Umfrage bezeugt Wandel in USA: Mehrheit der US-Amerikaner gegen Fracking, nur ein Drittel noch dafür

Umfrage bezeugt Wandel in USA: Mehrheit der US-Amerikaner gegen Fracking, nur ein Drittel noch dafür
Mehr als die Hälfte der Amerikaner lehnen Fracking zur Förderung von Öl und Gas ab, fand eine neue Umfrage von Gallup heraus. Die Ergebnisse kommen inmitten wachsender Bedenken über die Zusammenhänge zwischen Fracking, Erdbeben und Grundwasserverschmutzung.

Joni Spiers trägt eine Gasmaske bei den Protesten für die Schließung der Aliso-Canyon-Gastanks in der Nähe von Porter Ranch bei Los Angeles, Kalifornien, 19. Februar 2016.

Gefragt, ob sie für oder gegen hydraulische Frakturierung, also Fracking, als Mittel zur Steigerung der Produktion von Erdgas oder Öl in den USA sind, sagten 36 Prozent der Befragten, sie seien dafür, während 51 Prozent dagegen waren und 13 Prozent hatten keine Meinung dazu hatten, so die neue Gallup-Umfrage, die am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Das ist ein Anstieg von elf Prozent in der Opposition seit letztem Jahr. Auf die gleiche Frage antworteten im Jahr 2015, 40 Prozent der Amerikaner zu Gunsten und 40 Prozent dagegen aus, während 19 Prozent keine Meinung hatten. Die Umfragen wurde jeweils Anfang März durchgeführt.

Der Rückgang der US-Amerikaner ohne Meinung zu der Technologie um sechs Prozent, könnte laut Gallup teilweise für den Anstieg der Opposition gegen Fracking verantwortlich sein, da der Begriff immer "mehr auf der kulturellen Tagesordnung steht oder weil die Medien die Argumente für und gegen Fracking ausführlicher behandeln."

Die wachsende Ablehung könnte auch aus den niedrigen Ölpreisen, größerer Energieunabhängigkeit und eine Hinwendung zu alternativen und nachhaltigen Energiequellen stammen, stellte Gallup fest.

Die Umfrage fand auch heraus, dass die Republikaner im Jahr 2016 Fracking weniger unterstützen, mit einem Rückgang auf 55 Prozent im Vergleich zu 66 Prozent im vergangenen Jahr. Unter den Demokraten war die Veränderung kleiner, mit 25 Prozent für Fracking dieses Jahr im Vergleich zu 26 Prozent im Jahr 2015.

Fracking ist ein umstrittenes Thema im amerikanischen Leben geworden. Die Methode hat große Möglichkeiten für die US-amerikanischen Rohöl-Produzenten gebracht, wobei die US-Ölproduktion von lediglich 2 Prozent im Jahr 2000 auf 50 Prozent angestiegen ist. Die Verlass der USA auf das heimische Angebot hat jedoch ein globales Tauziehen mit Saudi-Arabien verursacht, was den Ölpreis abstürzen ließ, um das Fracking in den USA unlukrativ zu machen. Eine Reihe von US-Unternehmen haben den Betrieb eingestellt als Folge des Ölpreisabsturzes.

Fracking-Förderung macht USA zum Swing-Producer

Umweltschützer machen Fracking für Erdbeben verantwortlich, die in eigentlich erdbebenfreien Gebieten des Landes aufgetreten sind. Letztes Jahr gab es über 1.000 Erdbeben im Zentrum der USA. In dieser Woche warnte der Geologische Dienst der USA (USGS), dass 7 Millionen Amerikaner Gefahr laufen, durch Fracking verursachte Erdbeben in den Bundesstaaten Arkansas, Colorado, New Mexico, Oklahoma, Kansas und Texas zu erleben. Außerdem hätte der Bundesstaat Oklahoma eine Wahrscheinlichkeit von 1:8 ein Erdbeben zu erleben und übertrifft damit den Bundesstaat Kalifornien, wo regelmäßig natürliche Erdbeben auftreten. Es gibt 4.500 Öl- und Gasbrunnen in Oklahoma und 3.200 davon sind täglich in Betrieb.

"Vom Menschen verursachte Beben sind häufiger geworden, weil es mehr Abwasser aus Öl- und Gas-Operationen im ganzen Land gibt, das entsorgt werden muss," sagte Mark Peterson, Experte für seismische Gefahren bei USGS gegenüber National Public Radio. "Unternehmen pumpen es in unterirdische Bohrlöcher und manchmal übt das Wasser Druck auf unterirdische Bruchstellen aus, die dann abrutschen und kleine Beben verursachen."

Es ist nicht nur die Bedrohung durch Erdbeben, die Menschen gegen die Methode aufbringt, sondern auch die Verschmutzung des Grundwassers. Anfang dieses Monats verurteilte ein Bundesgericht die Firma Cabot Oil & Gas dazu, mehr als 4,24 Millionen US-Dollar Schadenersatz an zwei Familien in Dimock, Pennsylvania, zu zahlen. Sie beklagten, dass die Fracking Aktivitäten des Unternehmens ihr Grundwasser mit Methan kontaminiert hätte.

Das Urteil steht am Ende eines lang andauernden Streits, bei dem die Hausbesitzer von Dimock der Firma Cabot, einem der größten Gas-Bohrer in Pennsylvania, gegenüber standen. Staatliche Aufsichtsbehörden beschuldigten fehlerhafte Gas-Brunnen, die von Cabot gebohrt worden waren, dass brennbares Methan in Dimocks Grundwasser eindrang. Das Unternehmen argumentierte, dass das Methan natürlich vorkäme.

Mehr als 40 Familien haben Cabot verklagt, seit sie im Jahr 2008 durch Fracking Erdgas aus unterirdischen Schieferformationen nahe Dimock zu extrahieren begannen. Die meisten Familien ließen sich im Jahr 2012 mit der Firma auf einen Vergleich ein. Die Not der Familien in Dimock wurde 2010 im Dokumentarfilm Gasland, von Emmy-Preisträger Josh Fox, gezeigt.