Bernie Sanders in New York: Siegeszug des linken Demokraten geht weiter, Clinton verliert erneut

Bernie Sanders in New York: Siegeszug des linken Demokraten geht weiter, Clinton verliert erneut
Am Wochenende unterlag die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton erneut dem bisher als Außenseiter gehandelten Bernie Sanders, einem erklärten Sozialisten. Für die beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber beginnt nun der Kampf um das prestigeträchtige New York. Am Wochenende eröffnete Bernie Sanders die Wahltour mit einem Sauerkraut-Hot-Dog.

In den USA machte am Wochenende ein Video die Runde, das zeigt, wie der demokratische Gegenkandidat zu Hillary Clinton versucht, in New York einen Sauerkraut-Hot Dog zu essen. Doch in dem Schnellrestaurant kam es zu einem Menschenauflauf. Von Handy und Kameras umringt, haben Sanders und seine Frau sichtlich Mühe, den Imbiss zu verzehren.

Nachdem Sanders am Samstag die bisher führende Bewerberin Hillary Clinton erneut bei den Vorwahlen im Bundesstaat Wyoming geschlagen hat, richten sich nun die Wahlkampagnen auf das prestigeträchtige New York aus. Inzwischen hat der linke Kandidat mehr als 1.000 Stimmen der Delegierten auf seiner Seite. Hillary Clinton liegt zwar noch mit insgesamt 1287 Delegierten vorne. Der Vorsprung der ehemaligen Außenministerin sank inzwischen jedoch auf 250 Stimmen. Das Rennen ist offener denn je zuvor.

Da in den kommenden Wochen in progressiveren Staaten abgestimmt wird, erscheint es nun erstmals möglich, dass Bernie Sanders tatsächlich von der Mehrheit der demokratischen Delegierten aufgestellt wird. Mit Wyoming gewann er immerhin sieben der letzten acht Vorwahlen. Nun geht es um den Staat New York, wo Bernie Sanders in Brooklyn aufgewachsen ist.

Aber auch Hillary Clinton ist im Big Apple gut vernetzt: New York ist ihr Wahlbezirk. Am Wochenende, nur zehn Tage vor der Abstimmung am 19. April, eröffnete Bernie Sanders den Wahlkampf mit einer Kundgebung im Norden von Manhattan.

In den Mittelpunkt seiner Rede stellte er den geplanten Ausbau des öffentlichen Gesundheitssystems. Der demokratische Sozialist wies darauf hin, dass große Teile der Bevölkerung „immer noch glauben, es sei eine radikale Idee, dass alle Menschen eine Gesundheitsversicherung haben.“

Aus seiner Sicht, sei die Gesundheitsversorgung ein Grundrecht aller Menschen und kein Privileg“, so Bernie Sanders unter begeistertem Applaus. Er erwähnte auch die Tatsache, dass jeder fünfte Bürger in den USA es sich nicht leisten könne, nach dem Arztbesuch die verschriebenen Rezepte auszulösen.

„Wir haben diese absurden Pharma-Unternehmen, die die amerikanische Bevölkerung in absolut gewissenloser Weise abzocken. Ungesund, total verrückt.“

Bernie Sanders will US-Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei werden

Die Frage sei noch gar nicht, so Sanders, wie sich ein neues Gesundheitssystem aufbauen lasse, sondern zuerst, ob „wir den Mut aufbringen, es mit den Pharmaunternehmen und den privaten Versicherungsgesellschaften aufzunehmen.“

Sein zweites großes Thema an diesem Abend in New York waren die Probleme der Bevölkerungsteile aus Einwandererfamilien. Insgesamt leben über 11 Millionen Arbeiter ohne Papiere in den USA, so Sanders, die entsprechend auch keinerlei arbeitsrechtlichen Schutz genießen.

Bernie Sanders fordert eine „umfassende Reform der Einwanderung“. Mit Blick auf seine mögliche Präsidentschaft kündigte er an: „Wenn der Kongress seine Arbeit nicht macht, werde ich die exekutiven Befugnisse des Präsidenten anwenden, um alles zu tun, was ich kann.“

„Wie kommt es eigentlich, dass wir Billionen von Dollar für einen Krieg im Irak ausgeben, aber scheinbar nicht genug Geld haben, um die Innenstädte zu sanieren und das Bildungssystem in diesem Land zu verbessern?“