Anwälte im Fall "Playpen": FBI rüstete Kinderpornoseite technisch auf und verfünffachte Zugriffsrate

Anwälte im Fall "Playpen": FBI rüstete Kinderpornoseite technisch auf und verfünffachte Zugriffsrate
Im Februar 2015 hat das FBI eine Kinderporno-Seite im Darknet unter seine Kontrolle gebracht. Um die Nutzer des illegalen Dienstes identifizieren zu können, betrieb die Bundespolizei die Seite noch zwei Wochen weiter. Nun stehen Vorwürfe im Raum, das FBI habe das Angebot im Zuge dieser Maßnahme auch „verbessert“ und lies die Zugriffe um rund das Fünffache steigen. Die Nutzer der Kinderporno-Seite zeigten sich begeistert.

Nachdem das FBI die Kontrolle über die Seite „Playpen“ übernommen hatte, nutzten die Beamten das illegale Darknet-Angebot noch rund zwei Wochen, um die Computer der Nutzer mit Malware zu infizieren, um diesen so auf die Schliche zu kommen. Weltweit wurden so über 4.000 Rechner gehackt, 186 Personen wurden angeklagt. In einem der Verfahren kam nun heraus: Offenbar hat das FBI die Seite in seiner Obhut signifikant technisch verbessert.

So wuchs nach der Beschlagnahmung die Mitgliederzahl auf Playpen um rund ein Drittel, die Seitenaufrufe um rund das Fünffache. Statt wie zuvor 11.000 Aufrufe verzeichnete die Seite im Februar rund 50.000 Zugriffe pro Woche.

Zahlreiche Kommentatoren lobten in den zwei Wochen der FBI-Betreiberzeit die „viel bessere“ Erreichbarkeit der Seite. Auch Steven Chase, der vor Gericht als Administrator der Seite beschuldigt wird, sagte aus, die technische Infrastruktur sei nach der Übernahme in einem besseren Zustand gewesen.

Die Vorgehensweise der US-Bundespolizei im Fall „Playpen“ wurde trotz des Ermittlungserfolges stark kritisiert. Insgesamt fiel die Verbreitung von einer Million kinderpornografischer Bilder in die Verantwortung des FBI. Aufgrund des laufenden Verfahrens weigert sich die Behörde den Fall zu kommentieren.