Hackergruppe Shadow Brokers bietet "gestohlene NSA-Cyberwaffen" zum Verkauf an

Das Passwort für die Cyberwaffen wollen die Hacker an den Meistbietenden herausgeben.
Das Passwort für die Cyberwaffen wollen die Hacker an den Meistbietenden herausgeben.
Eine bisher unbekannte Hackergruppe behauptet, Cyberwaffen des US-Geheimdienstes NSA gestohlen zu haben. Im Internet versteigert die Gruppe die angeblichen Schadprogramme an den Meistbietenden. Noch ist unklar, ob die Software echt ist.

Das Hackerkollektiv, das sich The Shadow Brokers nennt, trat am Samstag erstmals in Erscheinung. Es richtete sich bei Twitter, Tumblr und anderen sozialen Netzwerken Profile ein. Um 9:47 Uhr meldete die Gruppe:

Die Hacker luden ihre Dateien auf die Server von GitHub hoch, einer Seite für Software-Entwickler, darunter auch einen File mit dem Namen eqgrp_auction_file.tar.xz.asc. Dahinter sollen sich hochwirksame Cyberwaffen der Equation Group verbergen, wie die Hacker in gebrochenem Englisch schreiben:

„We hack Equation Group. We find many many Equation Group cyber weapons.“

Als Equation Group wird eine Hackergruppe bezeichnet, die im vergangenen Jahr für Aufsehen sorgte. Laut Dokumenten der russischen IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab hat die Gruppe mit Schadsoftware Unternehmen und Regierungen in mehr als 30 Ländern angegriffen. Kaspersky nennt sie „eine der wahrscheinlich höchst entwickelten Cybersoftware-Gruppen der Welt“. Der Equation Group werden Verbindungen zur NSA unterstellt, da der US-Geheimdienst ähnliche Schadprogramme einsetzt.

Mittlerweile sind die Dateien, die The Shadow Brokers hochgeladen haben, vom Seitenbetreiber gesperrt worden. Es soll sich bei den Programmen um Schadsoftware handeln, die benötigt wird, um in fremde Netzwerke einzudringen und sie fernzusteuern.

Ob es sich bei den Dateien tatsächlich um Cyberwaffen handelt, ist noch nicht sicher. Die Hacker haben einige Screenshots mitgeliefert, die die Echtheit beweisen sollen. Darunter finden sich Code-Namen, die offenbar auch in Dateien vorkommen, die Edward Snowden geleakt hat. Außerdem haben die Hacker eine kleine Probe ihrer Dateien auf GitHub zum freien Download veröffentlicht, die Experten als glaubwürdig einschätzen.

Nach acht Jahren Entwicklung die am weitesten verbreitete Digitalwährung: Bitcoin

Die Auktion wird in der Internet-Währung Bitcoins abgewickelt. Gezahlt werden müsse sofort, das Passwort für die Dateien gehe an das höchste Gebot, schreiben die Hacker. Sollten mehr als 1 Million Bitcoins zusammenkommen, würden sie weitere Dateien veröffentlichen.

Diese Summe ist jedoch sehr hoch gegriffen. Bitcoin-Experten weisen darauf hin, dass es sich dabei immerhin um acht Prozent aller verfügbaren Bitcoins handelt, umgerechnet mehr als 500 Millionen Euro. Es sei unmöglich, eine solche Menge Geld jemals reinzuwaschen.

Wann sie die Versteigerung beenden wollen, haben The Shadow Brokers nicht mitgeteilt. Bisher läuft sie eher schleppend. Auf dem angegebenen Konto sind erst fünf Gebote eingegangen. Das höchste beträgt umgerechnet 20,24 Euro.