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Wissenschaftler fordern: AstraZeneca soll Impfstoff-Tests in den USA wiederaufnehmen

Wissenschaftler fordern: AstraZeneca soll Impfstoff-Tests in den USA wiederaufnehmen
Wissenschaftler fordern die Wiederaufnahme der Impfstoff-Versuche des Herstellers AstraZeneca in den USA.
Nachdem die Impfstoff-Tests des Pharmaunternehmens AstraZeneca wegen der Krankheit einer Probandin vorläufig ausgesetzt wurden, fordern Wissenschaftler nun, die Studie in den USA fortzuführen, da auch andere Länder die Tests wiederaufgenommen hatten.

Wissenschaftler der US-amerikanischen Brown University kritisieren, dass die Impfstoffstudie des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZenca in den USA immer noch auf Eis liegt, während sie in anderen Ländern bereits wiederaufgenommen wurde. Ashish Jha, Dekan am Institut für öffentliche Gesundheit der Brown University, teilte mit, dass Unternehmen mitten in einem solchen Prozess normalerweise keine Informationen herausgeben würden, aber in diesem Ausnahmefall brauche man "radikale Transparenz". Andernfalls bestehe die Gefahr, dass die Öffentlichkeit das Vertrauen in den gesamten Prozess verliert.

Hintergrund des Versuchsstopps ist die Tatsache, dass bei einem der Versuchsteilnehmer schwere Entzündungen auftraten. Dabei galt der Impfstoff-Kandidat AZD1222, der von AstraZeneca und der Oxford University entwickelt worden war, als vielversprechend und wurde in der dritten Testphase an Tausenden Probanden in den USA, Großbritannien, Brasilien und Südafrika getestet. Doch nachdem es bei einer Frau aus Großbritannien zu einer schweren Entzündung des Rückenmarks gekommen war, entschied sich das Unternehmen dazu, die Tests vorläufig auszusetzen. Experten zufolge ist es jedoch normal, dass Versuche in solchen Fällen erst einmal unterbrochen werden, da dies Teil der Qualitätssicherung sei.

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In einem Dokument der Oxford University wurde dann letzte Woche mitgeteilt, dass die "unerklärten neurologischen Symptome" nicht mit dem Impfstoff in Verbindung gebracht werden konnten und dass es "keine ausreichenden Beweise" gab, um zu sagen, ob sie mit dem Impfstoff in Verbindung stehen oder nicht. Unabhängige Gutachter hatten demzufolge empfohlen, die Studien fortzuführen, was zu einer Wiederaufnahme der Tests in Großbritannien und anderen Ländern führte – nicht aber in den USA.

Das Unternehmen hatte bereits mit mehreren Ländern wie Großbritannien und den USA, aber auch der EU Kaufverträge über Hunderte Millionen Impfstoffdosen geschlossen. Das Zulassungsverfahren in den USA ist zu einem Politikum geworden, da Kritiker Präsident Donald Trump vorwerfen, er wolle auf die Schnelle vor den Präsidentschaftswahlen im November einen Impfstoff einführen. In Umfragen zeigte sich auch, dass die Bevölkerung zunehmend das Vertrauen in einen Impfstoff verliert. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Pew Research gibt nur noch die Hälfte der Amerikaner an, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt definitiv oder wahrscheinlich geimpft werden wollen – 21 Prozent weniger als im Mai.

Gigi Gronvall, Immunologin am Johns Hopkins Center for Health Security, findet, dass die Unternehmen und die FDA (Lebens- und Arzneimittelaufsichtsbehörde der USA) in diesen "außergewöhnlichen Zeiten" erklärten müssen, warum die US-Studie auf Eis gelegt wurde:

Es ist wichtig, dass alle transparent und ehrlich sind. Letztendlich ist es die Öffentlichkeit, die diesen Impfstoff einnimmt oder nicht, also ist es zu ihrem Vorteil, so transparent wie möglich zu agieren.

Fläschchen mit dem weltweit ersten Coronavirus-Impfstoff, der in Moskau, Russland, registriert wurde.

AstraZeneca erklärte, dass die Regulierungsbehörden in jedem einzelnen Land selbst bestimmen, wann die Versuche beginnen. Das Unternehmen stelle den Behörden die nötigen Informationen zur Verfügung. Was den aktuellen US-Status betrifft, arbeite man weiterhin mit der FDA zusammen, und die Behörde werde entscheiden, wann die US-Studie wiederaufgenommen werden kann. Die Fortführung der US-Studie scheint derzeit vor allem an der FDA zu scheitern, denn Vorstandschef Pascal Soriot erklärte laut dem Onlinemagazin finanzen.net, dass man "auf die Entscheidung der FDA" warte.

Peter Hotez, Virologe am Texas Medical Center, warnt, dass die Kommunikationsprobleme schlimmere Folgen haben könnten als die von der Studienteilnehmerin entwickelte Krankheit, die "wahrscheinlich in keinem Zusammenhang mit der Impfung" stehe. Nach Aussage des Forschers ist es "katastrophal, dass Einzelheiten der Krankheit in einem privaten Gespräch zwischen dem Unternehmen und seinen Investoren bekannt wurden". Hotez forderte Regierungsstellen auf, die Kommunikation der Pharmaunternehmen zu übernehmen:

Die Geschichte lehrt uns, dass wir mehrere gute Impfstoffe hatten, die aufgrund von Kommunikationsfehlern und Missverständnissen in der Öffentlichkeit ungenutzt blieben. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir eine sehr aktive Anti-Impfstoff- und Anti-Wissenschafts-Bewegung haben, die in Großbritannien ihren Anfang nahm und sich in den USA verstärkt hat.

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