Bernie Sanders gewinnt erneut, Clinton stolpert über Millionenspenden von Ölunternehmen

Bernie Sanders gewinnt erneut, Clinton stolpert über Millionenspenden von Ölunternehmen
Bei den Vorwahlen der Demokraten holt der ehemalige Außenseiter Bernie Sanders immer schneller auf. Gestern gewann er mit Wisconsin den sechsten Bundesstaat in Folge. Unterdessen verwickelte sich die ehemalige Außenministerin Clinton in immer stärkere Widersprüche, was ihr Verhältnis zur Öl- Und Gasindustrie betrifft. Diese hatten Millionenbeträge an Clinton gespendet, während die Präsidentschaftskandidatin dies öffentlich bestritten hatte.

Der sozialistische Kandidat bei den Vorwahlen der Demokratischen Partei, Bernie Sanders, setzt seinen Siegeszug fort. Mit seinem gestrigen Sieg im Bundestaat Wisconsin liegt der Außenseiter das sechste Mal infolge vor der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton.

Von den 96 Delegierten stimmten 45 für Bernie Sanders. Auch bei den Vorwahlen der Republikaner lag ein Außenseiter vorne: Donald Trump erreichte nur drei Stimmen, Ted Cruz hingegen 33 der insgesamt 42 Delegierten.

„Lassen Sie mich alle daran erinnern, dass wir eine wirklich wichtige Abstimmung vor dem kommenden Samstag haben“, sagte Sanders in seiner Siegesrede vor einer Menschenmenge in Laramie, Bundesstaat Wyoming. „Mit unserem Sieg heute Abend in Wisconsin haben wir nun sieben der letzten acht Abstimmungen gewonnen, und wir haben sie fast alle mit überwältigenden, erdrutschartigen Ergebnissen gewonnen.

Bernie Sander verwies noch einmal darauf, dass er für seine Kampagne keine großen Spendervereinigungen, die so genannten Super-PACs, hinter sich hat. Er fügte hinzu, Hillary Clinton sei inzwischen „ein wenig nervös“. Die wichtigste Abstimmung dieser Vorwahlen finden in knapp zwei Wochen, am 19. April in New York statt. Dort arbeitete Clinton als Abgeordnete für den Senat. Bernie Sanders ist in Brooklyn geboren.

Unterdessen diskutierte die amerikanische Presse Berichte, denen folge die Stiftung der Familie Clinton in den Jahren 2008 und 2009 drei Millionen Dollar an Spenden von den großen Erdölunternehmen erhielt. In einer Fernsehdebatte hatte die vorherige Außenministerin dies ausdrücklich bestritten:

„Ich habe kein Geld von den Leuten angenommen, die für Unternehmen aus dem Bereicht der fossilen Brennstoffe arbeiten.“

Die Kampagnenleiter von Bernie Sanders beschuldigten sie darauf umgehend der Lüge.

Medienberichte schlüsselten umgehend auf, dass Hillary Clinton zwischen 2,5 und 3 Millionen Dollar von den größten Energieunternehmen erhalten hatte, als sie im Jahr 2008 für das Präsidentenamt kandidierte. Auch in ihrer Zeit als Leiterin der Außenministeriums flossen Gelder von Big Oil, berichtet die International Business Times.

Die Zeitung belegt, dass Chevron, ConocoPhillips und ExxonMobil hohe Beiträge an die damalige Kandidatin gespendet hatten. Nur ein Jahr später unterstützte sie im Senat die umstrittene Alberta Clipper-Pipeline, für welche diese drei Unternehmen lange Lobbyarbeit geleistet hatten.

Den Berichten zufolge hatten die drei Unternehmen zuvor erhebliche Investitionen in die extrem umweltschädliche Förderung von kanadischen Ölsanden investiert. Das dort gewonnene Öl wird mit der Alberta Clipper-Pipeline transportiert, die in Clintons Amtszeit vom Außenministerium überprüft und genehmigt wurde.

ExxonMobil zahlte seit 2009 etwa zwei Millionen direkt an die Clinton-Stiftung. Weitere 17 Millionen gingen aus dem größten Öl-Multi der Welt an gemeinnützige Gruppen, die von Clinton mitbegründet wurden. Erst vor kurzem wurden zwei Chevron-Lobbyisten als Fundraiser für die aktuelle Wahlkampagne aufgeführt.

„Die Clinton-Global-Initiative war eine von vielen Partnerschaften und Programmen, die das Unternehmen hatte oder immer noch unterhält. Das Ziel dieser Partnerschaften ist es, Gemeinden zu stärken, indem wir in die Bereiche Gesundheit, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung investieren, dort, wo wir Geschäfte machen", erläuterte die Sprecherin von Chevron, Melissa Ritchie.