im Amt - Für Hillary Clinton wird es eng

Vorteilsnahme im Amt - Für Hillary Clinton wird es eng
Ein Sieg Hillary Clintons ist längst keine ausgemachte Sache mehr. Selbst die New York Times, das Organ der fest hinter der Präsidentschaftskandidatin stehenden US-Großbourgeoisie, warnte am Mittwoch seine Leser vor zu viel Gelassenheit und stellt ein bis zum Schluss hartes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Donald Trump in Aussicht. Das hat gute Gründe. Wegen Hunderter von Millionen verschwundener Dollars gibt es eine neue Kontroverse um die Clinton Stiftung. Von Wohltätigkeitsbetrug ist die Rede.

von Rainer Rupp

Nicht nur hat Kandidatin Hillary Clinton ihren Umfragevorsprung von mehreren Prozentpunkten infolge des Pro-Hillary-Medienrummels unmittelbar nach ihrer Nominierung inzwischen verloren, sondern neue Enthüllungen machen ihr schwer zu schaffen. Da wären zunächst Hillarys nach Korruption stinkende Geldgeschäfte, die sie über ihre „Stiftung“ während ihrer Amtszeit als US-Außenministerin gemacht hat. Dank einiger Tausend neuer E-Mails ist dies nun ans Licht gekommen. Zugleich ist bekannt geworden, dass brisante, ihre Person betreffende FBI-Akten über einen spektakulären Selbstmordfall aus ihrer unmittelbaren Umgebung, während ihrer Zeit als First Lady im Weißen Haus, aus unerklärlichen Gründen aus dem offiziellen Archiv „verschwunden“ sind. Und nicht zuletzt mehren sich in den Medien alarmierende Berichte über ihren angeblich bedenklichen Gesundheitszustand, worauf ihre verschiedenen Schwächeanfälle und ihr sporadisch sehr seltsames Verhalten bei etlichen Wahlveranstaltungen in jüngster Zeit zurückgeführt wird.

Hillary im Dämmerlicht...

Bei den nun neu ans Licht gekommenen E-Mails geht es nicht wie zuvor um absichtlichen oder fahrlässigen Geheimnisverrat, sondern um Vorteilsnahme und Korruption im Amt. Bisher steht bereits so viel fest, dass jeder – egal ob aus dem Inland oder Ausland –, der eine größere „Spende“ an die private Clinton-Stiftung gemacht hatte, – je nach Höhe der „Spende“ – als Gegenleistung ein Telefongespräch oder gar ein persönliches Treffen mit der US-Außenministerin bekam, um sein „Anliegen“ vorzubringen.

Der gesamte Umfang und das Ausmaß des Bestechungs- und Korruptionsunwesens in dem Beziehungsgeflecht zwischen US-Außenministerin, ihrer privaten Clinton-Stiftung und ihren reichen, auch ausländischen Spendern ist längst noch nicht erfasst. Aber laut eines vorläufigen Berichts der Nachrichtenagentur AP haben 85 von insgesamt 154 privaten Besuchern von Hillary im Ministerium die nicht unerhebliche Summe von 156 Millionen Dollar an die Clinton-Stiftung überwiesen. Davon haben 40 Leute mehr als 100.000 und 20 mehr als 1 Million Dollar „gespendet“.

Nicht inbegriffen in dieser Zahl von 154 sind Hillarys Gespräche mit Vertretern von mindestens 16 fremden Regierungen, die insgesamt 170 Millionen an die Clinton-Stiftung überwiesen haben. Und ebenfalls nicht mitgezählt sind Hillarys zahllose „private“ Treffen mit reichen Feudalherren aus den Golfstaaten. Mit denen scheint sie seit Langem besonders innige Beziehungen zu pflegen, zumindest wird dieser Eindruck durch entsprechende Fotos vermittelt. Das ist auch kein Wunder, denn die autoritär regierenden Herrscher, die zum Beispiel zu Hause alles tun, um die Gleichberechtigung der Frau zu bekämpfen, haben sich stets besonders spendabel für Hillarys wohltätige Stiftung gezeigt, die sich auch die weltweite Durchsetzung der Frauenrechte auf die Fahnen geschrieben hat, und auch gleich noch die Rechte für Schwule und Lesben.

Allerdings unterstützen die reichen Scheichs mit ihren Spenden ebenso wenig die Gleichberechtigung der Frau und der Homosexuellen wie die Clinton-Stiftung eine wohltätige Organisation ist, sondern nur für die Wohlfahrt der Clintons sorgt. Tatsächlich geht es bei den „Gesprächen“ und „Spenden“ um undurchsichtige Waffen- und Politdeals, wobei eine Hand die andere wäscht.

