DNA-Sammeln leicht gemacht: CIA unterstützt Kosmetikproduzent, um an DNA zu gelangen

Screenshot: http://clearista.com/
Screenshot: http://clearista.com/
Die Enthüllungsplattform The Intercept berichtet über einen realen Fall, der noch die absurdeste Verschwörungstheorie über US-Geheimdienste in den Schatten stellt. Wie jetzt bekannt geworden ist, finanziert die CIA den Kosmetikhersteller "Skincential Sciences", der spezielle Hautpflegeprodukte entwickelt, mittels denen auch schnelle und schmerzfreie "Hauttests" durchgeführt werden können.

Blackwater-Chef Erik Prince bei seiner Aussage vor dem Untersuchungsausschuss über Veträge in Irak und Afghanistan auf dem Capitol Hill in Washington, Oktober 2007. Bei der Untersuchung ging es um Todesfälle im Irak, bei denen Blackwater-Personal 11 Iraker umgebracht haben.

In Fashion-Kreisen erregte das Unternehmen Skincential Science für seine innovativen Entwicklungen im Bereich der Hautcreme und Pflegeprodukte bereits einiges Aufsehen. Dass die Enthüllungsplattform The Intercept über einen Kosmetikhersteller berichten muss, kommt indes eher selten vor.

Der Grund hierfür sind die Verbindungen von Skincential Sciences mit der Riskiokapital-Gesellschaft In-Q-Tel. Offiziell als „Non Profit-Organisation“ firmierend, kümmert sich In-Q-Tel um die Investionenen der CIA. Im PR-Sprech auf Wikipedia heißt das dann:

„Das Firmenziel ist es, neue und relevante Technologien frühzeitig zu erkennen und sie für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten nutzbar zu machen.“

Um eine solche Technologie handelt es sich wohl auch bei einer Entwicklung, die Skincential Sciences jüngst für seine Kosmetik-Linie Clearista zum Patent angemeldet hat und nutzt. Dabei geht es um ein Verfahren zur schmerzfreien Entnahme winziger Hautschichten. Das Verfahren erlaubt jedoch auch das Sammeln und Analysieren von menschlicher DNA.

Auf der Webseite wird die Anwendung der Technologie geschickt mit PR-Texten und Videos beworben:


The Intercept befragte daraufhin Russ Lebovitz, den Vorstandsvorsitzenden von Skincential Sciences, zu der ominösen Verbindung seines Unternehmens mit dem CIA-Geldgeber. Genau wisse er nicht, warum In-Q-Tel sein Unternehmen unter die Fittiche genommen hat, doch interessieren „sie sich für einfache Möglichkeiten, um an menschliche Biomarker zu gelangen“. Generell sei das CIA-Unternehmen sehr an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen interessiert.

Auch sagt Lebovitz: „Es gibt keine bessere Methode zur Identifikation als DNA und wir sind in der Lage sie zu extrahieren“, bevor er hoffnungsvoll die Aussicht formuliert, dass so ja vielleicht Verbrechen aufgeklärt werden könnten.

Von In-Q-Tel bekam The Intercept hingegen lediglich den Hinweis, dass das Unternehmen generell nicht auf Presseanfragen antwortet.

Trotz der Verbindung mit Computer- und Satellitentechnik unterhält In-Q-Tel auch ein lang andauerndes Interesse an der Entwicklung für eine erweiterte genetische Analyse, biologischen Technologien zur Erkennung und Diagnose sowie Forschung an sogenannter physiologischer Intelligenz, die in einem Artikel von 2010 als "umsetzbare Informationen über menschliche Identität und Erfahrung, die schon immer von Interesse für die Geheimdienste war".

Fortschritte in der medizinischen Forschung bei Biomarkern stellen für Geheimdienste eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten dar, von Flughafensicherheit zu schnellerer Identifizierung von Personen.

Im Artikel weißt der Autor, Dr. Kevin O'Connell, darauf hin, dass die menschlichen Haut das größte Organ des Körpers ist und eine "einzigartige, nicht ausgelastete Quelle für die Probenentnahmen." O'Connell, ein "leitender Architekt für Lösungen" bei In-Q-Tel, stellt fest, dass "die DNA in Mikroorganismen im Darm einer Person oder auf der Haut einer Person, kann kann Sequenzen enthalten, die auf eine bestimmte geografische Herkunft hinweisen können."