Snowden: Auktion von gestohlenen NSA-Cyberwaffen könnte russische Warnung an die USA sein

Snowden: Auktion von gestohlenen NSA-Cyberwaffen könnte russische Warnung an die USA sein
Die von der Hackergruppe The Shadow Brokers gestohlenen Cyberwaffen des US-Geheimdienstes NSA sind offenbar echt. Darauf deuten Tweets von Edward Snowden hin. Der Whistleblower äußerte auch eine Vermutung, wer hinter der Attacke steckt.

Der Whistleblower Edward Snowden hat die Echtheit der Dateien am Dienstag indirekt bestätigt. Er schreibt auf Twitter, ein Hacker-Angriff auf den NSA-Server, auf dem Schadsoftware liege, sei nicht beispiellos, die Offenlegung eines solchen Angriffs dagegen schon.

Am Samstag hatte die zuvor unbekannte Gruppe The Shadow Brokers die gehackten Dateien auf der Plattform GitHub hochgeladen. Es soll sich dabei um Cyberwaffen handeln, die die Equation Group entwickelt hat. Diese Gruppe wird mit der NSA in Verbindung gebracht. The Shadow Brokers haben angekündigt, die Spionage-Software an den Meistbietenden im Internet zu versteigern. Die Dateien stammen offenbar bereits aus dem Jahr 2013.

Das Passwort für die Cyberwaffen wollen die Hacker an den Meistbietenden herausgeben.

Wenige Stunden nachdem der mutmaßliche Hacker-Angriff öffentlich wurde, ging die Website NSA.gov offline. Für fast einen ganzen Tag waren die Seiten nicht mehr zu erreichen, schreibt das US-Magazin Politico. Ein Zusammenhang zwischen dem mutmaßlichen Angriff auf den Server und dem Ausfall der Website ist bis jetzt nicht bekannt. Ein NSA-Sprecher wollte sich gegenüber Politico nicht zu den Vorgängen äußern.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Abteilung für Cyberangriffe TAO des Geheimdienstes NSA sagte unterdessen der Washington Post, die gehackten Dateien schienen echt. "Das Zeug untergräbt die Sicherheit vieler mächtiger Regierungen und Firmennetzwerke hierzulande und auch im Ausland", wird der nicht namentlich genannte Mitarbeiter zitiert.

Warum der Angriff veröffentlicht wurde, dazu schreibt Snowden: "Niemand weiß es." Laut dem Whistleblower deuten jedoch Indizien darauf hin, dass hinter The Shadow Brokers russische Hacker steckten. Die Beweise führt der Whistleblower nicht aus.

Snowden versteht die Veröffentlichung der Dateien als eine Warnung, "dass jemand die US-Verantwortung für NSA-Angriffe beweisen kann, die von dem gehackten Schadprogramm-Server ausgingen".

Edward Snowden mit seiner Freundin Lindsay Mills in einem Theater in Moskau.

Die Warnung, schreibt Snowden, könnte sich an US-amerikanische Entscheidungsträger richten, die überlegten, wie scharf sie auf den mutmaßlichen Angriff auf Server der Demokratischen Partei reagieren sollen.

Zuletzt hatten amerikanische Sicherheitsexperten Hacker der russischen Regierung dafür verantwortlich gemacht, in das Computernetzwerk der Demokraten eingedrungen zu sein und dort E-Mail und Chats mitgelesen zu haben. Ein Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin wies die Anschuldigungen damals zurück.

Snowden schließt seine Erklärungen mit einem ironischen Gruß an die NSA:

"Die unentdeckten Hacker, die auf diesem Server der NSA hockten, verloren im Juni 2013 den Zugang. Wenige öffentliche Daten weisen auf positive Ergebnisse des Lecks hin."

"Bitteschön, @NSAGov. Viele liebe Grüße."