Bezeichnenderweise hat sich das US-Justizministerium (DoJ) und das FBI in diesem weithin nach Korruption stinkenden Skandal vornehm zurückgehalten. Viele der leitenden Personen im DoJ, von der Justizministerin abwärts, waren schon im Jahr 1999 von Hillarys Ehemann Bill auf ihre Posten gehievt worden. Wie in jeder guten Bananenrepublik hat daher das Justizministerium die Clinton-Stiftung nicht einmal auf seinem Radar. Denn die „wohltätige“ Stiftung hat von ihren insgesamt auf mindestens 2 Milliarden Dollar geschätzten Einnahmen bisher nur einen winzig kleinen Bruchteil (eine Million Dollar in 2015) nachweislich für humanitäre Zwecke gestiftet. Was tatsächlich mit dem vielen Geld der Clinton-Stiftung geschieht, ist laut einem US-Experten für Finanzbuchhaltung und Betrug in „wohltätigen“ Unternehmen nicht nachzuvollziehen. „Von Hunderten von Millionen Dollar“ fehle „jede Spur“, so der Experte. (Siehe dazu das Video-Interview auf Youtube:

Als wäre es nicht genug, dass die Clinton-Stiftung nun plötzlich im Rampenlicht steht, hat Hillarys teilweise bizarres, unkontrolliertes Verhalten bei Wahlveranstaltung zu einer Lawine von Fragen über ihren Gesundheitszustand geführt.

Ihr Wahlkampfteam und die meisten Mainstreammedien taten diese Fragen als Verschwörungstheorie und als üble Verunglimpfung ab. Inzwischen kann sich aber jeder über die zahllose Youtube-Videos selbst ein Bild machen. Nicht selten wirkt die Kandidatin wie von Tabletten aufgedunsen und unsicher auf den Füßen. Sie unterbricht plötzlich ihre Reden und stammelt für einige Sekunden hilflos, muss immer wieder mal von Personenschützern aufgefangen und gestützt werden, um nicht zusammenzubrechen. Tatsächlich ist es kein Geheimnis, dass Hillary schon seit einiger Zeit an einer ganzen Reihe von schweren Krankheiten leidet. Inzwischen halten selbst Mainstream-Vertreter die Frage, ob Hillary wegen ihrer Gesundheitsprobleme dem anstrengenden Job als Präsidentin der USA gewachsen wäre, für legitim.

Derweil hat The Daily Mail, eine Zeitung, die dem Mainstream zuzurechnen ist, das Ergebnis einer "umfassenden Untersuchung" bekannt gegeben, mit der die FBI-Berichte der ehemaligen Agenten Coy Copeland und Jim Clemente, die Hillary direkt mit dem "Selbstmord" des stellvertretenden Beraters des Weißen Hauses Vince Foster in Verbindung gebracht haben, wieder auffinden sollte. Ausgerechnet diese Dokumente sind aus dem „Nationalen Archiv“ verschwunden, während die 3.000 übrigen Berichte aus der kriminellen FBI-Untersuchung über den Immobilienskandal der Clintons, der in die US-Geschichte als strafrechtlich nicht verfolgter „White Water“-Betrug einging, noch an ihrem Platz stehen.

Vince Foster war der Mentor der jungen Hillary gewesen, als sie noch in der “Rose Anwaltskanzlei“ in Little Rock, Arkansas arbeitete. Als Bill Clinton am 20. Januar 1993 als 42. Präsident der Vereinigten Staaten bestätigt worden war, bekam Foster den Job als stellvertretender Chefjustiziar des Weißen Hauses. Auf den Tag sechs Monate später wurde Foster am Potomac-Fluß tot aufgefunden. Bequemerweise war Fort Marcy Park Eigentum des Bundesstaates und somit war nicht die lokale sondern die Bundespolizei zuständig. Die beschied auf „Selbstmord“ mit einem Schuss aus einem 38er-Revolver. Die Tatsache, dass Foster als Insider und Hauptzeuge kurz davor stand, im „White Water“-Fall gegen die Clintons auszusagen, wurde gar nicht erst in Erwägung gezogen. Wie etliche andere Selbstmorde und Todesfälle von Leuten, die dem Clinton-Gaunerpärchen hätten gefährlich werden können, ist auch der Tod Fosters bis heute ein Rätsel geblieben.