Weil er Differentialgleichungen berechnete: Mathematikprofessor löst Terroralarm in den USA aus

Verdächtiges Aussehen und verdächtige Aktivitäten: Weil er im Flugzeug Differenzialgleichungen löste, fand sich der Mathemathikprofessor Guido Menzio unter Terrrorverdacht wieder. Bild: https://economics.sas.upenn.edu/faculty/guido-menzio
Verdächtiges Aussehen und verdächtige Aktivitäten: Weil er im Flugzeug Differenzialgleichungen löste, fand sich der Mathemathikprofessor Guido Menzio unter Terrrorverdacht wieder. Bild: https://economics.sas.upenn.edu/faculty/guido-menzio
Dass mit dem Schüren von Terrorangst nicht nur erfolgreich Wählerstimmen gewonnen und Einschränkungen von Bürgerrechten legitimiert werden können, sondern dass durch solche Strategien auch die Verunsicherung in der Gesellschaft steigt, zeigt nun ein aktueller Fall an Bord einer American Airlines-Maschine. Weil er dunkle Haare hat, einen Bart trägt und Differentialgleichungen löste, zog der italienische Mathematikprofessor Guido Menzio den Verdacht auf sich, ein Terrorist zu sein.

Quelle: securityusainc.com

Gänzlich lässt sich nicht sagen, ob es die Angst vor bärtigen, dunkelhaarigen Männern oder das Unbehagen gegenüber höherer Bildung war, das in den USA nun zu einem neuen äußerst skurrilen Terroralarm führte. Wahrscheinlich war es eine Mischung aus beidem.

Dass der preisgekrönte italienische Mathematikprofessor, Guido Menzio, der unter anderem schon an der Universität von Princeton lehrte, sich gleich nachdem er seinen Sitzplatz auf einem American Airlines-Flug von Philadelphia in den Bundesstaat New York einnahm, begann Differentialgleichungen zu lösen, war für dessen Sitznachbarin jedenfalls zu viel.

Gesprächsversuche der leicht zu verunsichernden Frau blockte Menzio ab und konzentrierte sich ganz auf seine Arbeit an den für seine Sitznachbarin fremdartigen und verdächtigen Schriftzeichen. Ihr Schluss: Vermutlich arbeitet der Mathematikprofessor in Geheimschrift an Anschlagsplänen und so wie er in seine Arbeit versank, musste es sich um ein unmittelbar bevorstehenden Ereignis handeln. Kein Zweifel: der stille Sitznachbar kann nur planen das Flugzeug in die Luft zu sprengen.

Nachdem sich Menzios Sitznachbarin in ihren Schlussfolgerungen sicher war, täuschte diese einer der Flugbeileiterinnen gegenüber akute gesundheitliche Probleme vor, woraufhin die Besatzung des Fluges den Startvorgang abbrach.

Die American Airlines-Maschine musste zurück zum Gate, Menzios vorgeblich erkrankte Sitznachbarin stieg aus.

Beim Bodenpersonal angekommen löste sie jedoch auf, dass ihre gesundheitlichen Probleme frei erfunden waren und setzte die Flughafensicherheit von den vermeintlich finsteren Absichten des rechnenden Verdächtigten in Kenntnis. Diese reagierte prompt und rief auch Menzio aus dem Flugzeug.

Zurück im Terminal, wurde der rennomierte Wissenschaftler darüber in Kenntnis gesetzt, dass er unter Terrorverdacht stehe, musste sich erklären und seine verdächtigen Gleichungen vorzeigen. Doch ganz so schreckhaft wie seine Sitznachbarinnen war das Sicherheitspersonal nicht. Der Fall konnte schnell geklärt werden und Menzio durfte sein Flugzeug in den Bundesstaat New York wieder betreten. Die verunsicherte Frau weigerte sich jedoch, es ihm gleichzutun und verlangte die Umbuchung in einen anderen Flug. Trotz Beteuerung der Ungefährlichkeit mathematischer Differentialgleichungen, waren ihr die sonderbaren Kalkulationen weiterhin nicht geheuer.

Der kurzzeitig unter Terrorverdacht gestandene Menzio kommentierte im Anschluss an die Posse trocken: Der Vorfall zeige die "Gefühle, die die Wähler von Donald Trump leiten.