USA: Angriff auf Polizisten bei Demonstration in Dallas

USA: Angriff auf Polizisten bei Demonstration in Dallas
Unbekannte haben am Rande einer Antirassismus-Demonstration in Dallas aus dem Hinterhalt fünf Polizisten erschossen. Zahlreiche weitere wurden verletzt. Die Polizei nahm mehrere Verdächtige in Gewahrsam.

Die Polizei von Dallas hat eine Großfahndung eingeleitet. Sie sucht nach mehreren Sprengsätzen und möglichen weiteren Verdächtigen. Nach Angaben des Polizeichefs David Brown hätte ein Verdächtiger behauptet, in der ganzen Stadt mehrere Bomben gelegt zu haben.  

Ein anderer Verdächtiger, der sich in einem mehrstöckigen Gebäude verschanzt hatte, schoss sich bei einem Feuergefecht mit der Polizei selbst an, heißt es aus Polizeiquellen. Außerdem habe Polizei drei weitere Verdächtige festgenommen. Ob diese tatsächlich mit den Schüssen in Verbindung stehen, ist jedoch unklar.

Vor den Schüssen hatte in Dallas am Donnerstagabend ein Protestmarsch gegen Polizeigewalt stattgefunden. Hunderte Menschen protestierten gegen Rassismus und Polizeigewalt. Die Demonstration verlief zunächst friedlich, bis gegen 21 Uhr die ersten Schüsse auf Polizisten fielen. Die Täter schossen von erhöhten Positionen aus dem Hinterhalt. Die Polizei vermutet, dass gezielt auf Polizeibeamte geschossen wurde.

Von insgesamt zwölf angeschossenen Polizisten starben drei sofort, zwei weitere erlagen ihren Verletzungen im Krankenhaus. Eine Zivilistin wurde am Bein getroffen, der Bürgermeister von Dallas sprach von zwei verletzten Zivilisten.

Einer der zunächst Verdächtigten stellte sich in der Nacht freiwillig, nachdem die Polizei eine Foto von ihm veröffentlicht hatte. Zwei weitere Personen nahmen die Beamten nach einer Verfolgungsjagd fest. Die Verdächtigen – eine Frau und zwei Männer – werden nun befragt. Die Polizei hat die Bürger dazu aufgerufen, das Stadtzentrum zu meiden. Der öffentliche Verkehr wurde unterbrochen.

Das genaue Tatmotiv ist noch unklar. Der Protestmarsch, an dessen Rande sich die Ereignisse abspielten, richtete sich gegen die Polizeigewalt in den USA. Innerhalb von zwei Tagen erschossen Polizisten den 32-jährigen Philando Castile und den 37-jährigen Alton Sterling. Beide waren unbewaffnet in Polizeikontrollen geraten.

Anlässlich dieser tödlichen Übergriffe kam es gestern in den gesamten USA erneut zu Protesten der Bewegung Black Lives Matter

"Wir erleben so etwas viel zu oft", sagte Obama aus Warschau. Jeder Amerikaner fühle nun Wut, Frustration und Trauer. "Gefühle, die in friedlichen Protesten und Mahnwachen ihren Ausdruck finden. Michelle und ich teilen diese Gefühle", so Obama.

In Washington kündigte das Justizministerium an, die Fälle der beiden ermordeten Afroamerikaner zu untersuchen. Jedoch rechnet niemand mit einer Verurteilung der betroffenen Polizisten. In den vergangenen Jahren sprachen Richter die beschuldigten Beamten immer wieder frei. 

Seit dem Jahr 2014 kam es immer wieder zu Unruhen und Demonstrationen gegen rassistische Polizeigewalt. Damals hatte ein Polizist den 18-jährigen schwarzen Jugendlichen Michael Brown erschossen. Gegen den Polizisten wurde kein Verfahren eröffnet.