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Facebook Leaks: Linke Angestellte im von Rechten dominierten Netzwerk

Facebook Leaks: Linke Angestellte im von Rechten dominierten Netzwerk
Mitschnitte aus internen Konferenzen mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Geschäftsführerin Sheryl Sandberg zeigen, dass die eher linksliberalen Angestellten Probleme mit Facebooks Richtlinien haben – insbesondere beim Umgang mit rassistischen Social-Media-Beiträgen.

Facebooks Mitarbeiter dürften während des Wahlkampfs gerade gut beschäftigt sein, denn bald wird der neue Präsident der USA gewählt – und Facebook will gegen mögliche Desinformationskampagnen vorgehen. Dabei sind die Angestellten wohl zunehmend unzufrieden mit ihrem Netzwerk: Die Zeitschrift The Verge hatte kürzlich 16 Tonaufnahmen aus Konferenzen mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Geschäftsführerin Sheryl Sandberg ausgewertet. Aus den Aufnahmen geht deutlich hervor, dass sich viele der Angestellten aufgrund der "schwierigen politischen Balance" zunehmend unwohl im Unternehmen fühlen.

Mark Zuckerberg auf der Münchener Sicherheitskonferenz 2020.

Ein großer Teil der Aufnahmen stammt aus Zuckerbergs wöchentlicher Frage- und Antwortstunde und zeigt deutlich, dass die Mehrheit der Angestellten tendenziell linksliberal eingestellt ist und Bewegungen unterstützt wie beispielsweise die "Black Lives Matter"-Bewegung und #MeToo. Der Großteil der amerikanischen Facebook-Nutzer sei jedoch eher konservativ bis rechts. Zuckerberg beharre aber auf seiner Position, dass Facebook neutral bleiben soll. Auch Joel Kaplan, Facebooks Lobbyist und Politik-Chef, ist Republikaner und konservativ.

Bereits Anfang Juni führte dies zu Spannungen im Unternehmen. Mehrere Mitarbeiter streikten oder drohten mit Kündigungen, da der Faceboook-CEO nicht gegen Beiträge von US-Präsident Donald Trump vorgehen wollte, die die Konkurrenz von Twitter als "gewaltverherrlichend" eingestuft hatte. Dieser hatte sich zu den anhaltenden Unruhen in den USA geäußert: "Wenn es zu Plünderungen kommt, wird geschossen." Obwohl die Äußerungen auch gegen Facebooks Community-Richtlinien verstieß, ließ Zuckerberg den Post online. Ein Mitarbeiter fragte ihn, ob es das wert sei, klare gewalttätige Drohungen gegen protestierende Schwarze zu erlauben. Zuckerberg berief sich auf seine Neutralität.

Als Facebooks Politik-Chef Kaplan fragte, erklärte Zuckerberg:

Die Community, die wir bedienen, ist durchschnittlich ideologisch ein bisschen konservativer als unsere Angestellten. Ein bisschen ist vielleicht eine Untertreibung.

Zuckerberg gehe es jedoch nicht um die politische Ausrichtung, in Disputen erwähne er immer: "Die Daten gewinnen die Diskussion." Wie The Verge berichtet, seien die wichtigsten Daten die Zahl der Weiterverbreitungen von Posts. Ein Bericht des Forschungsunternehmens NewsWhip zeigte, dass sich Facebook dabei vor allem auf Beiträge konzentrierte, die die Reaktion "Wut" hervorriefen. Im englischsprachigen Facebook erreichten Posts, die "Wut" oder "Trauer" erzeugten, die meisten Menschen.

Es bestehe auch die Gefahr, dass sich Menschen in Gruppen, die besonders viele Posts weiterverbreiten, radikalisieren. Bei den Unruhen in den USA rief eine Facebook-Gruppe mit 3.000 Mitgliedern in Kenosha zu den Waffen. Am selben Abend wurden zwei Menschen bei den Protesten erschossen. Durch die aufgeheizte Stimmung konnte Facebook diesen Sommer wieder Nutzungsrekorde mit einem Umsatzplus von 14 Prozent vermelden.

Mittlerweile bereitet sich Facebook jedoch mithilfe von Experten in militärischer Planung auf die US-Wahl vor, denn das Unternehmen warnt vor umfangreichen Desinformationskampagnen. Diesmal gehe man davon aus, dass diese Versuche unter anderem aus dem Inland erfolgen werden. Man bereite sich dem Spiegel zufolge auf Falschnachrichten und Irreführungen der Wähler vor, aber auch auf Aufrufe zur Gewalt durch Gruppen wie QAnon.

Mehr zum Thema -Laut US-Geheimdienstinformationen: Hillary Clinton erfand Russland-Affäre zur Verunglimpfung Trumps

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