Ex-Chef der CIA: „Ich hätte alles getan, um mir den Zugang zu Lawrows E-Mails zu verschaffen“

CIA Direktor Michael Hayden, als er noch in Amt und Würde stand...
CIA Direktor Michael Hayden, als er noch in Amt und Würde stand...
Der ehemalige CIA- und NSA-Chef Michael Hayden hat zugegeben, er hätte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um sich den Zugang zum E-Mail-Account des russischen Außenministers Sergei Lawrow zu verschaffen. So kommentierte der pensionierte US-General gegenüber dem Sender CNN die Veröffentlichung des E-Mailwechsels der Ex-Außenministerin der USA, Hillary Clinton, die ihre Privatdresse für amtliche Zwecke genutzt hatte.     

„Wenn ich noch bei der NSA wäre und man mir sagte, dass die E-Mailbox von Sergei Lawrow oder einer anderen genauso hochrangigen Person ungeschützt wäre, würde ich alle Hebel in Bewegung setzen, um mir den Zugang dazu zu verschaffen.“

So der ehemalige CIA-Direktor und betonte, dass es nicht darum gehe, ob man gewisse Maßnahmen in Bezug auf den russischen Chefdiplomaten getroffen habe. „Im Amt der Außenministerin der Vereinigten Staaten war Hillary Clinton ein logisches Ziel für ausländische Aufklärungsdienste“, so Hayden. Selbst aus nicht geheimen Informationen, die private E-Mails von Politikern enthielten, könnten Geheimdienste vieles erfahren.  

Der Skandal um den E-Mailwechsel der US-Präsidentschaftskandidatin von der Demokratischen Partei war im vergangenen März ausgebrochen.

Dass Hillary Clinton ihre private E-Mailbox für amtliche Zwecke genutzt hatte, rief in den USA Befremden hervor. Parteigenossen werfen der Politikerin einen Verstoß gegen interne Sicherheitsregeln vor.

Die Gefahr habe darin bestanden, dass ein privater Server für mögliche Hackerangriffe anfälliger sei. Außerdem habe Clinton ihr E-Mail-Postfach völlig kontrolliert und unerwünschte Briefe eventuell löschen können.

Die Politikerin gab zu, unvernünftig gehandelt zu haben, und überreichte dem State Department 55.000 E-Mails, nicht ohne jedoch zuvor rund 30.000 „private“ Mails gelöscht zu haben.