USA: Großfeuer im Oconee-Atomkraftwerk aufgrund von „ungewöhnlichem technischen Versagen“

© Michael JIBRIL / YouTube
© Michael JIBRIL / YouTube
Einer der Reaktoren des Oconee-Atomkraftwerks im US-Bundesstaat South Carolina wurde nach mehreren Explosionen und dem Ausbruch von Feuer geschlossen. Dies geht aus Berichten lokaler Medien hervor. Der Betreiber des Kraftwerks hat dazu bislang lediglich erklärt, dass der Zwischenfall „ungewöhnlich“ sei, aber betont, dass davon keinerlei radioaktive Gefahr für die Bevölkerung ausgehe.

Die Oconee-Nuklearstation ist ein Kernkraftwerk am See Keowee in der Nähe der Stadt Seneca im US-Bundesstaat South Carolina.

„Nachdem Einheit-1 [Reaktor] als Vorsichtsmaßnahme stillgelegt wurde, gibt es keine Gefahr hinsichtlich einer etwaigen FREISETZUNG“, teilte das Notfallmanagement der Ortschaft Oconee mit. Damit ist die Möglichkeit gemeint, bei der radioaktive Stoffe aus den Brennstäben des Reaktors entweichen und die Umwelt sowie das Grundwasser gefährden könnten.

Der Anlagenbetreiber Duke Energy informierte, während Einheit-1 sicher heruntergefahren worden wäre, „die [übrige] Einheit-2 und Einheit-3 weiterhin sicher operieren“ würden.

Schuldig an dem „ungewöhnlichen Ereignis“ sei Offiziellen zufolge technisches Versagen, das dazu geführt habe, dass der Transformer außerhalb des Reaktorkomplexes ausgefallen sei.

Die Behörden indes drängten, während Rettungskräfte vor Ort aktiv waren, die Öffentlichkeit dazu, sich vom Atomkraftwerk fernzuhalten. Sie betonten allerdings, dass die Gefahr nicht so groß gewesen wäre, dass die umliegende Wohnregion evakuiert und der Verkehr umgeleitet werden müssten.

Nachdem der Transformer des AKW zusammengebrochen war und ein Feuer ausbrach, wurde ein „Alarm“ – zweite Krisenstufe – ausgerufen, so das Unternehmen. Auf dem Gelände des AKW brannte es über fast eine halbe Stunde, berichtete das Portal WYFF4. Das Feuer ging, wie Augenzeugen berichteten, in dicken Rauchschwaden auf - ein Hinweis auf eine große Menge Erdöl, die verbrannt wäre.

Das Feuer wurde erst gebannt, als sich die lokale Feuerwehr den Rettungskräften anschloss. AKW-Mitarbeiter wurden nicht verletzt, heißt es.

Der AKW-Betreiber gab in der Zwischenzeit an, dass er eine Ermittlung zu den Ursachen des Reaktorausfalls einleiten werde. Die Anlage am See Keowee ist bereits seit 1973 in Betrieb. Das Atomkraftwerk gehört mit seiner jährlichen Produktionskapazität von 2600 Megawatt zu den größten seiner Art in den USA. Behörden hatten jüngst die Betriebsgenehmigung des Kraftwerks um weitere 20 Jahre ausgeweitet.