Big Money für Hillary: Milliardär und Präsidentenmacher Charles Koch wünscht Clinton im Weißen Haus

Unternehmer mit politischer Mission: Charles Koch und sein Bruder David nehmen hohe Millionenbeträge in die Hand, um die US-Politik zu beeinflussen
Unternehmer mit politischer Mission: Charles Koch und sein Bruder David nehmen hohe Millionenbeträge in die Hand, um die US-Politik zu beeinflussen
Charles Koch und sein Bruder David gelten in den USA als so etwas wie die Präsidentenmacher. Denn die beiden Unternehmer und Gründer des global tätigen Konzerns Koch Industries haben auch eine politische Mission: Mit Milliardenbeträgen beeinflussen sie die Wahlen in den USA und leisteten die finanzielle Rückendeckung für den Aufbau der Tea Party. Nun äußerte Charles Koch in einem Interview seine Sympathie für Hillary Clinton und sagte, er könne sich vorstellen, deren Kandidatur zu unterstützen.

Traditionell unterstützen die Koch-Brüder die Kandidaten republikanischer Präsidentschaftsanwärter, doch die Bewerbung und bisweilen der Erfolg von Donald Trump motivierten die Industriellen und Großspender nun offenbar, sich nach Alternativen umzuschauen. Und fündig wurden sie bei Hillary Clinton.

Dies gab der Milliardär nun in der ABC-Show “This Week with George Stephanopoulos“ preis. Es sei möglich, dass eine weitere Clinton-Präsidentschaft besser ist als die Auswahl, die die Republikaner bereithalten, so Koch, gefolgt von der Ankündigung, dass er sich durchaus vorstellen kann, Hillary Clintons Kandidatur zu unterstützen.

Dabei geht es nicht um kleine Summen. Allein für den Versuch, die Wiederwahl Barack Obamas zu verhindern, stifteten Charles und David Koch vor vier Jahren über 120 Millionen US-Dollar. Auch für den finanziellen Aufbau der erzkonservativen Tea Party werden die Industriellen maßgeblich verantwortlich gemacht. Die Patriarchen von Koch Industries gelten als das Paradebeispiel für die Beeinflussung der Politik durch Big Money.

Im Vorspann der ZDF-Sendung ist der Hinweis auf den später zensierten Beitrag noch zu sehen. Screenshot by propagandaschau.wordpress.com

Eben jener Vorwurf ist es, der Hillary Clinton, Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten, derzeit am meisten zu schaffen macht. Immer wieder betont ihr Konkurrenz Bernie Sanders, dass die ehemalige US-Außenministerin und First Lady eine Kandidatin der Wall Street sei.

Entsprechend ablehnend fällt auch die öffentliche Reaktion Clintons auf die Avancen des Industriemagnaten aus. Auf Twitter vermeldete die Präsidentschaftsbewerberin:

„Nicht interessiert an Unterstützung von Leuten, die den Klimawandel leugnen und versuchen es zu erschweren, dass Menschen ihre Stimme abgeben können.“

Dabei kann Clintons Korb allerdings auch wahltaktische Gründe haben. Millionenzuwendungen für das Halten von Reden vor Wall Street-Bankern entgegenzunehmen, führte bei in der Vergangenheit zumindest zu keinerlei Skrupel seitens der Kandidatin.

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