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USA: Sinkende Lebenserwartung durch steigende Zahl an "Todesfällen aus Verzweiflung"

USA: Sinkende Lebenserwartung durch steigende Zahl an "Todesfällen aus Verzweiflung"
Symbolbild
Die Lebenserwartung in den USA sinkt. Zugleich steigt die Anzahl der Diagnosen von Krankheiten aus Verzweiflung und der damit verbundenen Todesfälle: Suizide, Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg bei Männern mittleren Alters.

Die Lebenserwartung in den USA ist in den letzten Jahren gesunken – bei Männern von 76,5 Jahren (2014) auf 76,1 Jahre (2018), bei Frauen von 81,3 Jahre (2014) auf 81,1 Jahre (2018). Ein Grund dafür ist der signifikante Anstieg der "Todesfälle aus Verzweiflung" (engl. "deaths of despair"). Als Ursachen der Kategorie "Tod aus Verzweiflung" werden unter anderem Suizide, Tod durch Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch aufgezählt. Besonders betroffen sind Männer zwischen 35 und 74 Jahren.

U.S.-Präsidentschaftswahlen 2020 in Delaware.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von US-Wissenschaftlern. Untersucht wurden Daten von über zwölf Millionen US-Amerikanern aus dem Zeitraum 2009 bis 2018. Die Daten stammen von der US-Krankenversicherung Highmark, die vor allem Kunden in den Bundesstaaten Delaware, Pennsylvania und West Virginia hat. Die Studie liefert somit ein begrenztes Bild der Entwicklungen in der amerikanischen Gesellschaft: Erfasst wurden nur krankenversicherte, überwiegend weiße Amerikaner nicht hispanoamerikanischer Herkunft. Untersucht wurden auch nur die ärztlich erfassten Diagnosen. Eine erheblich höhere Dunkelziffer ist wahrscheinlich.

In dem betrachteten Zeitraum sind Diagnosen im Zusammenhang mit suizidalen Gedanken und Verhaltensweisen um 170 Prozent gestiegen. Diagnosen mit Drogen- oder Medikamentenmissbrauch stiegen um 94 Prozent, Alkoholmissbrauch um 37 Prozent. Von der untersuchten Gesamtmenge an Personen erhielten vier Prozent – 515.830 Personen – mindestens eine Diagnose einer Krankheit aus Verzweiflung. Ganz vorne rangiert der Alkohol bei 54 Prozent der Diagnosen, Drogen oder Medikamente folgen mit 44 Prozent, suizidale Gedanken oder Verhaltensweisen mit 16 Prozent. 13 Prozent der Personen wurden mit mehr als einer Krankheit diagnostiziert.

Die Zahlen variieren bei den einzelnen Alters- und Geschlechtsgruppen:

  • Krankheiten aus Verzweiflung: Gesamtanstieg um 68 Prozent insgesamt; alle Alters- und Geschlechtsgruppen betroffen – Männer stärker als Frauen
  • Alkoholmissbrauch: Gesamtanstieg um 37 Prozent; besonders betroffen ist die Altersgruppe über 55 Jahre mit einem Anstieg um 59 Prozent; bei den unter 18-Jährigen ist die Zahl rückläufig
  • Drogen- oder Medikamentenmissbrauch: Gesamtanstieg um 94 Prozent; die Zunahme war besonders ausgeprägt bei den über 55-Jährigen (Anstieg um 170 Prozent) und bei den Neugeborenen (unter einem Jahr alt) mit einem Anstieg um 114 Prozent
  • Suizidale Gedanken oder Verhaltensweisen: Gesamtanstieg um 170 Prozent; höchster Anstieg bei den unter 18-Jährigen mit 287 Prozent und bei den 18- bis 34-Jährigen mit 210 Prozent
Symbolbild

Bei Männern ist das Auftreten einer Krankheit aus Verzweiflung – insbesondere Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauch – deutlich wahrscheinlicher als bei Frauen, suizidale Gedanken oder Verhaltensweisen hingegen sind deutlich seltener.

In die im November 2020 veröffentlichte Studie flossen die aktuellen Entwicklungen der Corona-Krise nicht ein. Aktuelle Berichte zeigen einen erheblichen Anstieg des Alkoholkonsums und der Selbstmorde in den USA. Es ist von einer Verstärkung der in der Studie für den Zeitraum 2009 bis 2018 ermittelten Tendenz auszugehen.

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