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Trump bezeichnet Plasmatherapie als Durchbruch gegen Corona – doch US-Behörden sind kritisch

Trump bezeichnet Plasmatherapie als Durchbruch gegen Corona – doch US-Behörden sind kritisch
US-Präsident Donald Trump erklärte die Notfallgenehmigung der Plasmatherapie zum "historischen Durchbruch" im Kampf gegen Covid19.
In den USA hat die Arzneimittelbehörde FDA die Behandlung von COVID19-Patienten mittels Plasmatherapie unter bestimmten Bedingungen erlaubt. US-Präsident Donald Trump spricht von einem "historischen Durchbruch" – doch der Nutzen der Therapie ist umstritten.

Die Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelaufsichtsbehörde FDA hat in den USA eine Notfallgenehmigung für die Behandlung von Corona-Patienten mit dem Blutplasma Genesener erteilt. Dabei bekommen die an COVID19 erkrankten Patienten das Blutplasma von Personen, die eine Infektion überstanden haben, verabreicht. Die Antikörper in deren Plasma sollen den Erkrankten bei der Bekämpfung des Virus helfen. Bisher ist jedoch unklar, wie wirksam die Therapie wirklich ist.

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Zuvor hatte sich das Weiße Haus beschwert, dass die Zulassung von Behandlungsmethoden oder Impfstoffen durch die FDA aus politischen Motiven hinausgezögert werde. Beweise dafür lieferte es jedoch nicht. US-Präsident Donald Trump, der aufgrund der völlig außer Kontrolle geratenen Corona-Krise in den USA zunehmend unter Druck steht, dürfte die Ankündigung gelegen kommen: Am Montagabend beginnt der Parteitag der Republikaner, bei dem er diese Woche offiziell als Kandidat für die Präsidentenwahl im November nominiert werden soll. Auf einer Pressekonferenz am Sonntagabend sprach er von einem "historischen Durchbruch":

Die Therapie mit Plasma ist eine effektive und sehr sichere Sache. Die neue Behandlung hat eine unglaubliche Erfolgsrate und wird zahllose Leben retten.

Allerdings wäre es nicht das erste Mal, dass Trump sich bezüglich eines angeblichen "Wundermittels" irrt. Der Chef der FDA, Stephen Hahn, spricht bisher nur von begrenzten, aber "vielversprechenden" Daten zur Wirksamkeit. Bei der Behandlung mit dem sogenannten Rekonvaleszenten-Plasma wird das Plasma von genesenen COVID19-Patienten eingesetzt, welches zahlreiche Antikörper gegen das Virus enthalten soll. Der Einsatz ist unter Fachleuten jedoch teilweise umstritten.

Nach Angaben von US-Gesundheitsminister Alex Azar, der die Notfallgenehmigung als "Meilenstein" bezeichnete, hatten die so behandelten Patienten zwar eine um 35 Prozent höhere Überlebensquote und auch eine unveröffentlichte Studie der Mayo-Kliniken, einer Non-Profit-Forschungsorganisation, sieht starke Hinweise auf einen Erfolg der Therapie. Da es bei der Studie aber noch keine Patienten-Kontrollgruppe gab, ist sie bisher nur sehr eingeschränkt aussagekräftig. Ein Beweis des Erfolgs steht noch aus. Auch die Frage, wie viel Plasma für die Behandlung notwendig ist, ist bisher offen.

Die Plasmabehandlung kam nach Angaben der FDA bereits zum Einsatz. Im Rahmen der Notfallbehandlung wurden bereits 70.000 überwiegend schwer erkrankte Patienten mit der Blutplasmatherapie behandelt. Allerdings betont die Behörde, dass es sich nur um eine Notfallgenehmigung handelt und nicht um eine formelle Zulassung, für die wesentlich höhere Hürden gelten. Das Angebot an Plasma ist zudem begrenzt, da es nur aus dem Blut Genesener gewonnen werden kann. Die US-Regierung ruft deshalb Personen mit einer überstandenen COVID19-Infektion dazu auf, Plasma zu spenden.

Der frühere FDA-Chef Scott Gottlieb erklärte, dass dieser Schritt vor allem dazu dient, den Plasma-Handel zu erleichtern.

Der Schritt der FDA macht vor allem den Handel mit Plasma einfacher und dürfte Herstellern helfen, ihre Kosten zu decken. Es handelt sich aber insgesamt nur um einen kleinen Schritt.

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(rt/dpa)

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